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Semperoper Dresden zeitaktuell: Die Passagierin

Juni 25, 2017
by Ruprecht Frieling
Dresden, Semperoper
0 Comment
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SS-Aufseherin Lisa drangsaliert Häftlinge im KZ Auschwitz Foto: Semperoper/Jochen Quast

Am Dresdener Theaterplatz, wo gern die Pegida krakeelt, setzt die Semper-Oper mit der zeitgenössischen Produktion »Die Passagierin« ein deutliches Zeichen gegen den Naziterror. HIER geht es weiter →

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Zeit im Bild: Die Erfindung der Pressefotografie

Juni 23, 2017
by Ruprecht Frieling
Ausstellungen, Fotografie, Pressefotografie
0 Comment

Pressefotografie1
In einer groß angelegten Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin bis zum 31. Oktober 2017 »Die Erfindung der Pressefotografie«. Ausgewählt wurden rund 350 Fotografien aus der insgesamt fünf Millionen Fotos umfassenden Sammlung Ullstein. Am Beispiel der Ullstein-eigenen »Berliner Illustrirten Zeitung« (BIZ) wird aufgezeigt, wie sich die Pressefotografie zu einem eigenen Genre entwickelte HIER geht es weiter →

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Kurt Mühlenhaupt: das letzte Kreuzberger Original

Juni 19, 2017
by Ruprecht Frieling
Berlin, Malerpoet, museum, Sammlung Frieling
2 Comments
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Kurt Muehlenhaupt1

Blick in die Hofanlage des Kurt-Mühlenhaupt-Museums.

Rund 70 Kilometer nördlich von Berlin lockte lange Jahre in Bergsdorf bei Zehdenick ein liebevoll restaurierter Vierseithof Kunstfreunde aus aller Welt ins Reich des Kreuzberger Malerpoeten Kurt Mühlenhaupt. Im Sommer 2019 jedoch zog das Mühlenhaupt-Museum wieder in Kurtchens alte Wirkungsstätte nach Berlin-Kreuzberg, Aus dem Kunsthof Bergsdorf soll eine Art chinesische Villa Massimo werden. Ein chinesischer Investor hat das Gelände  gekauft, der hier chinesischen Künstlern einen Deutschlandaufenthalt ermöglichen will.

Kurze Biographie von Kurt Mühlenhaupt

 

Kurt Muehlenhaupt9

Kurt Mühlenhaupt 1976 vor seinem Selbstbildnis in seinem Hof in Berlin-Kladow. Alle Fotos: ©Ruprecht Frieling

Am 19. Januar 1921 wurde Kurt Mühlenhaupt auf einer Bahnfahrt von Prag nach Berlin in einem Zug geboren. Das bei der Geburt nächstgelegene Klein Ziescht wird als Geburtsort eingetragen. Seine Eltern sind bettelarm. Aus Geldnot bewohnen sie eine Laubenkolonie in Tempelhof. 1932 zieht die Familie nach Blankenfelde an den Stadtrand von Berlin. Das aufgeweckte Kind will Bildhauer werden, zu jener Zeit für einen Sprössling aus armen Verhältnissen ein unrealistischer Wunsch. Kurt beginnt eine Lehre als Modelltischler.

Nach der Lehre wird er zum Fallschirmjäger ausgebildet. Beim Absprung über Kreta wird er angeschossen, die linke Hand bleibt für immer steif, am Bein fehlt auch ein Stück. Trotz seiner Verwundung wird der junge Mann wieder eingezogen, landet aber wegen Aufsässigkeit in einer Strafkompanie.

Kurt Mühlenhaupt und die Professoren

Kurt Muehlenhaupt6

Auch der berühmte Leierkasten steht heute im Museum

Mit Hamsterfahrten und illegalem Tabakanbau überlebt die Familie das Kriegsende. Kurt malt, wann immer er kann, und wird dabei von Karl Hofer, Direktor der Berliner Hochschule für bildende Künste (HfBK) auf den Riesenfeldern entdeckt. Mühlenhaupt beginnt ein Studium an der HfBK. Sein Wunsch, Schüler des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff zu werden, lehnt dieser schroff ab: »Aus Ihnen wird nie ein Maler, Sie sind zu grau«. – Mühlenhaupt verfällt in tiefe Depression, es folgt ein langer Klinikaufenthalt in der Psychiatrie Berlin-Buch.

