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Ritter von der Rolandnadel – die Schlaraffen erstmals öffentlich

November 07, 2025
by Ruprecht Frieling
Freundschaft, Humor, kunst, Schlaraffen
16 Comments
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Cover Buch "Ritter von der Rolandnadel"

Mit »Ritter von der Rolandnadel«, einem ebenso verspielten wie fundierten Buch öffnet Autor Prinz Rupi erstmals die Tore zur Welt der Schlaraffen – eines einzigartigen Weltbundes, der seit über 160 Jahren, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, die Ideale von Kunst, Humor und Freundschaft pflegt.

In atmosphärischen Reportagen und eindrucksvollen Porträts, die nach Tiefeninterviews entstanden, führt er seine Leserinnen und Leser durch das Reich der »Ritter von der Rolandnadel« und begegnet deren Mitgliedern: visionären Künstlern, wortgewandten Erzählern, leidenschaftlichen Musikern, Freigeistern und Individualisten.

Ritter von der Rolandnadel - Urenkelin Sissy Hallenstein

Sissy Hallenstein, Urenkelin einer der Gründer des Schlaraffenbundes, öffnet erstmals ihre Archive © Fotos : Prinz Rupi

Mit Liebe zum Detail und historischem Tiefgang rekonstruiert der Autor die Anfänge der Schlaraffia im Prag des 19. Jahrhunderts, als Schauspieler und Künstler eine Gegenwelt zur bürgerlichen Enge schufen. Im Zentrum stehen jedoch lebendige Charakterporträts heutiger Schlaraffen, die die intellektuelle Vielfalt des Bundes verkörpern.

Ritter von der Rolandnadel - Humor wird großgeschrieben

Humor ist eine der drei Säulen der Ritter von der Rolandnadel …

So trifft ein überzeugter Narr aus Mallorca auf einen schmunzelnden Juristen aus Osnabrück und einen Wortakrobaten aus dem Ruhrgebiet – jede Miniatur zeichnet ein facettenreiches Bild gelebter Individualität und gemeinschaftlicher Kreativität. Zugleich spart der Autor kritische Themen nicht aus: Er schreibt über die Herausforderungen des Vereinslebens in einer zunehmend digitalisierten Welt, über Mitgliederschwund, historisches Erbe und die Frage nach einer zeitgemäßen Öffnung.

Ritter von der Rolandnadel: Kunst ist eine wichtige Säule

… Kunst ist die zweite Säule des Bundes …

Das Buch vereint Reportage, Porträtband und literarische Erzählung – ein greifbares Zeitdokument über ein lebendiges Kulturprojekt jenseits des Mainstreams.

Ritter von der Rolandnadel: Freundschaft und Gemeinschaft spielen eine wesentliche Rolle

… und Freundschaft wird von den Schlaraffen als dritte Säule genannt

Autor Prinz Rupi kennt die Schlaraffen seit einem halben Jahrhundert. Für die vorliegende Veröffentlichung hat er sich jahrelang im Inneren der Schlaraffia umgesehen – mit journalistischer Genauigkeit und poetischer Leichtigkeit entstand so ein stimmiges, vielstimmiges Porträt einer außergewöhnlichen Kulturgemeinschaft, die seit 1859 weltweit einen eigenwilligen, inspirierenden Beitrag zur deutschsprachigen Kultur leistet. Im Fokus stehen dabei Männer, die Ideale wie Toleranz, Freiheit, Gleichheit und die unbändige Kraft der Kreativität pflegen.

Rolandnadel 3D

Bibliografische Angaben
Prinz Rupi
Ritter von der Rolandnadel
Die Schlaraffen: Kunst, Humor und Gemeinschaft seit 1859
Charles Verlag 2025

Hardcover, 344 Seiten, 70 Fotos und Grafiken, Lesebändchen
ISBN: 978-3-910408-20-3
Ladenpreis 29,00 € (DE), 29,90 € (A)

Schlaraffen Banner

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Was ist Erfolg? Oder: Scheitern als kreativer Prozess

Februar 09, 2025
by Ruprecht Frieling
Kreativität, kunst, Künstler, Scheitern
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Manchmal ist das Scheitern der erste Schritt zu etwas Wundervollem – ein kreativer Raum, in dem neue Ideen blühen können.

Manchmal ist das Scheitern der erste Schritt zu etwas Wundervollem – ein kreativer Raum, in dem neue Ideen blühen können. © Prinz Rupi

Scheitern als kreativer Prozess

Wer seine Kunst aufgibt, gibt sich selbst auf. Solange es geht, sollten wir daran festhalten. Manchmal ist man ziemlich weit unten. Doch dann hilft einem die Kunst, wieder aufzustehen. In diesem Sinne könnten wir das Jahr 2025 als Jahr des kreativen Scheiterns begrüßen. HIER geht es weiter →

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KI-Kunstgalerie in Schloss Lilllliput rockt

September 12, 2022
by Ruprecht Frieling
Freundschaft, Humor, KI-Kunst, kunst, Kunstgalerie, Schloss Lilllliput
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Blick in die KI-Kunstgalerie von Schloss Lilllliput

Ohne Scheu kletterten kleine und große Kinder in den Bauwagen, der die kleinste KI-Kunstgalerie des Universums beherbergte. Sie diskutierten die Bilder und erkannten die teils surrealen Umsetzungen bekannter Märchen. © Ruprecht Frieling

Busladungen interessierter Brandenburger fluteten am vergangenen Sonnabend im Rahmen der Schlössernacht Gassen und Plätze von Schloss Lilllliput. Die Besucher genossen das einzigartige Gesamtkunstwerk mit seinem unvergleichlichen Flair. Viele kamen von weit her, um die Eröffnung der weltweit ersten KI-Kunstgalerie mit Arbeiten von Prinz Rupi zu sehen. HIER geht es weiter →

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Joseph Beuys: Ein Künstler folgt seinem Stern

Mai 12, 2020
by Ruprecht Frieling
Ausstellungen, Bücherprinz, Joseph Beuys, kunst, Zeitgeist
8 Comments
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Joseph Beuys

Während meiner PR-Arbeit für eine internationale Kunstausstellung lernte ich den seinerzeit schon weltberühmten Joseph Beuys kennen. Als Seelenverwandte schlossen wir spontan Freundschaft.

