
Als Ritter RAM ist Peter Schaufler Chefredakteur der Schlaraffen-Zeitung. Sämtliche Fotos: © Prinz Rupi
Am liebsten sitzt Peter Schaufler vor seinem Wohnwagen auf seinem Stammplatz in Kroatien und genießt die Ferien. Sein Staffordshire-Bullterrier Karli tobt am Hundestrand. Der Mann mit dem charakterstarken eisgrauen Garibaldi-Bart und einem Edelstahl-Ring im linken Ohr hofft, dass sein geliebter Vierbeiner zumindest zwölf oder dreizehn Jahre alt wird. Dann ist er selbst 70 Jahre alt sein und wird das Kapitel »pelziger Freund« nach 40 Jahren Hundehaltung beenden. Dann wird er in den Ferien auch nicht mehr an seinen Job denken müssen, der den größten Teil seines Lebens ausmacht: die Chefredaktion der Schlaffendepesche »Der Schlaraffia Zeyttungen« (DSZ).
Man mag sich einen Chefredakteur der Schlaraffen-Zeitung DSZ vielleicht ähnlich vorstellen wie einen Monsignore des Vatikans, der den »L`Osservatore Romano«, das tägliche Mitteilungsblatt des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt, redigiert: eine anspruchsvolle redaktionelle Arbeit, die unter streng kontrollierenden Blicken erfolgt. – Baumelte nicht jüngst ein Redakteur an der Seufzerbrücke? – Entschuldigung, das war der Chef der Vatikanbank, eine andere Abteilung.
In Bezug auf die Ehrwürdigkeit sind die beiden Periodika ähnlich: Der »Osservatore« wird 1861 gegründet und blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Er veröffentlicht päpstliche Dokumente, Ansprachen des Papstes, Verlautbarungen des Heiligen Stuhls und der Römischen Kurie sowie Berichte über das kirchliche Leben.

Auch an den Schlaraffen geht der Fortschritt nicht vorbei: Im Januar 2026 zierte erstmals ein KI-Bild das Cover der Schlaraffen-Zeitung
Die DSZ ist das offizielle Organ des im Oktober 1859 in Prag gegründeten Bundes der Schlaraffen. Herausgeber und Verleger ist der Verband Allschlaraffia mit Sitz in Bern, einer Organisation mit komplexen Verbindungen zu den lokalen Schlaraffenvereinen. Die Tätigkeit des DSZ-Chefredakteurs unterscheidet sich insofern von der seiner Kollegen im Vatikan, als kein Papst existiert. Das erleichtert die Arbeit jedoch nicht.
Die Schlaraffen verehren symbolisch den Uhu als Inbegriff der Weisheit und des Humors. Von dort ist stets Wohlwollen, Unterstützung, Motivation und Schutz zu erwarten. Der direkte Auftraggeber des Redakteurs ist eine gewählte Ministerialbürokratie, von der sich die weltweit verstreuten Mitglieder regieren lassen.
Diese Bürokratie besteht aus einer Gruppe hochrangiger Schlaraffen, die für die Verwaltung und Leitung der verschiedenen Angelegenheiten des Bundes zuständig sind. Die gewählten Vertreter sorgen dafür, dass die Traditionen und Bräuche des Bundes gewahrt bleiben und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt werden. Für Peter Schaufler bedeutet dies, dass er ständig in engem Kontakt mit den Würdenträgern steht, um die Inhalte der DSZ abzustimmen und sicherzustellen, dass sie den Erwartungen der Mitglieder gerecht werden.
Peter Schaufler nimmt seine Aufgabe mit großer Hingabe wahr. Trotz der Herausforderungen liebt er die redaktionelle Arbeit und die Möglichkeit, zur Gemeinschaft der Schlaraffen beizutragen. Die DSZ ist nicht nur ein Informationsblatt, sondern auch ein kulturelles Bindeglied, das die Werte und Ideale der Schlaraffen in die Welt trägt.
Sein Wohnwagen und der Stammplatz in Kroatien bieten ihm zweimal pro Jahr eine willkommene Abwechslung vom oft hektischen Alltag des Chefredakteurs. Hier kann er abschalten, neue Energie tanken und sich seiner Familie und seinem geliebten Vierbeiner widmen. Die friedliche Umgebung und der wunderschöne Hundestrand sind der perfekte Rückzugsort, um die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden und Zeit mit seinem Enkelsohn Leon zu verbringen, der seit März 2024 die Familie bereichert.
