
Geballtes Infotainement zur Leipziger Messe: Ruprecht Frieling interviewt Marah Woolf
Vom 15. bis zum 18. März findet die traditionell im Frühjahr stattfindende Leipziger Buchmesse 2018 statt. In diesem Jahr bestreite ich dort zum Stichwort »Autoren im Kreuzverhör« täglich zwei Talkshows. HIER geht es weiter →

Carla hat zwar Zoologie studiert, jedoch nur einen Job als Tierpflegerin im Reptilienhaus bekommen. Dort träumt die stramme Blondine, dass sie in einem Urwald von Wilden entdeckt und zu deren Königin gemacht wird. Dies erregt ihre Fantasie und schon steht sie unter der Dusche, streichelt ihre Brüste und masturbiert. Doch ihr Tagewerk ist noch nicht beendet, ein Kollege bittet sie, die geklonten Raptoren mit einer jungen Ziege zu füttern …

Ruprecht Frieling freut sich über den Gewinn eines iPad 4
Mit einer Urkunde und dem neuesten iPad Mini beglückwünschte mich das Team der Plattform Federfy als Gewinner des Schreibwettbewerbs 2017.
Für das Federfy-Team begründeten Michael Huber und Geschäftsführer Thomas Brust die Entscheidung: »Ihre Geschichte „Doppelmord“ erfüllt nicht nur alle Kriterien, die wir aufgestellt haben, sie hat auch bei unserer Beratung und Abstimmung im Team eine klare Mehrheit gefunden.«
Federfy ist eine kostenlose App für Menschen, die Pausen oder Wartezeiten gerne mit literarischen Inhalten verbringen möchten. Autoren und Fotografen können ihre Werke einem weltweiten Publikum präsentieren, indem Bilder und Stories verknüpft werden. Federfy lädt Autoren und Fotografen ein, die Plattform zu nutzen und ihre Arbeiten dem Publikum vorzustellen

Heinz Zander »Selbst als Manierist mit Schlafmütze«, 1989
Bis zum 4. Februar war im neu eröffneten Potsdamer Museum Barberini eine Ausstellung zu sehen, die das Selbstverständnis der Bildenden Künstler der DDR hinterfragen will. Dazu werden rund 100 Gemälde, Grafiken, Collagen, Fotografien und Skulpturen von 80 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern vorgestellt. HIER geht es weiter →

© Eulenspiegel
Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!
Erich Kästner
Inmitten schwirrender Engel, barocker Putten, pinkelnder Möpse, krächzender Hühner und farbenprächtiger Kleinstlandschaften thront mit einer schwarzen Katze Dietlind Preiss. In jahrzehntelanger Feinarbeit schuf die gebürtige Ostpreußin, die es auf der Flucht mit den Eltern nach Hannover verschlug, einen eigenen Kosmos von Kunst, Kitsch und Kram. Hier entstanden hunderte Unikate, die Kunstliebhaber in aller Welt fanden.
Bauen und Basteln faszinierte Dietlind Preiss von jungen Jahren an. Die studierte Englisch- und Geschichtslehrerin und spätere Kinderpsychotherapeutin begann in ihrer Freizeit, sich mit dem Sammeln und Verarbeiten von Trödel und Elektroschrott zu beschäftigen.
Als engagierte Umweltschützerin und Mitgründerin der Hannoveraner »Grünen« widmete sie sich vorrangig dem Thema Energieverbrauch. Besonders die Erfindung von Energiesparlampen weckte ihr Interesse, und sie baute individuelle Lampen mit geringen Betriebskosten. Mit diesen Lampen wiederum staffierte sie ein Café aus, das sie eröffnete. Diese Leuchtkörper kontrastierten mit überbordendem Schmuck zur nüchternen Sparsamkeit. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Gäste wesentlich größeres Interesse an ihren Lampen statt am Verzehr von Kaffee und Kuchen zeigten und diese auch kauften.
So kam ihr die Erleuchtung, sich ausschließlich auf die Schöpfung sogenannter Lichtgestalten zu stürzen. Dietlind Preiss begann, klitzekleine LED-Spots in ihre Kunstwerke zu verbauen, die wiederum Solarzellen befeuern, deren Kraft ausreicht, Miniaturmotoren anzutreiben. Dabei griff sie nicht nur auf vorhandene Teile und Elemente zurück, sondern modellierte, brannte und bemalte eigene Skulpturen.
Fabelwesen für ein Bestiarium, kleine Alltagsszenen mit meist schrägen Bezügen, Arbeiten, die sich mit Weltreligionen, Glaube, Unglaube, Götter und Dämonen befassen, erblickten das Licht der Welt. Es entstand eine Wunderkammer des skurrilen Geschmacks, ein Tempel der Freude am Spiel mit Licht, Formen und Farbe.
Dietlind Preiss, Jahrgang 1940, schuf in ihrem Leben hunderte einzigartige Kunstwerke, die in aller Welt gezeigt wurden und Sammlerherzen begeisterten. Die Stadt Hannover widmete ihrem Bestiarium 2013 im Kestner-Museum eine eigene Ausstellung. Dabei kam es fast zu einem Skandal, denn der Ausstellungsleiter wählte einen pinkelnden Mops als Motiv für das großformatige Plakat. Die Abbildung dieses Exponates erzürnte eine freudlose Landtagsabgeordnete, die meinte, die öffentliche Moral der niedersächsischen Landeshauptstadt sei bedroht. Die Aussteller reagierten mit viel Humor und bildeten auf einem weiteren Plakat nochmals den Hund ab. Diesmal jedoch von hinten, so dass jeder sehen konnte, warum der farbenfrohe Kerl ein Bein hob, denn seine goldene Fontäne war entsprechend illuminiert.