Professor Wilhelm A. Kewenig, Senator für kulturelle Angelegenheiten im einstmaligen Westberlin, hatte mich anno 1981 zum Pressesprecher der geplanten Ausstellung »Zeitgeist« berufen. Diese repräsentative Schau der Neuen Wilden im frisch restaurierten Martin-Gropius-Bau direkt an der Berliner Mauer bescherte der Stadt international positive Schlagzeilen und schrieb  Kunstgeschichte.

Während meiner Tätigkeit, es war für ein paar Monate ein Knochenjob rund um die Uhr, lernte ich den omnipräsenten Joseph Beuys kennen. Wir wurden Freunde.

Beuys Hirschdenkmal

»Hirschdenkmäler« nannte Joseph Beuys seine gewaltige Installation im Atrium des Martin-Gropius-Baus

Beuys: Ein Künstler folgt seinem Stern

Ruprecht Frieling zum 99. Geburtstag des Ausnahmestars

Durch meinen Einsatz als Pressesprecher der Kunstausstellung »Zeitgeist« begegnete ich internationalen Künstler wie Julian Schnabel, Cy Twombly, Andy Warhol, Salomé, A. R. Penck, Sandro Chia, Markus Lüpertz, Georg Baselitz, Mimmo Paladino und Jörg Immendorf. Sie kamen auf ein Schwätzchen in mein Pressebüro, wenn sie an ihren Installationen arbeiteten oder sich mit Hängung ihrer Bilder beschäftigten.  Fluxus-Künstler Joseph Beuys, dem ich bei seiner ironischen Installation »Hirschdenkmäler« und beim Druck der Arbeit »Goldener Hase« in der Steglitzer Druckerei Hentrich helfen durfte, freundete sich sogar mit mir an. Er blieb mir bis zu seinem frühen Tod im Januar 1986 verbunden.

Bei dem »Hirschdenkmal« im Gropius-Bau handelte es sich um einen kolossalen Lehm-Berg, mit dem Beuys als Soziale Plastik eine völlig neue Kategorie in der Kunst schaffen wollte. Lehm galt ihm als Stoff der Erde, und so wurden Wagenladungen des schweren Materials in das Atrium des ehemaligen Kunstgewerbemuseums gekippt.

200 Kubikmeter Erdreich sollte in dem historischen Lichthof aufgetürmt werden. Der Boden hätte die tonnenschwere Last keinesfalls ausgehalten, das Gebäude wäre ernsthaft beschädigt worden. Deshalb wurde das Kunstwerk mit großen Styroporblöcken unterfüttert, auf die dann der Lehm aufgebracht wurde.

Zeitgeist Martin Gropius Bau Stein und Ott

Plakat der Ausstellung »Zeitgeist«. Das Berliner Künstlerduo Stein & Ott schuf das Poster auf der Grundlage eines Kristalls von Cy Twombly

Neben dem Mount Everest aus Lehm errichteten wir ein grünes Zweipersonenzelt, das dem Meister Unterschlupf für sein monatelanges Arbeiten am Kunstwerk bieten sollte. Alles trug Werkstattcharakter und wirkte so authentisch, als sei der Kunst-Schamane Tag und Nacht beschäftigt, mit Kelle und Spaten das Denkmal zu errichten und hätte dazu seine komplette Werkstatt eigens von Düsseldorf nach Berlin verlegt. Das war jedoch pure Show!

Eines Morgens hatte ich das Vergnügen, dem Morgenmagazin des SFB ein Vorausinterview über die kommende Ausstellung geben zu dürfen. Es war gegen sieben Uhr in der Frühe. Wir standen vor dem noch unfertigen Lehm-Haufen im Atrium des Museums, und ich erklärte blumenreich, dass sich Meister Beuys die Seele aus dem Leib schufte, um das Opus termingerecht zu vollenden. Das Interview lief wie am Schnürchen. »Lassen Sie uns den Künstler selbst befragen, er wohnt doch hier im Zelt«, schlug die Reporterin plötzlich vor. Heiliger Bimbam, das war eine Livesendung! – Was sollte ich tun?

Beuys hatte in Wahrheit keine Minute in dem Unterschlupf verbracht, das Zelt diente ausschließlich der Inszenierung. »Das ist eine tolle Idee«, säuselte ich in das Mikrophon, »aber gerade um diese Zeit joggt Professor Beuys wie jeden Morgen ums Haus, um fit zu bleiben. In einer guten halben Stunde ist er wieder hier!«. Zu der Zeit war die Sendung natürlich längst vorüber. – Schwitz! – Das ging gerade noch einmal gut. Ein Pressesprecher muss sich eben auch gut herausreden können, gerät er einmal in die Klemme. – Meister Beuys jedenfalls amüsierte sich königlich über die Geschichte.

Joseph Beuys und »Berlin okkult«

Als Öffentlichkeitsarbeiter, PR-Clown und Hofnarr stand ich unter einem permanenten Erfolgszwang. Dies trieb mich von Höhepunkt zu Höhepunkt, und jeder Gipfel musste höher sein als der zuvor erklommene. Ich brannte wie eine Zündschnur. Die Mahnung meiner Freunde, mein Pulver vorsichtiger zu verschießen, erreichte mich nicht.

Aufgrund der Vielzahl der Ereignisse und Aktionen war ich extrem aufgeputscht und fühlte mich wie ein Tänzer auf dem Vulkan des Zeitgeistes. Von früh bis spät hüpfte ich wie ein aufgezogener Roboter zwischen den verschiedenen Büros umher, in denen ich Mitarbeiter hatte, die alles umsetzen mussten. Dabei war mir stets bewusst, wie hauchdünn das Eis war, auf dem ich meine Pirouetten drehte. Da ich kein Freund von ausgefeiltem Taktieren und Schleimen war, das direkte Wort und die ehrliche Aussprache bevorzugte, entschloss ich mich, mir ein zusätzliches Standbein zu schaffen, das mich von den Launen des Marktes absichern sollte und baute meinen Verlag aus.

Joseph Beuys mit Fahrrad

Joseph Beuys – mit Fahrrad auf den Stufen des Düsseldorfer Schlossturms, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 019_0073

Wesentlich für den Markterfolg eines Verlages ist nur in seltenen Fällen die Qualität seiner Bücher. Oft sind schon ein fetziger Titel und eine poppige Verpackung bares Geld wert. Diese Erfahrung machte ich, als ich 1985 den ersten esoterischen Stadtführer der Welt ersann. Die Idee für dieses ausgefallene Projekt entstand an einem sonnigen Nachmittag, den ich mit meinem Mitstreiter Michael Scharna an der Havel verlebte.