Während Schaufler die Sonne und das Meer genießt, denkt er darüber nach, wie sich seine Zeitung in Zukunft entwickeln könnte. Er hat viele Ideen und Visionen, wie das Blatt ansprechender und relevanter für die Mitglieder gemacht werden kann. Doch vorerst genießt er die Ruhe und die Zeit mit seinem Hund, wohl wissend, dass ihn zu Hause wieder die vielfältigen Aufgaben der Wortschmiede erwarten.

Viele weitere Porträts und Lebensberichte von Schlaraffen aus aller Welt finden sich im Buch »Die Ritter von der Rolandnadel« von Prinz Rupi. Erhältlich unter ISBN 978-3-910408-20-3 in jeder Buchhandlung sowie im Online-Buchhandel
Peter Schaufler erblickt am 10. Februar 1960 das Licht der Welt in Judenburg, einer kleinen Stadt am südlichen Rand des Aichfeldes in der österreichischen Steiermark. Diesem Ort ist er bis heute treu geblieben.
Er wird im Zeichen des Wassermanns geboren. Laut Sterndeutern ist er ein netter, zuvorkommender, höflicher, braver, romantischer, hilfsbereiter, durchtrainierter, mehrsprachiger, bügelfreier Apollon …
Gelächter im Hintergrund: Seine Frau, seit vierzig Jahren an seiner Seite und der er zu ihrem 18. Geburtstag seine Liebe gestand, ist hörbar amüsiert über diese Selbsteinschätzung. Gibt es etwa Zweifel? – Tauchen wir tiefer in die Biografie eines Mannes ein, der mit einem wundervoll trockenen Humor ausgestattet ist …
Peter wächst als Sohn eines Betriebsmalers und einer Hausfrau mit einer jüngeren Schwester auf. Das Geld ist knapp, eine Musikschule, die er gerne besucht hätte, bleibt unerschwinglich. Doch kaum ist er siebzehn und verdient als Praktikant ein wenig Geld, investiert er es komplett in eine akustische Gitarre und bringt sich an Lagerfeuern autodidaktisch das Spielen bei. Er wird ein großer Fan von Simon & Garfunkel und Leonard Cohen. Schon bald verfügt er über ein riesiges Repertoire an Songs. Seine Klampfe hält er stets im Kofferraum griffbereit, und er spielt mit einem Freund bei kleinen Feiern, Familientreffen und nach den Sitzungen seiner Jugendorganisation, oder auch in gemütlichen Gaststätten bis in die frühen Morgenstunden.
Nach Grund- und Handelsschule absolviert Peter Schaufler eine Ausbildung zum Programmierer. Er setzt damit auf einen zukunftsträchtigen Berufszweig. Bis zum Eintritt in das Österreichische Bundesheer arbeitet er in einer Bank. In seiner Freizeit spielt er Turnierschach in einem Verein, was gut zu seiner programmierenden Denkweise passt. Der Obmann des Vereins erkennt seine Fähigkeiten und stellt ihn nach der Ableistung des Präsenzdienstes im Judenburger Rathaus an. Dort durchläuft er diverse Abteilungen, angefangen beim Staatsbürgerschaftsverband und im Standesamt.

Nicht nur das geschriebene, auch das gesprochene Wort ist eine Domäne von Chefredakteur Peter Schaufler
In den frühen 90er Jahren baut er im Judenburger Rathaus eine Umweltabteilung auf. Peter Schaufler übernimmt 1992 die Presseabteilung der Stadt. Er restrukturiert die »Judenburger Stadtnachrichten«, eine Bürgerzeitung, die er redigiert und mit Pagemaker gestaltet, um sie im weiteren Verlauf drucken zu lassen. Dabei setzt er von Anfang an auf Apple-Technologie und arbeitet mit dem Mac. Nebenbei ist er als Standesbeamter aktiv; rund 700 Paare werden sich an ihn erinnern.
Peter Schaufler ist ein Pionier. Er baut für die Stadt einen Info-Fernsehkanal auf, zunächst mit einem Commodore Amiga, und erreicht bald jeden Haushalt in der Gemeinde. Eine kleine Stadt in Österreich wird damit zum Vorreiter in der Vernetzung und tagesaktuellen Information ihrer Bürger. Der Sender liefert einen Serviceblock mit Informationen und Öffnungszeiten diverser Ämter und Behörden und bietet ein Fenster in die Stadt für diejenigen, die nicht mehr aus dem Haus kommen. Täglich fügt er neue Fotos hinzu und erfüllt damit das Bedürfnis der Menschen, teilhaben zu können.
