
»Der Lachende Uhu« heißt ein Gedicht-Wettbewerb, zu dem die Schlaraffia Lietzowia und die Prinz Rupi Stiftung einladen. Illustration: © Prinz Rupi Kulturstiftung
Mit überwältigendem Erfolg ging der Gedicht-Wettstreit der Schlaraffia Lietzowia e.V. und der Prinz-Rupi-Kulturstiftung zu Ende: 343 Teilnehmerinnen und Teilnehmer reichten mehr als 1.000 Gedichte ein – ein eindrucksvoller Beleg für die Begeisterung am kreativen Spiel mit Sprache und Vers.
Unter dem Motto »Der lachende Uhu« waren Literaturfreunde dazu eingeladen, Gedichte rund um den Uhu – den Wappenvogel der Weisheit, des Wissens und der Kultur – oder die Tierwelt im Allgemeinen zu verfassen. Gesucht wurden kreative und inspirierende Texte, die sich auf besondere Weise mit der faszinierenden Welt der Tiere auseinandersetzen.
Eine unabhängige Jury wird in den kommenden Monaten drei herausragende Gedichte küren und mit Geldpreisen auszeichnen. Aufgrund der überwältigenden Teilnahme wird zudem je ein Gedicht pro Autorin bzw. Autor in einer Anthologie veröffentlicht. HIER geht es weiter →

Buchrevolution made by TikTok und Microsoft: Giganten erobern die Buchbranche. Illustration: © Prinz Rupi
2025 steht eine Buchrevolution bevor, denn die Branche steht vor einer epochalen Veränderung: Microsoft und TikTok, zwei Giganten der Technologie- und Social-Media-Welt, rufen eigene Buchverlage ins Leben. Gleichzeitig strömen unzählige von Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Titel über Selfpublishing-Plattformen auf den Markt. Diese Entwicklungen werden nicht nur die Art und Weise, wie Bücher entstehen und vertrieben werden, ändern, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf Autoren und das Urheberrecht haben. Vor allem die Sichtbarkeit der Bücher »echter« Autoren wird dadurch massiv eingeschränkt.
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Wir seien beide wohl vergnügungssüchtig, schrieb mir Manfred Eichel unmittelbar vor seinem jähen Herztod am 14. November 2024 in einer seiner Mails zur Mitternacht. Er hatte gerade mein jüngstes Buch gelesen, das hatte ihm gefallen, und er wollte mich zu weiteren gemeinsamen Kulturevents motivieren. Das Schicksal wollte es anders. HIER geht es weiter →
Zyn heißt das Produkt eines neuen Rituals, das sich in den USA ausbreitet und Begehrlichkeiten auch in Europa weckt: Immer mehr Menschen schieben sich ein kleines Beutelchen zwischen Oberlippe und Zahnfleisch. Das Produkt, schlicht »Zyn« genannt, stammt aus dem Hause Philip Morris, bekannt durch die Marke Marlboro. Ohne den Rauch der Zigarette, aber mit hoher Nikotindosis, verspricht Zyn eine moderne Sucht ohne tödlichen Qualm. In einer Gesellschaft, die zunehmend auf Effizienz und Diskretion setzt, scheint Zyn wie das perfekte Produkt. HIER geht es weiter →
In seinem Buch »Der Karajan vom Schillerplatz« präsentiert Prinz Rupi außergewöhnliche Persönlichkeiten in lebendigen und fesselnden Porträts – Künstler, Denker, Pioniere und Alltagshelden, die durch Unverwechselbarkeit, Mut und Entschlossenheit bleibende Spuren in der Geschichte hinterließen. »Der Karajan vom Schillerplatz« erzählt von Menschen, deren außergewöhnliche Lebenswege die deutsche Gesellschaft über Epochen hinweg geprägt haben.