Wir freuten uns des prächtigen Wetters, rauchten ein wenig Gras, träumten den vorüberziehenden Booten nach und plauderten über den aktuellen Trend, der in jenen Tagen deutsche Lande in Bann schlug. Es ging um das Boomen von Wahrsagern, Hellsehern und Heilern, die Stadt und Land überschwemmten.

»Lass uns ein Telefonbuch mit Interviews und Fotos von all diesen Typen zusammenstellen«, schlug ich vor und wusste im gleichen Augenblick. Dieses Stadtadressbuch musste »Berlin okkult« heißen, und es sollte Joseph Beuys gewidmet sein, der mich bei der Zusammenarbeit an den Hirschdenkmälern zu mehr Verrücktheit und Originalität motiviert hatte.

Um die Idee vorab zu testen, setzte ich mich noch in der gleichen Nacht an mein Telefaxgerät. Diese seinerzeit von Redaktionen gern genutzten Geräte sind mittlerweile nur noch in Museen zu bestaunen. Mit Hilfe eines Lochstreifens konnten Texte an eine beliebige Zahl von Empfängern versandt werden. Ich verfasste einen schmissigen Werbetext, schickte ihn an einige hunderte Zeitungsverlage und kündigte das Erscheinen des Stadtführers »Berlin okkult« an. Die Resonanz war überwältigend!

Nahezu alle angeschriebenen Redaktionen vom »Spiegel« bis zum »Börsenblatt des deutschen Buchhandels« druckten ohne Rückfrage oder weitere Prüfung die Meldung ab, so als hätten sie nur darauf gewartet. Das Thema lag offensichtlich voll im Trend. Vielleicht lag es am Halleyschen Kometen, der Ende April 1986 mit Supergeschwindigkeit auf die Erde zu (und auf einer elliptischen Bahn wieder zurück in die Weiten des Weltraums) raste und bereits im Vorfeld ein wildes Lamento heiliger Hannahs über das Ende der Welt auslöste?

Das auf die Presseberichte folgende monströse Leserecho schlug alle Rekorde. Nach wenigen Tagen türmten sich insgesamt 32.000 Bestellungen aus dem Handel und von Privatleuten auf meinem Schreibtisch. 32.000 Leute wollten »Berlin okkult« besitzen und lesen! In meiner gesamten Laufbahn habe ich nie wieder einen solch spontanen Blitzerfolg eines Einzeltitels erlebt, der lediglich als lokale Neuerscheinung angekündigt wurde. Heute noch beeindruckt mich der Sturm der Ereignisse, der mit einer einzigen kurzen Telex-Meldung losgetreten wurde.

Zunächst einmal schuf diese Bestellflut ein echtes Problem. Denn der durch meine Pressenotiz gepuschte und stark vorbestellte Titel existierte bislang nur in der Phantasie. Es war noch keine Zeile geschrieben, kein Foto geschossen worden. Mir war nur verschwommen klar, was in dem Buch stehen sollte, und mir wurde massiv mulmig im Magengrund.

Joseph Beuys: »Mach es einfach!«

Verzweifelt rief ich Beuys an. Joseph schmunzelte über die Geschichte und meinte, nun müsse ich halt ran und das Buch liefern. »Mach es einfach«, posaunte er mir ins Ohr, und ich tat es.

Berlin okkult Titel

Als Hommage an Joseph Beuys entstand im Frieling-Verlag 1985 der Bestseller »Berlin okkult«

Blitzschnell wurde Material für ein 96-seitiges Taschenbuch zusammengetragen, recherchiert und geschrieben. Wir tippten die Texte sauber mit einer Typenradmaschine in Blocksatz auf Bögen, die zuvor mit einem Rahmen aus Letraset-Reibefolie verziert worden waren. Parallel dazu wurden aktuelle Fotos geschossen. Einem jungen Mädchen mit besonders ausdrucksstarken Augen wurde ein Tuch umgelegt und ein Tablett mit zwei Kerzen und einem Totenkopf in die Hand gedrückt, den sie dem Betrachter entgegenstreckte. Damit entstand das unheimliche Porträt einer jungen Hexe. In jedem Keller zwischen Kreuzberg und Charlottenburg schien es plötzlich Hexenbeschwörungen und schwarze Messen zu geben.

Die halbe Stadt schien außerdem Beziehungen mit Außerirdischen zu pflegen. Auf einem unserer Fotos dokumentierten wir eine betagte Berlinerin, die mit Kopfhörern vor einem Kurzwellenradio hockte, über das sie in Kontakt mit Verstorbenen trat. Es meldeten sich Frauen, die sich von Ufo-Besatzungen geschwängert glaubten und schworen, von der Venus zu stammen. Hobbymaler fielen in Trance, während ihnen Geister aus anderen Sphären die Hand führten und ausgefallene Bilder zu Papier brachten, die geheimnisvolle Schutzengel und Wohnhöhlen der Fabelwesen zeigten.

Eine Fotografie zeigte einen indischen Heilslehrer mit Turban und weißem Bart, der im Lotussitz auf einem Tisch thronte und hunderten Jüngern predigte. Alles war wahr, wirkte aber erst in der Zusammenschau richtig.

Michael Scharna 2010

Der heute in Costa Rica lebende Bildjournalist und Autor Michael Scharna leistete wesentliche Arbeit an »Berlin okkult«

Das gestern noch links und antiautoritär eingestellte Westberlin sehnte sich plötzlich nach spiritueller Erlösung. Sekten, Glaubensvereinigungen und Freikirchen schossen wie Krokusse in der Frühlingssonne ans Licht. Wir veröffentlichten alle Adressen und Angebote, derer wir habhaft wurden. Gemischt wurden diese Informationen und Berichte mit historischen Stichen und Zeichnungen. So entstand ein lebendiger Stadtführer, der den Eindruck vermittelte, er führe den Leser tatsächlich geradewegs in die esoterische Gegenwelt der Stadt.