Im Rahmen seiner Tätigkeit besucht Peter ein Seminar in Wien und lernt auf der gemeinsamen Autofahrt in die Bundeshauptstadt den Verantwortlichen für das Kabelfernsehen kennen. An dessen Auto prangt ein Wunschkennzeichen »UHU-1« welches ihn als Ritter Teleandros, einen Oberschlaraffen mit jahrzehntelanger Erfahrung identifiziert. Peter, damals 30 Jahre alt, wird nach anfänglicher Skepsis von Teleandros in den Männerbund der Schlaraffen eingeführt. Bei einer Ahallafeier, einem Totengedenken, findet er Gefallen an den anderen intelligenten, älteren Herren. Er wird zum Knappen Nr. 84 gekugelt und nimmt in den folgenden Jahrzehnten zuverlässig an den wöchentlichen Zusammenkünften teil.
Peter wird zum Ritter RAM der Internet(t)e geschlagen und kurz darauf zum Kanzler des in seiner Heimatstadt Judenburg agierenden Schlaraffenreyches Castellum Noricum befördert. Nach elf Jahren in diesem Amt schlägt er seinem Paten Ritter Teleandros vor, nach beinahe vierzig Jahre auf dem Thron auch dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Er hat selbst in seiner aktiven Zeit als Gemeindebeamter vier Bürgermeister erlebt und weiß aus seiner vielfältigen beruflichen Erfahrung, dass alles Aufgebaute verloren gehen kann, wenn die eigenen (Partei-)Freunde über Veränderungen nachzudenken beginnen. Die USA erlebt 2024, wie ein Präsident es versäumt, in Ehren abzutreten und jüngeren Kandidaten Platz zu machen, weil er seinen eigenen Vergreisungsprozess nicht wahrhaben will. Sein Vorschlag wird als Angriff auf einen Posten und damit falsch verstanden, im Ergebnis wechselt RAM ins fröhliche Kärntner Schlaraffenreych »Claudium forum« nach Klagenfurt.
Dort hat er – wie könnte es anders sein – unter dem Schutz des UHU an der sogenannten Oppo-Tafel seinen angestammten Platz, ist es doch Aufgabe der Opposition, das Reychsgeschehen zu überwachen und mit tiefgründigem Humor auf so manchen Missstand hinzuweisen. Üblicherweise verbeugen sich Schlaraffen vor dem UHU, der in jeder Burg hoch im Gemäuer sitzt, um damit anzudeuten, dass sie die Hoheit des Symbols der Weisheit anerkennen und ehren. Es scheint kein Zufall zu sein, dass ein weiser Uhu über dieser Oppo-Tafel schwebt.
Auf einer österreichischen Kanzlerarbeitstagung der Schlaraffen, an der RAM teilnimmt, wird über die Zukunft der DSZ gesprochen. Der engagierte Blattmacher kritisiert das bisherige Pamphlet als »schwarz-weißes Käseblatt«, das in Aufmachung und Schriftbild einem deutschen Landser-Heft Ehre machen würde. Die »Beurteilung« wird im Hintergrund vernommen und es dauert nicht lange, da wird er vom Vorsitzenden des Schlaraffenrates Austria gefragt, wie er es besser machen würde. RAM entwickelt ein Konzept für eine moderne, farbenfrohe Zeitschrift. Er präsentiert im Rahmen einer Sitzung des Allschlaraffenrates in Bern eine Nullnummer und zeigt, dass die Herstellungskosten durch eine Verlagerung nach Österreich erheblich gesenkt werden könnten.
Mit dem Ergebnis, dass der neue Chefredakteur der DSZ ab Januar 2004 Ritter RAM heißt. Und er wird der Redakteur mit der längsten Dienstzeit, denn zuvor hat keiner den Job länger als zehn Jahre ausgeübt. Schaufler lässt sich sogar überreden und macht bis 2029 weiter, dann wird er 25 Jahre im Amt sein. Üblicherweise wechselt der Landesverband im Vorsitz des Allschlaraffenrates alle fünf Jahre, und damit auch der Redakteur. Ein Vierteljahrhundert steht Ritter RAM dann wie eine Eiche im Personalkarussell der Bürokraten.
Nun könnte er Bücher schreiben über seine Erlebnisse als DSZ-Chef: Von leiser Kritik bis zu Tiefschlägen weit unter der Gürtellinie hat er alles pariert. Gern werden Fehler auf ihn abgewälzt, doch die Herren rechnen nicht mit einem erfahrenen Statistiker und Sammler. Schaufler löscht keine einzige E-Mail; mehr als 100.000 Dokumente ruhen exakt geordnet auf seinen Festplatten. So fällt es ihm leicht, nachzuweisen, wer im Falle des Falles einen Fehler gemacht hat. Aber es gilt auch, die Daten für die Zukunft zu bewahren.

Der Chef der Schlaraffenzeitung ist in den Schlaraffenreichen ein gern gesehener Gast – mit stets griffbereiter Kamera
Warum tut sich der Mann das so lange an?
