
Pressefotograf Jürgen Henschel bannte Zeitgeschichte auf Film. Sein berühmtestes Foto: Benno Ohnesorg stirbt in den Armen von Friederike Dollinger. Hier als Titelbild des FU-Spiegel 58, entnommen dem Ausstellungskatalog »Jürgen Henschel. Fotochronist im geteilten Berlin«
Dieses Foto hat Geschichte geschrieben: Aufgewühlt ruft eine junge Frau um Hilfe. Sie stützt den Kopf des sterbenden Studenten Benno Ohnesorg, der von dem Berliner Polizisten Kurras von hinten erschossen wurde. Der Fotograf der grausigen Szene heißt Jürgen Henschel. Zum 100. Geburtstag des Chronisten würdigt das Schöneberg Museum das Gesamtwerk des Bildberichterstatters.

In einer groß angelegten Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin bis zum 31. Oktober 2017 »Die Erfindung der Pressefotografie«. Ausgewählt wurden rund 350 Fotografien aus der insgesamt fünf Millionen Fotos umfassenden Sammlung Ullstein. Am Beispiel der Ullstein-eigenen »Berliner Illustrirten Zeitung« (BIZ) wird aufgezeigt, wie sich die Pressefotografie zu einem eigenen Genre entwickelte HIER geht es weiter →

Shelfie von Prinz Rupi mit Miniatur seiner Schreibstube
Petra Gust-Kazakos hat eine Idee aufgegriffen, die im englischsprachigen Sprachraum bereits seit einiger Zeit Furore macht: Sie veröffentlicht auf ihrem Blog Shelfies, das sind Selfies (Selbstporträts) buchaffiner Menschen, die sich und ihre Bücherregale (= shelf) vorstellen. Auf der Foto-Plattform Instagram, berichtet das Wall Street Journal, wurden bereits 50.000 dieser Shelfies veröffentlicht.
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Wie kaum ein anderer hat Robert Lebeck den Fotojournalismus in Deutschland geprägt. Anlässlich seines 80. Geburtstages waren im Berliner Martin-Gropius-Bau klassische Reportagen und Portraitserien aus einem halben Jahrhundert im Rahmen einer großen Werkschau zu sehen. Ruprecht Frieling traf den Meisterfotografen dort zum Gespräch.
Robert Lebecks Karriere als Fotoreporter begann mit einer geschenkten Kamera. Der 23jährige startete seine Laufbahn mit einem Porträt des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, der dem jungen Mann zufällig vor die Linse lief. Adenauer zu fotografieren kann nur nützlich sein, dachte der angehende Reporter und schaffte es mit einem Porträtfoto auf Anhieb auf die Titelseite einer Heidelberger Lokalzeitung. Der Lohn der Mühe betrug acht DM, seinerzeit der übliche Preis für eine Schwarzweißabbildung. Davon konnte ein Bildberichterstatter weder leben noch sterben.
Lebeck hatte Zeit seines Lebens den richtigen Riecher. Der Autodidakt erkannte, dass alles eine Frage der richtigen Adresse ist. Deshalb schickte er seine Fotos zu einer Illustrierten und hatte gleich wieder Erfolg. Doch diesmal betrug das Honorar 75 DM, und damit war klar, für wen der Fotoreporter künftig arbeiten wollte.
Seine Karriere verlief von nun an steil bergauf. Er wurde Frankfurter Büroleiter der Zeitschrift »Revue«, danach Fotoreporter bei »Kristall«. 1961 erschien sein Buch »Afrika im Jahre Null«, und Henri Nannen entdeckte ihn für den Stern. Er warb Lebeck ab und ließ ihn als ersten deutschen Reporter in New York arbeiten. Später stieß Lebeck zur Zentralredaktion in Hamburg und gab 1977 gemeinsam mit Klaus Happrecht ein kurzes Intermezzo als Chefredakteur von »Geo«.
Bis 1994 war Lebeck für den »Stern« tätig. Er veröffentlichte hunderte Bildreportagen und zahlreiche Bildbände. Dabei legte er besonders Augenmerk auf die Großen der Zeit, auf Staatsmänner und Künstler, denn der Geschäftsmann im Fotografen wusste, wie stark derartige Motive gefragt sind.
Die Berliner Werkschau gliedert die Exponate thematisch. In Räumen wie »Jazz« begegnet der Besucher Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Lionel Hampton, Duke Ellington, Oscar Peterson und anderen Jazzgrößen.
»Hurra wir leben noch« sind Fotos aus den Nachkriegsjahren überschrieben. Da feiert und tanzt man von Stuttgart bis St. Pauli in staubgrauen Trümmerstädten, da treffen Heimkehrer aus der Gefangenschaft mit Wattejacken, Holzkoffern und zerschlissenen Schuhen in Durchgangslagern ein, und da bauen Menschen aus Ruinen und Baracken neues Leben auf.
Es gibt einen Saal der »Köpfe der Politik«. Ein anderer Raum ist Künstlerportraits gewidmet. Vor allem Romy Schneider hatte es Lebeck angetan, der den Star als »der kamerafreundlichste Mensch, den ich jemals vor die Linse bekommen habe« bezeichnet.
Robert Lebeck starb am 14. Juni 2014 im Alter von 85 Jahren.