Durch den Erfolg bei »Rock-City« angespornt, wurden zusätzlich noch Anzeigen besorgt. Wir gewannen Magier, Kartenleger und Astrologen, die neue Kunden suchten und bereitwillig für viel Geld ganzseitige Anzeigen in dem auflagenstarken Branchenführer schalteten. Schnell fanden sich Leute, die in Berlin Internationale Astrologietage veranstalten wollten und unser Medium als Werbeträger nutzten, um Berlins Internationales Kongresszentrum ICC zu füllen.

Über Nacht wurde das Buch schließlich in einem Moabiter Großbetrieb gedruckt und gebunden. Ich rechnete mit dem Schlimmsten und machte mich aufgrund der schnellen Produktionsweise von insgesamt knapp vier Wochen auf heftige Kritik gefasst. Doch Frechheit siegt, und Verlag, Herausgeber und Redaktion wurden mit Lob überhäuft. Vor allem die esoterische Szene war ganz erpicht auf den Titel; allein der Berliner Esoterikbuchhändler Richard Schikowski in der Motzstraße 30 verkaufte im Handumdrehen mehr als tausend Exemplare der Veröffentlichung. – Mein Finanzamt erinnert sich heute noch gern an diese Sternstunde.

Die Freundschaft zu Joseph Beuys hatte sich damit auch in verlegerischer Hinsicht ausgezahlt. Kurz darauf, im Januar 1986, wurde ihm der Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg verliehen.

Beuys 1985

Joseph Beuys wenige Monate vor seinem plötzlichen Tod am 23. Januar 1986

Nur elf Tage später, am 23. Januar, verstarb der Meister in seinem Atelier am Drakeplatz 4 in Düsseldorf-Oberkassel nach einer Entzündung des Lungengewebes an Herzversagen. Er wurde 64, während ich auf meinen 34. Geburtstag zusteuerte. Seine Asche wurde in der Nordsee beigesetzt.

Joseph Beuys war für mich ein fast väterlicher Freund, der mich bestärkte, meinem Stern treu zu bleiben. Der Schelm hatte wie kaum ein anderer den Schwachsinn unseres Kunstbetriebs verinnerlicht und bewusst damit gespielt, um sich zu verwirklichen. Mein Lebensmotto »Folge deinem Stern« bekam durch dieses Ausnahmetalent neue Nahrung und prominente Unterstützung. Dafür bleibe ich ihm dankbar und verbunden.


Cover BuecherprinzDer Text über Joseph Beuys

entstammt

meiner Lebensabschnittsgeschichte

»Der Bücherprinz«.


 

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Wie ich zum Spinnenmann wurde

April 11, 2019
by Ruprecht Frieling
Düsseldorf, K21, kunst, museum
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Saraceno Orbit Duesseldorf3

In 25 m Höhe kann man sich im Düsseldorfer K21 in einen Spinnenmenschen verwandeln. Alle Fotos: © Ruprecht Frieling

Wie ich zum Spinnenmann wurde

Über der Piazza des Kunstmuseums K21 in Düsseldorf schwebt in rund 25 Metern Höhe ein riesiges Spinnennetz. Das ist die Rauminstallation in orbit des 1973 geborenen argentinischen Performance- und Installationskünstlers Tomás Saraceno. Besonders Mutige dürfen hinauf ins Netz und sich dort wie gewaltige Spinnen bewegen, und ich will mutig sein – der Kunst zuliebe.

HIER geht es weiter →

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Der Mond am Baukran im PalaisPopulaire

November 24, 2018
by Ruprecht Frieling
Ausstellungen, Berlin, Installation, kunst, PalaisPopulaire, Zilla Leutenegger
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Leutenegger Moondiver

Zilla Leutenegger: Moondiver II • Foto & Video: © Ruprecht Frieling

Der Mond ist aufgegangen. Als Projektionsfläche für Romantik, Eroberungs- und Entdeckungsfantasien beschäftigt sich die Schweizer Künstlerin Zilla Leutenegger mit dem Erdtrabanten. Zur Eröffnung des PalaisPopulaire in Berlin schuf sie eine faszinierende Installation unter dem Titel »Moondiver II« . HIER geht es weiter →

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Galerie Beuteltier-Art zeigt kubanische Kunst

November 01, 2018
by Ruprecht Frieling
Ausstellungen, Beuteltier-Art, Galerie, Kuba, kunst, Leipzig
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susanne hoehne

Mit Hingabe betreibt die Leipziger Galeristin Susanne Höhne ihre Beuteltier-Art-Galerie

Erstmals werden jetzt in der Leipziger Galerie Beuteltier-Art Bilder des kubanischen Malers Zenen Vizcaino Ortiz aus privater Sammlung gezeigt. Zur Eröffnung lese ich aus meinen Kolumnen und werde dabei von dem Leipziger Musiker Rocco Weiß begleitet. HIER geht es weiter →

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Michael Hutter: Ein Hieronymus Bosch der Neuzeit

September 27, 2018
by Ruprecht Frieling
Apokalypse, Dystopie, Galerie, Hieronymus Bosch, köln, kunst, Kunstkrake, Michael Hutter, Surrealismus
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Michael Hutter 1

Besucher der Kölner Reinkarnation Art Academy vor Michael Hutters Triptychon »Der Triumph des Fleisches« Fotos: © Ruprecht Frieling

Michael Hutters verstörende Bilderwelt erinnert an Hieronymus Bosch: Außerirdische Monster und Schlingpflanzen mit Krakenarmen umspinnen bildschöne junge Frauen. Der skelettierte Tod beobachtet ein junges Paar beim Liebesspiel. Nackte Menschen versuchen verzweifelt, grässliche Monstren zu bändigen. Affen zeigen den Schönen einen Spiegel und damit ihre Vergänglichkeit. Überall lauert Gier, Geilheit, Gewalt. Ruprecht Frieling hat den Künstler mit der unheimlichen Phantasie in Köln getroffen.

Michael Hutter 7

Michael Hutter vor »Hide and Seek in the Devil´s garden«

Der Maler, Illustrator und Autor Michael Hutter lebt in Köln. Die Visionen von Himmel und Hölle, von Fegefeuer und Jüngstem Gericht, die von der katholischen Amtskirche als Kinderschreck farbenprächtig beschworen werden, wühlten den 1963 geborenen bereits in jungen Jahren auf. Nun spiegeln sie sich in seinen Arbeiten wider.