»Ich habe eine unglaubliche Freude am Gestalten und mir liegt einfach viel an diesem Verein, weil ich in der Lage bin, gewisse Dinge im Hintergrund zu steuern, Informationen zwischendurch im Interesse unseres Bundes zu filtern und vor allem auch zahlreichen Freunden helfend und beratend zur Seite zu stehen. Du weißt ja nicht, wie viele Briefe, E-Mails oder Anrufe kommen, wo sich zwei Freunde bekriegen oder falsch verstandene Wortmeldungen zu heftigen Diskussionen oder Auseinandersetzungen führen. Da geht es dann um Anspielungen, aber auch persönliche Animositäten. Das filtere ich tunlichst raus oder ich gehe mit ihnen ins Gespräch und sage: ‚Hör mal zu, das kannst du so nicht machen‘, oder ich schlage etwas vor.«
Er führt zahlreiche Neuerungen und diverse Kolumnen ein und hofft stets, dass die ihm zuarbeitenden Reychsberichterstatter und Landesredakteure ähnliche Freude an ihrem Job empfinden wie er.
Alle acht Wochen eine Zeitung zu produzieren, die den Wünschen und Interessen von mehr als 260 Mitgliedsvereinen in fünf Kontinenten gerecht wird, ist eine echte Herausforderung.
Die Arbeit wird jedoch nicht einfacher, denn der Ton in Schlaraffia ist rauer geworden. Dies führt in der Folge zu härteren und längeren Diskussionen in den einzelnen Schlaraffenreychen, zwischen den Mitgliedern und auch die obersten Gremien bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont.
Ob dies eine neue Tendenz innerhalb der Schlaraffen ist, die durch die Corona-Pandemie zutage trat? RAM sieht das pragmatisch: Als er seinerzeit das Kanzleramt übernahm, stellte ihm sein Vorgänger drei große Kartons mit Unterlagen aus vier Jahrzehnten vor die Füße, die er ausmisten und sortieren durfte. Schon damals gab es in diversen Schlaraffenreychen interne Auseinandersetzungen unter den Mitgliedern, die allerdings nie nach außen drangen.
Durch die Pandemie hat Schlaraffia an Intensität verloren. Plötzlich sitzen alle gelangweilt zu Hause und beginnen nachzudenken, sich um Angelegenheiten zu kümmern, die sie vorher niemals berührt hätten, man beginnt zu diskutieren und vielleicht auch zu streiten. Dies führt zu einem Verlust der Ausrittfreude, man geht der Konfrontation vor Ort aus dem Weg, denn das Internet trägt Auseinandersetzungen rasch – und auch anonym – durch die Welt.

Mit dem Uhu als oberster Instanz der Weisheit, eigener Zeitrechnung, eigener Währung und eigener Sprache bilden die Schlaraffen eine Gemeinschaft, die sich mit Vergnügen selbst persifliert. Sämtliche Abbildungen: © Prinz Rupi
Ritter RAM ist Realist: Der Bund wird aufgrund der Überalterung einen deutlichen Mitgliederschwund erleben. Von derzeit rund 8.300 Sassen bleiben in den nächsten zehn Jahren vielleicht noch 5.500 übrig, die sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz verteilen, wenn nicht jeder Sasse die Initiative ergreift und Werbung für den Bund macht.
»Chancen, neue Mitglieder zu gewinnen, gibt es nur durch eine Öffnung der Gemeinschaft und indem wir unser schönes Spiel Freunden, Bekannten, Verwandten und natürlich auch der Öffentlichkeit vorstellen«, so Ritter RAM.
Die Burgtore sollten geöffnet werden, Dichterlesungen, Gitarrenkonzerte, Diskussionsveranstaltungen, ein Tag der offenen Tür, die Präsentation des Bundes in der Öffentlichkeit bei Vereinstagen, Stadtfesten etc., die Kontaktaufnahme zu den in der Stadt und Umgebung beheimateten Vereinen, und nicht zuletzt auch die Präsentation des Bundes in den sozialen Medien und dem Internet usw., vor allem aber das persönliche Gespräch mit »Jedermann« soll(t)en Interessenten anlocken.
Es werden Repräsentanten gebraucht, die eine Perspektive sehen und freudig in die Zukunft blicken. Die Veränderung beginnt im Kleinen, in den Reychen und Vereinen.
Ein Mann wie Peter Schaufler kann mit Schwarz-Weiß-Denken nichts anfangen. Er hat Turnierschach auf höchstem Niveau gespielt und als junger Schachspieler aus Judenburg Weltmeister Anatoli Karpov gegenüber gesessen.