Kurt Muehlenhaupt0

Kurt Mühlenhaupt: Selbstporträt als Schnürsenkelverkäufer in Berlin. Sammlung Frieling

Als er sich wieder aufgerappelt hat, arbeitet er als Tierzüchter, Trödelhändler, Schnürsenkelverkäufer und Leierkastenmann in Berlin-Kreuzberg, wo er seit 1958 lebt. Das Milieu schenkt ihm die Motive, für die er später berühmt wird. 1960 nimmt er erstmals an der Großen Berliner Kunstausstellung teil. zwei Jahre darauf kauft er eine heruntergekommene Kaschemme in der Zossener Straße 1, die sich schon bald zum angesagten Künstlerlokal »Leierkasten« mausert. Dort finden legendäre Feste statt: Günter Grass, Wolfgang Schnell, Günter Anlauf und Günter Bruno Fuchs sind gern gesehene Gäste. Mühlenhaupts Atelier am Kreuzberger Chamissoplatz ist ein weiterer Treffpunkt für Künstlerfreunde aus Nah und Fern. Bald ist Kurt Mühlenhaupt DER typische Kreuzberger Milieu-Maler, der in einem Atemzug mit Heinrich Zille und Otto Nagel genannt wird, und er kann von seiner Arbeit leben.

Begegnung mit Kurt Mühlenhaupt

Kurt Mühlenhaupt lernte ich 1973 im Rahmen der Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) kennen. Damals stellte ich im Rahmen der Künstlervereinigung »Die rote Nelke« Fotografien aus, Kurt hatte mit Freunden die Gruppe »Malerpoeten« gegründet. Wer damals das von ihm ausgestellte Ölgemälde »Meine Hauswartsfrau« für 1.600 DM erwarb, hatte in Bezug auf die spätere Entwicklung des Kunstmarkts ein gutes Geschäft gemacht.

Kurt Muehlenhaupt7

Hannelore Mühlenhaupt (links), hier mit ihrer Schwester, kümmert sich liebevoll um den Nachlass

Mehrfach traf ich den Meister in seinem Kreuzberger Atelier, aus dem er dann aber wegsaniert wurde, um sich 1975 einen Bauernhof in Berlin-Kladow zu kaufen. Er residierte im schönsten der noch erhaltenen dörflichen Anwesen, einem Bauernhof mit Nebengebäuden aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Sakrower Kirchweg. Dort baute er den großen Feuerwehrbrunnen für den Kreuzberger Mariannenplatz, der immer noch eine Augenweide ist. 1981 wurde ihm erstmals mit einer riesigen Retrospektive in der von Dieter Ruckhaberle geleiteten »Kunsthalle« an der Gedächtniskirche auch staatliche Anerkennung zuteil.

Unmittelbar nach der Wende kaufte er mit seiner Frau Hannelore 1990 einen Gutshof in Bergsdorf (Brandenburg). Für  Kurt Mühlenhaupt war die Entwicklung  des verfallenen Barockensembles zum Museum das letzte große Abenteuer. Dort träumte er bis zu seinem Ende am 16. April 2006 von einer Begegnungsstätte für sein Publikum.

Kurt-Mühlenhaupt-Museum wieder in Berlin

Kurt Muehlenhaupt5

Der letzte Arbeitsplatz von Kurt Mühlenhaupt

Seit 2020 ist das Mühlenhaupt-Museum wieder im einstigen Berliner Kiez angesiedelt.