Michael Hutter spürte früh sein Interesse, sich mit Pinsel und Farbe auszudrücken. Von 1983 bis 1986 war er Schüler an der ehemaligen FH Köln im Fachbereich Freie Malerei bei Professor Karl Marx. Kurz darauf entstanden die ersten Gemälde-Zyklen.

Michael Hutter und Hieronymus Bosch

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Detail aus »Der Triumph des Fleisches«

Hutter zeigt Lust und Laster, wie sie in den sieben Todsünden gepredigt werden: Wollust, Zorn, Neid, Völlerei, Hochmut, Trägheit und Habgier sind Gegenstand seiner Arbeit. Für ihn ist Gott das wahre Monster, und die Hölle existiert auf Erden. Dabei wohnt allem Sündenfall ein hocherotisches Spannungsmoment inne, bei dem vor allem das weibliche Geschlecht erstaunlich aktiv ist.

Der Maler erinnert sowohl thematisch als auch technisch an den niederländischen Renaissance-Maler Hieronymus Bosch (1450-1516), dessen teils rätselhafte Darstellungen unverändert faszinieren. Wie Bosch verewigt Hutter in Öl auf Holz dämonische Fabelwesen und Figuren neben zwei- und vierbeinigen Wesen mit teils abscheulichen Tierköpfen. Seine Bestiarien sind in hohem Maße allegorisch angelegt.

»Dem erbärmlichen Geist ist es zu eigen, stets nur Klischees und niemals eigene Einfälle zu verwenden.« Hieronymus Bosch

Michael Hutter 6

Detail aus »Der Triumph des Fleisches« mit Selbstbildnis des Künstlers als Äffchen

Analog zum Triptychon »Der Garten der Lüste« von Bosch hat Michael Hutter das dreiteilige Tafelwerk »Der Triumph des Fleisches« geschaffen.

Im linken Flügel kommt eine Menschenkette einen Berg hinunter, auf dessen Gipfel ein Unterseeboot ähnlich einer Arche Noah gestrandet ist. An der Spitze dieser Prozession porträtiert sich der Künstler am Gängelband einer stolzen Frau als mageres Äffchen mit steifem Genital sogar selbst.

Michael Hutter 5

Detail aus »Der Triumph des Fleisches«, Öl auf Holz

Auf dem rechten Flügel des Dreiteilers tanzen Nackte befreit einen Reigen um einen Obstbaum, auf dem Äpfel der ewigen Jugend wachsen und lieben sich in Blütenkelchen.

Auf der Mitteltafel kämpfen Menschen nahezu verzweifelt gegen Monsterwesen, die sie gebären und wieder verschlingen. Im Hintergrund fährt ein Dampfzug über eine hohe Brücke in Richtung Stadt.

Michael Hutter: «Exodus – Der letzte Zug«, Sammlung Frieling

Michael Hutter malt die Apokalypse

Die fauchende Lokomotive taucht auch in seiner Arbeit »Exodus – Der letzte Zug« auf. Während eine endlos lange Schlange merkwürdig gewandeter Gestalten aus einer mittelalterlichen Stadt im eisigen Hochgebirge flieht, entgleist der letzte Zug mitsamt seiner Waggons auf einem Viadukt und stürzt Feuer speiend und laut krachend in die Tiefe.

Das Gemälde wirkt wie eine Illustration der letzten Zeile des berühmten Gedichts »Weltende« von Jakob van Hoddis aus dem Jahre 1910: »Eisenbahnen fallen von den Brücken.« Hutters Bildwelt ist Apokalypse pur, wenn sich des »eisernen Himmels blutende Tore« (Hoddis) öffnen. Seine Dystopie in Öl wirkt gleichermaßen erschreckend wie erlösend.

Die Hölle schafft sich selbst. Wir Menschen sind die wahren Dämonen. Das ist das Gesetz unserer Natur.

Mehr über Michael Hutter: https://www.kunstkrake.de

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Die Wunderwelt der Dietlind Preiss

November 30, 2017
by Ruprecht Frieling
Dada, Kitsch, Kram, kunst, Wunderkammer
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Dietlind Preiss

Dietlind Preiss mit ihrer 17-jährigen Lieblingskatze im Wunderwelt-Labor Fotos: © Ruprecht Frieling

Inmitten schwirrender Engel, barocker Putten, pinkelnder Möpse, krächzender Hühner und farbenprächtiger Kleinstlandschaften thront mit einer schwarzen Katze Dietlind Preiss. In jahrzehntelanger Feinarbeit schuf die gebürtige Ostpreußin, die es auf der Flucht mit den Eltern nach Hannover verschlug, einen eigenen Kosmos von Kunst, Kitsch und Kram. Hier entstanden hunderte Unikate, die Kunstliebhaber in aller Welt fanden.

Dietlind Preiss Engel bewegt

Ein schwirrender Engel wird von einer Solarzelle gespeist

Dietlind Preiss begann mit Lampen

Bauen und Basteln faszinierte Dietlind Preiss von jungen Jahren an. Die studierte Englisch- und Geschichtslehrerin und spätere Kinderpsychotherapeutin begann in ihrer Freizeit, sich mit dem Sammeln und Verarbeiten von Trödel und Elektroschrott zu beschäftigen.

Als engagierte Umweltschützerin und Mitgründerin der Hannoveraner »Grünen« widmete sie sich vorrangig dem Thema Energieverbrauch. Besonders die Erfindung von Energiesparlampen weckte ihr Interesse, und sie baute individuelle Lampen mit geringen Betriebskosten. Mit diesen Lampen wiederum staffierte sie ein Café aus, das sie eröffnete. Diese Leuchtkörper kontrastierten mit überbordendem Schmuck zur nüchternen Sparsamkeit. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Gäste wesentlich größeres Interesse an ihren Lampen statt am Verzehr von Kaffee und Kuchen zeigten und diese auch kauften.

Dietlind Preiss

Dietlind Preiss vor blinkendem und blitzendem Kunstobjekt

So kam ihr die Erleuchtung, sich ausschließlich auf die Schöpfung sogenannter Lichtgestalten zu stürzen. Dietlind Preiss begann, klitzekleine LED-Spots in ihre Kunstwerke zu verbauen, die wiederum Solarzellen befeuern, deren Kraft ausreicht, Miniaturmotoren anzutreiben. Dabei griff sie nicht nur auf vorhandene Teile und Elemente zurück, sondern modellierte, brannte und bemalte eigene Skulpturen.