»Da lernst du ganz schnell, dass es nicht nur eine zweite Möglichkeit gibt, sondern hundert andere«, meint er, das komme ihm nun in seinem Amt zugute. »Denk in Möglichkeiten, nicht in Schwierigkeiten«, lautet seine Devise, die er gern den Schlaraffen vermitteln möchte.
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Chefredakteur RAM fühlt sich ganz besonders als Journalist, wenn er im Uhuversum unterwegs ist. Dann kann er schreiben, was ihm Freude macht, und die Veranstalter von Stiftungsfesten und anderen Events sind heilfroh, wenn er kommt, denn dann ist die Berichterstattung gewährleistet. Er versucht bei seinen Berichten, die Stimmungen einfangen, sodass der Leser bedauert, nicht dabei gewesen zu sein. Solche Artikel sollen auch die Ausrittfreudigkeit der Schlaraffen erhöhen und dienen als Motivation, andere Reyche in anderen Orten zu besuchen, neue Freundschaften zu knüpfen und bestehende zu pflegen.
In jede Ausgabe der Schlaraffen-Zeitung investiert er 135 bis 160 Stunden seiner Lebenszeit. Familie, Freizeit und Ruhestand sind ihm wichtig, doch die Leidenschaft für das Schlaraffentum ist der Brennstoff, der ihn vorwärtstreibt.
Peter Schaufler ist ein Mann, der trotz widriger Umstände und bescheidener Anfänge seinen eigenen Weg gefunden hat. Er ist geprägt von einer tiefen Leidenschaft für Musik, einem scharfen Verstand und einem unerschütterlichen Sinn für trockenen Humor. Seine Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Hingabe und Selbstdisziplin zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben führen können.
© Prinz Rupi
Mit »Ritter von der Rolandnadel«, einem ebenso verspielten wie fundierten Buch öffnet Autor Prinz Rupi erstmals die Tore zur Welt der Schlaraffen – eines einzigartigen Weltbundes, der seit über 160 Jahren, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, die Ideale von Kunst, Humor und Freundschaft pflegt.
In atmosphärischen Reportagen und eindrucksvollen Porträts, die nach Tiefeninterviews entstanden, führt er seine Leserinnen und Leser durch das Reich der »Ritter von der Rolandnadel« und begegnet deren Mitgliedern: visionären Künstlern, wortgewandten Erzählern, leidenschaftlichen Musikern, Freigeistern und Individualisten.

Sissy Hallenstein, Urenkelin einer der Gründer des Schlaraffenbundes, öffnet erstmals ihre Archive © Fotos : Prinz Rupi
Mit Liebe zum Detail und historischem Tiefgang rekonstruiert der Autor die Anfänge der Schlaraffia im Prag des 19. Jahrhunderts, als Schauspieler und Künstler eine Gegenwelt zur bürgerlichen Enge schufen. Im Zentrum stehen jedoch lebendige Charakterporträts heutiger Schlaraffen, die die intellektuelle Vielfalt des Bundes verkörpern.
So trifft ein überzeugter Narr aus Mallorca auf einen schmunzelnden Juristen aus Osnabrück und einen Wortakrobaten aus dem Ruhrgebiet – jede Miniatur zeichnet ein facettenreiches Bild gelebter Individualität und gemeinschaftlicher Kreativität. Zugleich spart der Autor kritische Themen nicht aus: Er schreibt über die Herausforderungen des Vereinslebens in einer zunehmend digitalisierten Welt, über Mitgliederschwund, historisches Erbe und die Frage nach einer zeitgemäßen Öffnung.
Das Buch vereint Reportage, Porträtband und literarische Erzählung – ein greifbares Zeitdokument über ein lebendiges Kulturprojekt jenseits des Mainstreams.
Autor Prinz Rupi kennt die Schlaraffen seit einem halben Jahrhundert. Für die vorliegende Veröffentlichung hat er sich jahrelang im Inneren der Schlaraffia umgesehen – mit journalistischer Genauigkeit und poetischer Leichtigkeit entstand so ein stimmiges, vielstimmiges Porträt einer außergewöhnlichen Kulturgemeinschaft, die seit 1859 weltweit einen eigenwilligen, inspirierenden Beitrag zur deutschsprachigen Kultur leistet. Im Fokus stehen dabei Männer, die Ideale wie Toleranz, Freiheit, Gleichheit und die unbändige Kraft der Kreativität pflegen.