Männerdenkmal
Leistung auf Knopfdruck. Sauber werden ist die erste menschliche Leistung, die verlangt wird. Männer füttern ihr Ego mit Leistung, bei Frauen reicht schon »schön sein« eine kurze Zeit. Dieser Hund auf dem Sockel pinkelt auf Knopfdruck mit Licht, statt mit Wasser mit LEDs und Lisaplastik. Keramik, Messing, Acryl, Holz, 20 Watt Halogen, Trafo. Ca. 20 x 20 x 35 cm

Susanna im Bade
Ein römischer fliegender Penis umkreist Susanna nach dem Bade. Sie schlägt mit der Fliegenklatsche nach ihm. Keramik, Messing, Holz, Motor, LED Licht. Ca. 18 x 18 x 28 cm

Prunkvoller Umzug
Prunkvoller Umzug mit Überresten (pompa magnifica reliquiae). Naturfundstücke, Messing, Acryl, LED-Lichter, Netzteile. Ca. 30 x 17 x 30 cm; Wagen Ca. 18 x 18 x 23 cm; Frosch.

Damenmops
Weisser Mops mit Händchen, Pfötchen, Frauenmündchen, Kleinem Herzschrittmacher. Bellt auf Knopfdruck, blinkt und leuchtet. Keramik, Messing, Holz, 20 Watt Acryl, Schaltung Trafo. Ca. 35 x 22 x 37 cm

Teufelchen und Steinzeitvenus drehen sich umeinander, und er puschelt mit seinem Federdreizack um ihre Figur. Keramik, Messing, Holz, 2 Motoren, 20 Watt Halogen, Trafo. Ca. 20 x 20 x 25 cm. Fotos der Kunstobjekte: Grafikgemeinschaft blattwerk
Die am 21. Oktober 1940 in Sensburg im damaligen Ostpreußen geborene Künstlerin Dietlind Preiss verstarb am 20. Juni 2021 in Hannover im Alter von 80 Jahren.
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Schon lange hat es mir in den Fingern gejuckt, Wolf Wondratscheks wundervollen Text »Wertbeutel-Verordnung der Deutschen Bundespost« aus seinem Werk »Früher begann der Tag mit einer Schusswunde« der geneigten Öffentlichkeit darzubieten. HIER geht es weiter →

Asterix® – Obelix® – Idefix ® / © 2017 Les Éditions Albert René
René Goscinny, einer der bekanntesten Comicautoren des 20. Jahrhunderts, schuf neben anderen Figuren den unbeugsamen Gallier Asterix. Inzwischen ist der großartige Künstler mehr als 40 Jahre tot, während sein Werk lebt und blüht.

Comic-Autor René Goscinny an der Schreibmaschine • Asterix® – Obelix® – Idefix ® / © 2017 Les Éditions Albert René
René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Buenos Aires, nachdem seine Eltern 1928 nach Argentinien gezogen waren. Schon in der Grundschule erwachte sein Interesse an Comics, aber niemand nahm von dieser Leidenschaft ernsthaft Kenntnis. Als sein Vater starb, ging der 19-jährige im Oktober 1945 nach New York und hoffte auf eine Anstellung bei Walt Disney. Doch er putzte vergeblich die Türklinken der Verleger, und auch Werbeagenturen verkannten sein Talent.
1950 zog René Goscinny zurück nach Europa. Er ließ sich in Brüssel nieder, wo er erstmals Texte zu Comics veröffentlichte. Zu seinen ersten Erfolgen zählten Geschichten um den sympathischen Westernheld Lucky Luke. 1951 begegnete Goscinny dem Zeichner Albert Uderzo, mit dem ihm eine lange und fruchtbare Freundschaft beschieden war. Gemeinsam schufen sie den Indianer Umpah-Pah sowie ihren mit Abstand größten Erfolg, den Gallier Asterix und seine unbeugsame Dorfgemeinschaft.