Fabelwesen für ein Bestiarium, kleine Alltagsszenen mit meist schrägen Bezügen, Arbeiten, die sich mit Weltreligionen, Glaube, Unglaube, Götter und Dämonen befassen, erblickten das Licht der Welt. Es entstand eine Wunderkammer des skurrilen Geschmacks, ein Tempel der Freude am Spiel mit Licht, Formen und Farbe.

Dietlind Preiss und der pinkelnde Hund

Dietlind Preiss und Ruprecht Frieling

Freunde: Dietlind Preiss und Ruprecht Frieling

Dietlind Preiss, Jahrgang 1940, schuf in ihrem Leben hunderte einzigartige Kunstwerke, die in aller Welt gezeigt wurden und Sammlerherzen begeisterten. Die Stadt Hannover widmete ihrem Bestiarium 2013 im Kestner-Museum eine eigene Ausstellung. Dabei kam es fast zu einem Skandal, denn der Ausstellungsleiter wählte einen pinkelnden Mops als Motiv für das großformatige Plakat. Die Abbildung dieses Exponates erzürnte eine freudlose Landtagsabgeordnete, die meinte, die öffentliche Moral der niedersächsischen Landeshauptstadt sei bedroht. Die Aussteller reagierten mit viel Humor und bildeten auf einem weiteren Plakat nochmals den Hund ab. Diesmal jedoch von hinten, so dass jeder sehen konnte, warum der farbenfrohe Kerl ein Bein hob, denn seine goldene Fontäne war entsprechend illuminiert.

Dietlind Preiss pinkelnder Hund

Männerdenkmal
Leistung auf Knopfdruck. Sauber werden ist die erste menschliche Leistung, die verlangt wird. Männer füttern ihr Ego mit Leistung, bei Frauen reicht schon »schön sein« eine kurze Zeit. Dieser Hund auf dem Sockel pinkelt auf Knopfdruck mit Licht, statt mit Wasser mit LEDs und Lisaplastik. Keramik, Messing, Acryl, Holz, 20 Watt Halogen, Trafo. Ca. 20 x 20 x 35 cm

 

Dietlind Preiss Susanna im Bade

Susanna im Bade
Ein römischer fliegender Penis umkreist Susanna nach dem Bade. Sie schlägt mit der Fliegenklatsche nach ihm. Keramik, Messing, Holz, Motor, LED Licht. Ca. 18 x 18 x 28 cm

 

Dietlind Preiss Prunkvoller Umzug

Prunkvoller Umzug
Prunkvoller Umzug mit Überresten (pompa magnifica reliquiae). Naturfundstücke, Messing, Acryl, LED-Lichter, Netzteile. Ca. 30 x 17 x 30 cm; Wagen Ca. 18 x 18 x 23 cm; Frosch.

 

Dietlind Preiss Mops

Damenmops
Weisser Mops mit Händchen, Pfötchen, Frauenmündchen, Kleinem Herzschrittmacher. Bellt auf Knopfdruck, blinkt und leuchtet. Keramik, Messing, Holz, 20 Watt Acryl, Schaltung Trafo. Ca. 35 x 22 x 37 cm

 

Dietlind Preiss Goettin und Teufel

Teufelchen und Steinzeitvenus drehen sich umeinander, und er puschelt mit seinem Federdreizack um ihre Figur. Keramik, Messing, Holz, 2 Motoren, 20 Watt Halogen, Trafo. Ca. 20 x 20 x 25 cm. Fotos der Kunstobjekte: Grafikgemeinschaft blattwerk

Nachtrag

Die am 21. Oktober 1940 in Sensburg im damaligen Ostpreußen geborene Künstlerin Dietlind Preiss verstarb am 20. Juni 2021 in Hannover im Alter von 80 Jahren.

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Lügenmuseum schließt: Liebe futsch, Revolution vorbei, Spaghetti kalt

Juli 12, 2010
by Ruprecht Frieling
Dada, Gesamtkunstwerk, kunst, Lügenmuseum, museum
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Das Lügenmuseum mit Gründer Reinhard Zabka

Sir Richard von Gigantikow aka Reinhard Zabka: der letzte Dadaist im wilden Osten • Foto: Ruprecht Frieling

Die lange Odyssee des Lügenmuseums

Nach jahrelangem Rechtsstreit wurde das Lügenmuseum im brandenburgischen Gantikow zum 22. Juli 2010 fristlos gekündigt. Das Gutshaus, in dem das Museum 20 Jahre lang residierte, musste nach einer Fristverlängerung bis zum 31. Oktober 2010 besenrein geräumt werden. Das von dem Künstler Reinhard Zabka geführte Museum hatte sich mit seinen ungewöhnlichen Präsentationen und Aktionen in den letzten Jahren zu einem Publikumsmagneten in der Region entwickelt. Zwanzig Jahren lang konnten die Besucher erleben, wie Zabka an diesem Lügenmuseum arbeitete und seinem Leitspruch folgte: Ziele nach dem Mond, selbst wenn du ihn verpasst, wirst du zwischen den Sternen landen. Inzwischen hat das Lügenmuseum einen neuen Standort in der Kötzschenbrodaer Strasse 39, 01445 Radebeul, gefunden. Aber auch hier wollen die Kulturpolitiker lieber »repräsentative« Kunst statt einen Ort ungestümer Kreativität. Die Odyssee scheint damit noch nicht zu Ende …

Liebe futsch, Revolution vorbei, Spaghetti kalt

Ruprecht Frieling besucht das einzige deutsche Lügenmuseum

Die Ostprignitz nordwestlich von Berlin birgt Namen aus der Schatzkarte von Theodor Fontane: Die Ortschaft Ribbeck findet sich dort, Sitz derer von Ribbeck und heute noch Standort des viel zitierten Birnbaums. Nachfolger des berühmten Landadeligen sind wieder in den verschlafenen Flecken gezogen und vertreiben Birnenschnaps. Schloss Rheinsberg, das in der DDR-Zeit verdiente Ausgebrannte des Volkes beherbergte, übte schon Anziehungskraft auf Kurt Tucholsky aus. Heute laden über 50 Festsäle und Kabinette, darunter der Muschelsaal, zu einer Reise in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ein. Und in Kampehl lockt seit Jahrzehnten eine der unheimlichsten Mumien der Welt, der mumifizierte Ritter Kahlbutz mit seiner schrägen Geschichte. Damit ist das Potpourri an bekannten Sehenswürdigkeiten allerdings bereits weitgehend erschöpft. HIER geht es weiter →