Bibliografische Angaben
Prinz Rupi
Ritter von der Rolandnadel
Die Schlaraffen: Kunst, Humor und Gemeinschaft seit 1859
Charles Verlag 2025
Hardcover, 344 Seiten, 70 Fotos und Grafiken, Lesebändchen
ISBN: 978-3-910408-20-3
Ladenpreis 29,00 € (DE), 29,90 € (A)
Ob Pandemie oder Krieg: Wer Angst sät, kann Menschen leichter steuern. Ein Blick darauf, wie Medien, Politik und Meinungsmacher ein Klima der Furcht erzeugen – und wie wir als Gesellschaft darauf reagieren sollten.
Von Prinz Rupi
„Wer Angst hat, gehorcht.“
Kaum ein Satz beschreibt die Dynamik moderner Krisenkommunikation besser. In Pandemie- wie in Kriegszeiten dient Angst nicht nur als Warnsignal, sondern auch als wirksamer Hebel zur Steuerung. Sie senkt Widerspruch, erzeugt Konformität und legitimiert Eingriffe, die unter Normalbedingungen schwer vermittelbar wären.
Die reale Gefahr durch das Virus wurde von einer intensiven, teils dramatischen Kommunikation begleitet. Ein internes, „Nur für den Dienstgebrauch“ gekennzeichnetes Strategiepapier des Bundesinnenministeriums empfahl, elementare Urängste – etwa das qualvolle Ersticken – gezielt anzusprechen, um Zustimmung zu harten Maßnahmen zu erhöhen. Angst sollte demnach Teil der Pandemiebekämpfung sein.
Die Folge: ein hoher moralischer Druck. Zweifel wurden schnell als unsolidarisch gedeutet; Kritik geriet in den Verdacht, gefährlich zu sein. So verschiebt sich die Debatte vom Abwägen zur Abgrenzung.
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine setzte sich die Logik fort. Die öffentliche Kommunikation ist von Bedrohungsszenarien und martialischer Sprache geprägt. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach am 27. Februar 2022 im Bundestag von einer „Zeitenwende“ – die Welt sei „danach nicht mehr dieselbe wie davor“. Der Weg war frei für ein historisches Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, getragen von breiter Zustimmung.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius forderte, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden. Der Begriff ist historisch belastet; eine Gleichsetzung mit Goebbels verbietet sich, aber die gleiche Wortwahl verdeutlicht: Angst und Bedrohungswahrnehmung schaffen Zustimmungsfähigkeit. Passend dazu provozierten Kommentare und Titelgeschichten die Frage, ob „Pazifismus auf den Müllhaufen der Geschichte“ gehöre.
Angst reduziert Komplexität. Sie teilt die Welt in klare Fronten – „wir“ gegen „die“. Das erleichtert Entscheidungen und erhöht Regierungsfähigkeit, schwächt aber die kritische Öffentlichkeit. Der französische Philosoph Michel Foucault hat beschrieben, wie sich Macht von offener Repression zu subtileren Formen der Disziplinierung verschiebt. Panoptismus bedeutet: Nicht die Gewalt zwingt zur Anpassung, sondern das Bewusstsein ständiger Beobachtbarkeit. Menschen regulieren sich selbst – aus Vorsicht, nicht aus Überzeugung.
Übertragen auf Krisenkommunikation: Wenn moralische Schablonen den Diskurs ersetzen, verstummen abweichende Stimmen. Was als Schutz beginnt, endet leicht in Selbstzensur.
Demokratie lebt vom Zweifel, nicht vom Daueralarm. Wer Krisen benennt, muss auch die Kommunikation über Krisen kritisch betrachten dürfen. Hilfreich sind:
Sprache prüfen: Alarmwörter, Endzeitmetaphern, Freund-Feind-Raster erkennen.
Quellen vergleichen: Zahlen, Annahmen und Kontext prüfen – besonders bei Bildern und Grafiken.
Argumente trennen: Fakten, Bewertungen und Maßnahmenbegründungen auseinanderhalten.
Widerspruch zulassen: Kritik ist kein Verrat, sondern demokratische Pflicht.
Maß halten: Proportionalität von Eingriffen regelmäßig neu begründen.
Fazit: Angst ist ein mächtiges Werkzeug – und gerade deshalb gefährlich. Als Journalisten, Bürger und freie Menschen sollten wir wachsam bleiben gegenüber der Macht der Angst und denen, die sie bewusst einsetzen. Wachsamkeit ist kein Alarmismus, sondern die Bedingung einer offenen, selbstbewussten Demokratie.
©Prinz Rupi 2025
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Dialog mit dem Uhu im Licht des Mondes – ein stilles Gespräch zwischen Weisheit und Erfahrung. © Prinz Rupi
Der Uhu gilt seit der Antike als mehr als bloßes Sinnbild wilder Natur. In ihm vereinen sich kontemplative Stille, geheimnisvolle Erhabenheit und tiefe Weisheit – Eigenschaften, die ihn seit Jahrhunderten zum Symbol philosophischer Erkenntnis, geistiger Durchdringung und bildungsbürgerlicher Distinktion machen. Kein Wunder also, dass der Uhu nicht nur in Mythen, sondern auch in geistigen Bruderschaften wie der Schlaraffia eine herausragende Rolle spielt.