Lesekultur im Wandel: Zwischen der Stille des Buches und dem Getöse digitaler Ablenkungen © Prinz Rupi
Überlebt das Buch? – Stirbt das Buch? – Das Lesen und der Umgang mit dem gedruckten Wort erleben eine tiefgreifende Veränderung. Diese Entwicklung ist maßgeblich durch den Einfluss digitaler Technologien, sozialer Medien und die schier unendliche Menge an verfügbaren Informationen geprägt. Auch wenn das Lesen von Büchern nicht unmittelbar in Gefahr ist, steht es vor ernsthaften Herausforderungen, die sich aus gesellschaftlichen und technologischen Umbrüchen ergeben. HIER geht es weiter →
Ein Plädoyer von Prinz Rupi
Ich löse meine Bibliothek auf. Die von mir zusammengetragenen Bücher bilden eine eigene Sammlung. Es ist eine Bibliothek des Spezialwissens oder um den Gegenstand meiner Leidenschaft zu klassifizieren: Ich sammele Lexika. Nun verkleinere ich mich und suche einen Abnehmer. Doch das ist schwierig. Denn Nachschlagewerke, die in meiner Jugend noch wie pures Gold gehandelt wurden, scheinen im Wikipedia-Zeitalter wertlos. Antiquare wenden sich bereits mit Händen und Füßen gegen den Ankauf der schweren Folianten. Wir erleben eine Ära des Wertewandels.
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Es war einmal ein Königreich, in dem ein Hofnarr namens Tullio regierte – zumindest in den Herzen der Menschen. Seine Aufgabe bestand darin, den König und seine Untertanen zu erheitern, doch seine Worte trugen oft eine tiefere Weisheit in sich.
Eines Tages, während einer prächtigen Festlichkeit, trat Tullio vor den König und fragte: »Majestät, was ist schwerer zu tragen: die Krone auf dem Kopf oder die Sorgen im Herzen?«
Der König, in bester Laune, lachte laut und antwortete: »Natürlich die Krone, Narr! Sie ist aus purem Gold und wiegt schwer auf meinem Haupt.«
Tullio grinste schelmisch und begann, eine Geschichte zu erzählen:
In einem fernen Land lebte einst ein Bauer namens Jakob, der nur einen einzigen Ochsen besaß. Eines Tages lief der Ochse weg, und alle Dorfbewohner kamen zu Jakob und sagten: ‚Wie schrecklich!‘
Jakob antwortete nur: ‚Wer weiß, was gut oder schlecht ist?‘
Einige Tage später kehrte der Ochse zurück – und brachte eine ganze Herde wilder Pferde mit. Die Dorfbewohner waren erstaunt und sagten: ‚Wie wunderbar!‘
Doch Bauer Jakob blieb gelassen: ‚Wer weiß, was gut oder schlecht ist?‘
Jakobs Sohn versuchte, eines der wilden Pferde zu reiten, fiel herunter und brach sich ein Bein. Die Dorfbewohner bedauerten ihn und sagten: ‚Wie schrecklich!‘ Jakob entgegnete wieder: ‚Wer weiß, was gut oder schlecht ist?‘
Wenig später brach Krieg aus, und alle jungen Männer des Dorfes wurden eingezogen, außer Jakobs Sohn, der wegen seines gebrochenen Beins verschont blieb. Die Dorfbewohner jubelten: ‚Wie glücklich ihr seid!‘
Doch Jakob sagte erneut: ‚Wer weiß, was gut oder schlecht ist?'“
Tullio blickte in die Runde und schloss: »Majestät, das Leben ist wie ein Narrenspiel. Die Krone mag schwer sein, doch es sind die Sorgen im Herzen, die wir oft selbst erschaffen, indem wir Dinge sofort als gut oder schlecht bewerten. Lasst uns wie Jakob sein und mit einem offenen Geist durch das Leben gehen.«
Der König war still und dachte nach.
Dann lächelte er und sagte: »Vielleicht trägst du die schwerere Last, Tullio. Denn es ist eine Kunst, Weisheit in das Gewand des Humors zu hüllen.«
Und so wurde Tullio, der Narr, nicht nur zum Liebling der Menschen, sondern auch zur Stimme der Weisheit am Hofe.
Bei dem Text handelt es sich um eine Fechsung zum 1. Schlaraffischen Hofnarren-Konvent in Boston, Oktober 2024
© Prinz Rupi 2024

Hermann Harry Schmitz bekommt einen Füllfederhalter aus Amerika und weiß nicht, damit umzugehen KI-Bild © Prinz Rupi
Hermann Harry Schmitz gilt als Großmeister der literarischen Groteske. Geboren am 12. Juli 1880 in Düsseldorf als Sohn eines Fabrikdirektors, zeichnete sich Schmitz durch seine grotesken und surrealen Erzählungen aus, die ihn zu einem einzigartigen Autor seiner Zeit machten.
Nach einer abgebrochenen Schulausbildung und einer kaufmännischen Lehre begann Schmitz im Jahr 1906 mit der Veröffentlichung seiner ersten Grotesken. Seine Werke, geprägt von einer radikal-surrealen Gestaltung, attackierten oft die Welt des Kleinbürgers im Industriezeitalter. Seine Protagonisten, gefangen in tragisch-komischen Schicksalen, bieten uns einen scharfsinnigen Blick auf die Absurditäten des modernen Lebens.
Schmitz gilt als deutscher Vorläufer des Surrealismus. Mit einer bewusst naiven Erzählhaltung thematisierte er in seinen katastrophalen Grotesken stets das menschliche Dasein in all seinen Facetten. Der Mensch wird nie isoliert, sondern immer in seinen Beziehungen zur Mitwelt dargestellt. Fernand Hoffmann beschreibt treffend die Wirkung seiner Geschichten: Sie beginnen harmlos, brechen plötzlich aus der Wirklichkeit aus und ziehen uns in einen Strudel des Absurden, bis wir lachend Tränen vergießen.
Obwohl Schmitz ein relativ schmales Werk hinterließ, erfreut er sich bis heute einer treuen Leserschaft. Zu seinen bekanntesten Werken gehören »Der Säugling und andere Tragikomödien« aus dem Jahr 1911 und das postum 1916 erschienene »Buch der Katastrophen«.
Leider endete sein Leben tragisch: Nach mehreren erfolglosen Behandlungen seiner Tuberkulose nahm sich Hermann Harry Schmitz am 8. August 1913 in Bad Münster am Stein das Leben. Die Arbeiten des Autors finden sich kostenlos im Projekt Gutenberg.
Von Prinz Rupi
Ein Hauch von Wehmut, gemischt mit der Fröhlichkeit eines Straßenfestes, lag über Leipzig-Reudnitz, als das Clown-Museum Leipzig sich am 27. Juli 2024 von seinen Freunden und Förderern verabschiedete. Die einzigartige Sammlung, die in Leipzig keine städtische Anerkennung fand, emigriert in das Zirkus- und Clownmuseum Wien. Ein Verlust für Leipzig, ein Gewinn für die österreichische Hauptstadt. HIER geht es weiter →