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  • Ein Theremini für Stummfilmpianist Graf Bothmer
  • Der visionäre Redakteur – Porträt des Chefredakteurs der Schlaraffen-Zeitung
  • Ritter von der Rolandnadel – die Schlaraffen erstmals öffentlich
  • Wie Angst lenkt – und warum sie ein gefährliches Machtinstrument ist
  • Der Uhu – Symbol der Weisheit, Hüter des Geistes, Bruder im Scherz
  • Neues Buch von Prinz Rupi – »Chaos, Karma, Katastrophen«
  • Der Karajan vom Schillerplatz – eine persönliche Leseempfehlung
  • Mama Lauda im Heustadel – Hochzeit im Idyll
  • Der lachende Uhu – ein schlaraffischer Lyrik-Wettbewerb
  • Sippenhaft 2.0 – Die moralische Verurteilung durch Nähe
  • Verlernen wir das Lesen?
  • Leipziger Buchmesse 2025: TikTok, Tüll und Tausende Teilnehmer
  • Wie man einen alten Ochsen in Gang bringt. Eine Allegorie
  • Was ist Erfolg? Oder: Scheitern als kreativer Prozess
  • Bleib dir selbst treu!
  • Gedicht-Wettbewerb »Der lachende Uhu«
  • Buchrevolution 2025: Selfpublishing im Turbomodus – Wie KI den Markt überschwemmt
  • Ein Leben für die Kultur: Zum Abschied von Manfred Eichel
  • Zyn – die moderne Sucht
  • Fesselnde Porträts: Prinz Rupis »Der Karajan vom Schillerplatz«
  • Lesekultur im Wandel: Überlebt das Buch?
  • Lexika im digitalen Zeitalter: Warum gedrucktes Wissen unersetzlich bleibt
  • Die Weisheit des Hofnarren oder: Die Last der Sorgen
  • Prinz Rupi liest Groteske von Hermann Harry Schmitz
  • Abschied mit Wehmut: Clown-Museum Leipzig schließt
  • Abschied von John Mayall: Der Vater des britischen Blues
  • Teuflisches Opern-Spektakel: »Der Freischütz« in Bregenz
  • Spektakulär: Steampunk Meißen 2024
  • Kunst trifft Natur: Prinz Rupis Meisterwerke im Rosengarten Forst
  • Schreiben bleibt die schönste Nebensache der Welt …
  • Girl from Tokyo – ein Prompt im Vergleich
  • Warum wir essen, wie wir essen: Eine Reise in die Vergangenheit
  • BoD vs. KDP/Amazon: Über Leistungsversprechen und »Compliance«
  • Ein Jahrhundert Franz Kafka: Die zeitlose Relevanz eines literarischen Genies
  • Ich habe einen Joint gedreht – was nun? Ein Ratgeber für Kiffer
  • Leipzig im WGT-Fieber: Das Festival der Schwarzen Szene
  • Die Geschichte vom Zeitvertreib und der verlorenen Stunde
  • HILFE: Mein Hund hat AD(H)S!
  • Der Nussknacker-Modus
  • Für alle Freunde des Western: »Das Grenzerbuch«
  • Neuerscheinung: »Die Schöpfung« von Prinz Rupi
  • Siegfried Sack † – Der sakrale Bildhauer
  • Lutz Görner ist tot. Ein Abschied
  • Möhrenmassaker im Osterland
  • Leipziger Buchmesse zwischen Tradition und Trend
  • Fotograf Jürgen Henschel: Der Mann mit der Leiter
  • Prinz Rupi im Jahr des Drachen
  • Wenn schwarze Schweine träumen
  • Der Mythos von der Unentbehrlichkeit
  • Tausche Zement gegen Hemingway
  • Unsere Zukunft ist in Gefahr. Prinz Rupi sagt NEIN!
  • Prinz Rupi spricht Friedrich Nietzsche: »Vereinsamt«
  • KRISENMODUS – Wort des Jahres 2023
  • PISA-STUDIE: Brauchen wir überhaupt noch Schulen?
  • Leinwand-Lyriker RALPH TURNHEIM rockt den Stummfilm
  • CHRISTIAN MORGENSTERN: Die unmögliche Tatsache
  • Fünf Lehren über das Geld aus »DER KLEINE PRINZ«
  • Dunkel war’s, der Mond schien helle
  • Sprachverwirrung Deluxe: Wenn DIKTATSOFTWARE zum Dichter mutiert
  • Dampf & Design: Werdau im STEAMPUNK-Fieber
  • Literarisches Comeback: „DER BÜCHERPRINZ“ auf der Frankfurter Buchmesse
  • JOHN McLAUGHLIN – Legende des Fusion
  • BUCHBERLIN 2023 im Bild: Ein Fest für Buchliebhaber
  • Oper EUGEN ONEGIN in Barcelona
  • CHRIS FARLOWE und Colosseum: Auftritt der alten Meister
  • Mit Zahnrad, Zylinder und Magie: STEAMPUNK im sächsischen Freital
  • NEW HEALING FESTIVAL: ein Fest der Sinne
  • Schönheit hat ihren Preis
  • Prinz Rupis »Ring des Nibelungen«: Keine Sekunde Langeweile
  • Mampe zeigt 100 KI-BILDER zum Thema Elefanten
  • Mit Zahnrad und Zylinder: Meißen taucht in STEAMPUNK ein
  • Prinz Rupi lässt bei Mampe 100 ELEFANTEN fliegen
  • Hitze, Haut und Humor: Ein morbides Sommerabenteuer
  • Prinz Rupi zeigt Steampunk-Kunst in Meißen
  • Frisch auf die Ohren: Gratis-Hörbücher vom »Roboter Archimedes«
  • John Lennons »Yellow Submarine« jetzt im Lügenmuseum
  • »Angriff der Killerkekse«: Sarkasmus und schwarzer Humor treffen auf Alltagssituationen
  • »Stress im Cyberspace«: Prinz Rupis sarkastischer Blick auf die digitale Welt
  • Interview mit NAPOLEON BONAPARTE: »Die Feder ist mächtiger als das Schwert«
  • Patricia Strunk: Anwältin wird Fantasy-Autorin
  • PUPSALOT IST DA!
  • Ist Text-Ki ein stochastischer Papagei?
  • Clemens Brentano: Alliteration als Stilmittel
  • Orgelmusik trifft KI-Bildersymphonie
  • Uwe Kullnick: »Prinz Rupi ist der kreativste Mensch, den ich persönlich kenne«
  • Martin Regenbrecht: Büchermachen ist ein Vergnügen
  • Das liebestolle Krokodil – Eine KI-Groteske