Die symbolische Aufladung des Uhus reicht zurück bis in die griechische Antike. Zwar war dort vor allem die Athene-Eule (auch Eule der Minerva genannt) das klassische Sinnbild der Weisheit, doch der Uhu – als ihr größerer, geheimnisvoller Verwandter – fand vor allem im römischen Kulturraum ambivalente Beachtung. Sein nächtlicher Ruf wurde teils als Omen gefürchtet, teils als Zeichen wachender Geistesgegenwart gedeutet – erinnernd an die Haltung stoischer Philosophen: zurückgezogen, unbeirrbar, wach.
Seine Fähigkeit, in der Dunkelheit zu sehen, wurde zum Bild der Erkenntnis im Verborgenen – für jene geistige Kraft, die durch die Schatten des Unwissens hindurchblickt. Im mittelalterlichen Christentum erscheint der Uhu doppeldeutig: als Tier der Einsiedler, klugen Sonderlinge und Ausgestoßenen – eine Figur zwischen Licht und Schatten, zwischen göttlicher Eingebung und weltabgewandter Eigenheit.
Bereits Plinius der Ältere nennt ihn in seiner Naturalis historia (77 n. Chr.) einen „Vogel der Einsamkeit“, der belebte Gegenden meidet – ein Wesen, das die Stille sucht wie ein Denker seine Kammer. In der Symbolsprache der Antike galt dies als Zeichen innerer Einkehr:
„Der Uhu flieht das Licht nicht aus Furcht, sondern aus Urteil.“
Pseudo-Apuleius, De Natura Avium
Ein Gedanke, der von christlichen Mystikern aufgegriffen wurde. Hildegard von Bingen (1098–1179) etwa schrieb über ihn: Der Uhu sei ein „Vogel der Nacht, aber nicht des Bösen“, sondern einer, „der das Unsichtbare hört“.

De Natura Avium, Uhu, 1277 oder danach. Temperafarben, Feder und Tinte, Blattgold und Goldfarbe Blatt: 23,3 × 16,4 cm (9 3/16 × 6 7/16 in.) © The J. Paul Getty Museum
In Aufklärung und Romantik erlebt der Uhu eine Renaissance – nun als Sinnbild geistigen Rückzugs in die Welt der Bücher und Gedanken. Die Vorstellung des belesenen Einzelgängers, der über den Dingen der Welt schwebt, spiegelt sich in seinem Bild. Er wird zum Symbol für die Melancholie des Denkens, die Einsamkeit des Gelehrten – und zugleich für dessen überlegene Weitsicht.
Besonders in literarischen und künstlerischen Kreisen des 19. Jahrhunderts avanciert der Uhu zum ironisch-ehrwürdigen Emblem geistiger Arbeit. In Zirkeln und Gesellschaften erscheint er seither immer wieder – ernst und augenzwinkernd zugleich – als Hüter des gedruckten Wortes und des gepflegten Gesprächs.

337 Dichterinnen und Dichtern setzen der mythischen Eule ein literarisches Denkmal in der 452 Seiten starken Anthologie der Prinz-Rupi-Kulturstiftung
In der Zeit der Aufklärung wird der Uhu endgültig zum „philosophischen Vogel“. In Universitätsstuben ziert er Bucheinbände, in Karikaturen erscheint er als Professor mit Hornbrille. Johann Georg Hamann (1730–1788), der „Magus im Norden“, nannte ihn liebevoll den „Bibliothekar des Waldes“.
Ein Berliner Zeichner des Biedermeier stellte ihn auf einem Bücherstapel dar – darüber der Spruch:
Wohl dem, der nachts zu lesen weiß,
statt Schnaps zu saufen und zu schrein,
denn was ein Uhu leise weiß,
muss eines Esels Lärm nicht sein.
Die traditionsreiche Symbolik des Uhus lebt heute in der Schlaraffia fort – einer weltweiten Vereinigung kulturbegeisterter Männer. Dort ist der Uhu nicht nur Wappenvogel, sondern totemisches Zentrum eines ganzen Denk- und Spielsystems. Die 1859 in Prag gegründete Bruderschaft pflegt ein zeremonielles Spiel aus ritterlicher Sprache, parodistischen Titeln und kunstsinniger Selbstdistanz.