Kurt Muehlenhaupt2

Plastik von Kurt Mühlenhaupt

Kurt Mühlenhaupt Museum
Fidicinstrasse 40
10965 Berlin
Telefon: 030.61627505

Geöffnet

Mittwoch bis Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag auf gut Glück
Montag geschlossen

Home: https://www.muehlenhaupt.de

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Self-Publishing-Day 2017: Erfolg durch Kontinuität

Juni 13, 2017
by Ruprecht Frieling
Self-Publishing, Self-Publishing-Day
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SPDay17: Gespannte Aufmerksameit im Plenum. Fotos: Dietmar Hesse, BOD (2)

Zum Self-Publishing-Day 2017 trafen sich rund 200 Teilnehmer am 10. Juni in Hamburg. Darunter waren Autorinnen und Autoren, die sich schon von anderen Events kannten, mehr als die Hälfte der Teilnehmer nahm jedoch erstmalig an einer Veranstaltung teil, bei der sich alles um den Autor drehte. Ein Teilnehmer reiste eigens aus Hongkong an, zwei kamen aus Norwegen, die anderen strömten aus allen Teilen der Bundesrepublik, aus Österreich und der Schweiz zusammen. Sie alle erlebten einen Tag mit intensiven Vorträgen und Workshops, der am Abend in einem amüsanten „Autoren-Grillen“ mündete.

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Documenta14 verwandelt Kassel in Gesamtkunstwerk

Juni 09, 2017
by Ruprecht Frieling
Ausstellungen, Documenta
1 Comment
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Das Parthenon der verbotenen Bücher ist die zentrale Installation der Documenta14 in Kassel. Sämtliche Fotos: Ruprecht Frieling

Die 14. Documenta, die am 10. Juni in Kassel begann, wird für 100 Tage wieder der stärkste Publikumsmagnet werden, den die größte und wichtigste europäische Kunstschau alle fünf Jahre für sich reklamiert. Akkreditierte Journalisten hatten vorab drei Tage lang die Möglichkeit, sich die Objekte, Installationen, Fotografien, Videos, Performances und Gemälde von Künstlern aus aller Welt in Ruhe anzuschauen. HIER geht es weiter →

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Neuköllner Oper zeigt: Der Schuss 2.6.1967

Juni 03, 2017
by Ruprecht Frieling
Benno Ohnesorg, Kommune Eins, Neuköllner Oper
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Schuss 2 6 1967 close up

Die Berliner Kommune Eins ließ sich als Protest gegen die Verhaftung ihres Kommunarden Fritz Teufel nackt an eine Wand stellen und ablichten. Die © Neuköllner Oper stellte diese Szene nach

Der am 2. Juni 1967 erfolgte Todesschuss auf den Studenten Benno Ohnesorg ließ das gesellschaftliche Klima in Deutschland explodieren und bestimmt in seinen Auswirkungen die politische Diskussion bis in unsere Tage, also ein halbes Jahrhundert später. Dass die künstlerische Aufarbeitung des Themas in der kleinen Neuköllner Oper erfolgt statt am historischen Ort des Geschehens, der Deutschen Oper Berlin in der Bismarckstraße, zeigt, wie schwierig der (selbst)kritische Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte immer noch ist. Am 2.6.2017 hatte »Der Schuss 2.6.1967« Premiere.
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Liedermacher Hannes Wader sagt Adieu

April 01, 2017
by Ruprecht Frieling
Liedermacher, Musik, Protestsänger, Singer/Songwriter
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Hannes Wader Karl Anton Koenigs

Hannes Wader sagt Adieu • Foto: Karl-Anton Koenings

Wader sagt Adieu. Hannes Wader, der wohl nachhaltigste deutsche Liedermacher, hat sich nach 50 erfolgreichen Bühnenjahren entschlossen, der Bühne Adieu zu sagen. Im Herbst 2017 trat der 75-jährige zu seiner letzten großen Tournee an, die am 30. November im Berliner Tempodrom endete.

Wer sich von dem berühmtesten deutschen Protestsänger, der Legende der Ostermarsch-Bewegung, dem Aktivisten der Friedens-, Anti-Kernkraft- und Attack-Bewegung, dem Singer/Songwriter, der den Wunsch vor allem junger Menschen, die Welt zu verändern, dichtend, singend und spielend begleitete, verabschieden wollte, tat gut daran, sich eine Eintrittskarte zu sichern und war im Berliner Tempodrom dabei.