  • Was ist Künstliche Intelligenz? – Die KI antwortet im Interview
  • Helmut Rosenthal – Der Lionel Hampton von Hermsdorf
  • Sensationsfund in Sachen OTTO BÖGEHOLZ
  • Die Legende vom Schlaraffenland
  • Chris Farlowe: Eine lebende Legende des Blues
  • Ki für Einsteiger: Der Tanz ums goldene Kalb
  • 20 Begegnungen auf der BuchBerlin 2022
  • KI fördert Neugier, Spieltrieb und Fantasie
  • KI-Kunstgalerie in Schloss Lilllliput rockt
  • KI-Kunst: Der Osnabrücker Friedenspanzer
  • Premiere im Buchmarkt: Erstmals KI-Kurzkrimi erschienen
  • René Magritte – Wegbereiter der KI-Kunst
  • Praxisbericht: Prinz Rupi erklärt KI-Kunst
  • Prinz Rupi zeigt seine KI-Kompositionen in Schloss Lilllliput
  • »ABC der Verlagssprache« neu erschienen
  • Internet intern: Darum gewinnen Neuerer
  • Bregenz: Premiere von »Madame Butterfly« säuft ab
  • Weltberühmt durch Selfpublishing?
  • Breaking News: Prinz Rupi angebissen!
  • 80 Jahre Hannes Wader
  • 70 Jahre Prinz Rupi – Eine Nachbetrachtung
  • Unbewusste Kräfte aktiv nutzen
  • Wie nutze ich ein Pseudonym richtig? – Alles über Künstler-, Tarn- und Decknamen
  • Neue Kinderbuchreihe: Der Roboter Archimedes
  • Kunst gegen Krieg und Kanonen
  • Autor sucht Verleger: Wie finde ich einen Verlag für mein Buch?
  • Wie man erfolgreich E-Books verkauft
  • Stilkunde: Alliteration und Tautogramm
  • Mit Büchern das gefrorene Meer der Zeit löchern
  • Die heißesten Fotos von der BuchBerlin 2021
  • Self-Publishing-Day 2021 in Wort und Bild
  • Siri hilft beim Wählen. Eine Satire
  • Samstagnachmittag zu Hause
  • Prinz Rupi besucht Schloss Lilllliput
  • 1-Satz-Literaturclub feiert Jubiläum
  • Feuchtes Erwachen
  • Ich habe ein Buch geschrieben – Was nun?
  • Clubhouse: Heisser Scheiss mit Suchtgefahr
  • Weihnachtspost im Zeichen der Corona-Pandemie
  • Prinz Rupi wagt den Covid-Test
  • Bye, Bye, Thomas R. P. Mielke
  • Sex ist mies. Beat ist mies. Eine Farce
  • Möhren, Mohren, Moritaten
  • Pest-Lektüre: Die Maske des Roten Todes von E. A. Poe
  • Bye, bye, Phil May!
  • Joseph Beuys: Ein Künstler folgt seinem Stern
  • Hurra! Es gibt wieder Klopapier!
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  • Der Große Corona-Maskenball
  • Kurzausflug in einer Höllenmaschine
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  • Sicherheit durch Kaffeefilter gegen Viren?
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  • Leipziger Buchmesse 2020 wegen Corona abgesagt
  • Kino: PARASITE bietet grandiose Satire
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  • JOJO RABBIT – Kann man über Hitler lachen?
  • Eberhard Kleinschmidt (80), der älteste Slammer Deutschlands
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  • Hab Sonne im Herzen – auch in schweren Zeiten
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  • Brunopolik – Scheitern als Teil der Kunstproduktion?
  • Der Hase im Rausch
  • Wie Axel Hollmann Schriftsteller wurde. Porträt eines Self-Publishers
  • Nulla dies sine linea – Über den Schreibzwang
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  • Ein Komma kann Leben retten
  • Ahoj-Brausepulver gegen Hitzekoller. Ein Geständnis
  • Bregenzer Festspiele 2019: »Rigoletto« am Bodensee
  • Wie konzentriere ich mich beim Schreiben?
  • Parkbank-Lesung bei Bruthitze: 12 Fotos, die jeder sehen muss
  • Jennifer Hilgert: Innehalten!
  • Muss ein Autor fließend schreiben können?
  • 8. LoveLetterConvention – das ultimative Fest für Fans des Liebesromans
  • Self-Publishing-Day 2019 bricht zu neuen Ufern auf
  • Berlin-Tiergarten: Literatur auf der Parkbank
  • Manfred L.: Ich bin der schreibende Leichenflüsterer
  • In welchem Kostüm kommt Lady Gaga zum Self-Publishing-Day 2019?
  • Lektorat? – Nein, danke!
  • Hanami – Das farbenfrohe Fest der Kirschblüte
  • Franz Michael Felder: Der schreibende Bauer
  • Auf einen Kaffee mit Elke Becker
  • Auf eine Tasse Tee bei Tanja Neise
  • Wie ich zum Spinnenmann wurde
  • Die Buchkritik ist tot. Lang lebe die Buchkritik!
  • Deutschland-Video von Rammstein provoziert
  • Lügen, Likes und Liebesschwüre
  • Was sind Sterne-Bewertungen bei Büchern heute wert?
  • Torsten S., der rasende Lokalreporter
  • Susanne Höhne: Galeristin aus Leidenschaft
  • Stephan Graf von Bothmer: Stummfilmpianist mit Kultstatus
  • Deutschland, mein Wintermärchen
  • Mila Vázquez Otero: Kunstwerke aus Papiermaché
  • Erich Mühsam: Latente Talente
  • Der Fall Relotius und die Autoren
  • Crowdfunding für Kunstprojekte: Mit Moos mehr los
  • Mehr als 1 Million Besucher auf Prinz Rupis YouTube-Kanal
  • Potsdam: 1. Buchmesse der Autoren und Verlage
Sämtliche Texte und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird anwaltlich verfolgt. © Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi, Berlin
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