1959 erschien Asterix-Band No. 1
Asterix wurde speziell für den Start der erstmals 1959 erschienenen französischen Jugendzeitschrift Pilote erfunden. Goscinny wurde deren langjähriger Chefredakteur, Uderzo wurde Artdirektor. Die erste Seite der ersten Geschichte (Asterix der Gallier) erblickte in der Nullnummer dieser Zeitschrift das Licht der Welt und wurde später dann in der offiziellen Nummer 1 vom 29. Oktober 1959 veröffentlicht. Die Asterix-Abenteuer wurden in Fortsetzungen von jeweils ein bis zwei Seiten erstveröffentlicht und später in Comic-Alben zusammengefasst in den Handel gebracht. Die ursprüngliche seitenweise Veröffentlichung prägt den Ablauf der früheren Geschichten: Sie enden auf jeder Seite mit einer spannenden Situation, einem sogenannten Cliffhanger, um zum Kauf des nächsten Heftes anzuregen.

Der jüngste Band: Asterix in Italien
René Goscinny starb im Alter von nur 51 Jahren am 5. November 1977 in Paris bei einem ärztlichen Belastungstest an einem Herzinfarkt. Sein Werk wurde von Albert Uderzo fortgeführt, viele Fans vermissen jedoch den Humor und das erzählerische Können Goscinnys.
Bis zum Redaktionsschluss dieses Beitrages sind 37 Asterix-Bände erschienen, darunter 35 mit einer albenlangen Geschichte. Zuletzt erschien Asterix in Italien (Band 37) am 19. Oktober 2017. Die Bände wurden anfangs von René Goscinny getextet und von Albert Uderzo gezeichnet. Nach dem Tod Goscinnys während der Arbeit an Asterix bei den Belgiern begann Uderzo auch die Texte zu schreiben.

Menschenfleisch? Igitt! Foto: © Ruprecht Frieling
Nika Lubitsch aka Monika von Ramin ist die erste selbst verlegende Autorin im deutschsprachigen Raum, deren Werk fürs Fernsehen adaptiert wurde. Das ZDF produzierte ihren Krimi »Der 7. Tag« zur besten Sendezeit und erreichte damit überdurchnittlich viele Zuschauer: 6.190.000 sahen sich den spannenden Streifen an. Wie der Krimi von Nika Lubitsch ins ZDF kam, wollte ich von der Schriftstellerin persönlich erfahren und besuchte sie zum Interview.
Wie ein Albtraum beginnt der ZDF-»Fernsehfilm der Woche« »Der 7. Tag«, der erstmals am 23. Oktober 2017 um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde.
Sybille Thalheim (Stefanie Stappenbeck) wacht in einem fremden Hotelzimmer auf, in ihrer Hand ein blutverschmiertes Messer. Alles sieht danach aus, als habe sie einen Mord begangen. Die Polizei ist im Anmarsch, Sybille selbst erinnert sich an nichts. Panisch flieht sie. Der Tote ist ihr verschollen geglaubter Mann, der Notar Michael Thalheim (Steve Windolf).
Anderthalb Jahre zuvor hatte sich Michael mit 20 Millionen Euro an veruntreuten Mandantengeldern nach Südamerika abgesetzt. Ohne eine Erklärung hatte er die damals schwangere Sybille zurückgelassen. Sie verlor ihr Haus, ihren gesamten Besitz – und ihr Baby. Obwohl ihre Trauer und die Wut auf Michael grenzenlos sind, ist Sybille sicher, dass sie nicht die Mörderin ihres Mannes ist. Um ihre Unschuld zu beweisen, macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Die Kommissare Tanja Braungart (Josefine Preuß) und Rainer Warnke (Henning Baum) sind ihr dicht auf den Fersen.
Hilfe bekommt Sybille von ihrer Freundin Gabi (Katharina Schüttler) und deren Mann Ullrich Henke (Marcus Mittermeier), Michaels früherem Kanzleipartner. Stück für Stück schließt sich Sybilles Gedächtnislücke. Sie fängt an zu begreifen, in welch großer Gefahr sie sich tatsächlich befindet.
Das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Nika Lubitsch schrieb André Georgi. Roland Suso Richter führte Regie.