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Abschied vom Publikum: Liedermacher Hannes Wader • Foto: Ruprecht Frieling

Nach seinem offiziellen Abgang von der Bühne zieht sich Wader, wie er mir nach dem Konzert bei einer Feier im engsten Freundeskreis in der Bristol-Bar des Berliner Hotel Kempinski verriet, keinesfalls in den Ruhestand zurück: Bereits 300 Seiten seiner Autobiographie hat der Meister des geschliffenen Wortes zu Papier gebracht.

Mit etwas Glück wird sein lang ersehntes Werk bald das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Nachtrag

Inzwischen ist Waders Autobiographie erschienen. »Trotz alledem« ist ein faszinierendes Werk der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Es ist ein anschauliches Beispiel für das Vermögen eines starken Charakters, seinen Jugendträumen zu folgen und ein Leben lang daran zu arbeiten, diese zu verwirklichen. H I E R geht es zu meiner Besprechung.

Mach´s gut, Hannes. DANKE für fünfzig wunderbare Jahre!

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Mehr von mir über HANNES WADER:

• Zum 70. Geburtstag von Hannes Wader

• Wader und Wecker in memoriam Franz Josef Degenhardt

• Hannes Wader hat große Pläne

• Hannes Wader, Klaus Hoffmann, Reinhard Mey, Herman van Veen & Romy Haag

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Leipziger Buchmesse 2017: Self-Publishing im Interview

März 28, 2017
by Ruprecht Frieling
Leipziger Buchmesse, Lektorat, Literaturagent, Self-Publishing
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Rupi on air LogoDie Leipziger Buchmesse qualifiziert sich immer mehr zu einer farbenfrohen, lebendigen Bühne für neue wie auch bereits etablierte verlagsunabhängige Autoren und hängt Frankfurt in dieser Hinsicht locker ab. Ich hatte das große Vergnügen, auch 2017 wieder erfolgreiche Autoren der Self-Publishing-Szene befragen  zu dürfen. Die unterhaltsam angelegten Interviews vermitteln aktuelle Sichtweisen und geben Tipps und Tricks. In den Playern können die jeweils halbstündigen Interviews angehört werden. HIER geht es weiter →

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Hinter den Kulissen von Amazons CreateSpace

März 30, 2016
by Ruprecht Frieling
Amazon
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Eingang der CreateSpace-Druckerei in Leipzig. Fotos: © Ruprecht Frieling

»Willkommen im Club der 2 Millionen« grüßt das Schild über dem Eingang der CreateSpace-Druckerei im Leipziger Amazon Zentrum. Mehr als zwei Millionen Bücher sind bis März 2016 durch diese Fertigungsstrecke gelaufen und es werden täglich mehr. Ruprecht Frieling besuchte eine der interessantesten Druckereien Europas. HIER geht es weiter →

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Self-Publisher auf der Leipziger Buchmesse 2016

März 22, 2016
by Ruprecht Frieling
buchmesse, Self-Publisher
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Die Leipziger Buchmesse profiliert sich immer stärker zu einer Messe der Autoren. Dies spiegelte sich beispielhaft in den vielen Ständen, die rund um Amazon und Tolino in der Halle 5 zu finden waren. In vorderster Front, gleich an der Bühne autoren@Leipzig fand sich der Stand des Selfpublisher-Verbandes e.V., der als offizieller Partner der Leipziger Buchmesse erstmalig an der Ausstellung teilnahm.

Volker und Claudia Pertermann aus Leipzig sind Fans vom »Bücherprinz«:

Volker und Claudia Pertermann aus Leipzig sind begeisterte Fans vom »Bücherprinz«

Geboten wurden neben Informationen über die Vertretung der deutschsprachigen Self-Publisher ein Einblick in die Vielfältigkeit des Schaffens der Selbst-Verleger: mehr als 150 verschiedene Titel aus allen Genres vom Roman über Lyrik bis zum Sachbuch wurden gezeigt. Viele Autoren waren persönlich zugegen und kamen mit ihren Lesern ins Gespräch. HIER geht es weiter →

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