Der Uhu steht dabei für das sogenannte „Uhuversum“ – eine Gegenwelt zur Nüchternheit und Banalität des Alltags. In Federzeichnung oder Bronzefigur thront er über den „Sassen“ – den Mitgliedern der Runde – als mahnende wie inspirierende Gestalt. Seine Botschaft: Bildung ohne Humor bleibt leer. Weisheit zeigt sich oft im Spiel, in der Ironie, im feinen Andeuten. In seinem ernsten Blick liegt der leise Hinweis: „Nimm das Leben ernst – aber nicht zu ernst.“
Auch in meiner eigenen Familiengeschichte spielte der Uhu eine prägende Rolle. Mein Urgroßvater Wilhelm Frieling wählte ihn als Symbol für das 1871 gegründete Familienunternehmen. In vierter Generation nutzte ich das Emblem für meinen Verlag Frieling & Partner. Unter dem wachsamen Blick des Uhus erschienen im Laufe der Jahrzehnte Werke von über zehntausend Autorinnen und Autoren – darunter auch zahlreiche Schlaraffen.
Ob als schweigsamer Begleiter des Philosophen, als nächtlicher Leser im stillen Turmzimmer oder als majestätischer Wappenvogel in schlaraffischer Runde – der Uhu ist mehr als ein Tier. Er ist eine Chiffre für Geist, Ironie und Tiefe; ein Gleichgewicht zwischen Nachdenklichkeit und Heiterkeit. In einer Welt, die sich oft in Oberflächlichkeit verliert, bleibt er ein Gegenbild – ein Sinnbild für Wissen und Würde.

Prinz Rupi, hier mit dem Original Hohnsteiner Kasper, ist einer der wenigen Autoren, der über sich selbst lachen kann und seine Leser zum Lachen bringt © Foto: Lan
»Chaos, Karma, Katastrophen« heißt die Sammlung neuer Mikrodramen aus dem echten Leben von Prinz Rupi. Wem der Alltag zu langweilig, das Älterwerden zu ernst oder der Humor zu rar geworden ist, dem sei wärmstens das neue Werk des Autors empfohlen, der über sich selbst lachen kann und seine Leser zum Lachen bringt. HIER geht es weiter →
Der Karajan vom Schillerplatz – eine persönliche LeseempfehlungAls ich mit der Arbeit an meinem Buch Der Karajan vom Schillerplatz begann, dachte ich an eine Sammlung skurriler Anekdoten. Doch sehr schnell wurde mir klar: Ich war auf der Spur von Menschen, deren Leben weit mehr erzählt – über unsere Gesellschaft, unsere Geschichte und unsere Art, mit Eigenwilligkeit umzugehen. Deutschland steckt voller vergessener Biografien. Sie stehen in keinem Schulbuch, hängen in keinem Museum – und doch prägen sie das, was wir heute kulturelles Gedächtnis nennen. HIER geht es weiter →

Alphornspieler blasen Weisen, die wie die Ouvertüre zu einem Epos über Reinheit, Heu und Heimatliebe klingen.
Wird man als vermeintlich kultivierter Mensch aus Berlin – Großstadtgourmet mit Opernabo, Kulturticket und einem latenten Restglauben an die Zivilisation – zu einer Hochzeit in bajuwarische Gefilde eingeladen, nimmt man das zunächst interessiert und gönnerhaft hin. – Eine Hochzeit in Oberbayern? Jo mei, das wird sicher zünftig. Man stellt sich auf Dirndl, Deko aus Zirbenholz, Edelweiß und einen gepflegten Veltliner im Sonnenuntergang ein. HIER geht es weiter →

Der nächtliche Ruf des Uhus hallt nicht nur durch das Dickicht des Waldes – nun hat er auch einen festen Platz im poetischen Kanon der deutschsprachigen Gegenwartslyrik gefunden. In der soeben erschienenen Anthologie Der lachende Uhu versammelt sich ein vielstimmiger Chor von 337 Dichterinnen und Dichtern, die der mythischen Eule ein literarisches Denkmal setzen – mal verspielt, mal weise, mal mit einem Augenzwinkern, das selbst Aristophanes gefallen hätte. Bereits am Tag der Veröffentlichung erklomm der Band den 1. Platz der Amazon-Bestsellerliste für Naturlyrik. HIER geht es weiter →

Wer mit den „Falschen“ spricht, wird verdächtig. Wer zuhört, gilt als Sympathisant. Der Vorwurf der Kontaktschuld ist zurück – nur heißt er heute anders: Sippenhaft 2.0. Illustrationen © Prinz Rupi
Wir leben in einer Zeit, in der nicht mehr nur das zählt, was gesagt oder getan wird – sondern zunehmend, mit wem. Der Diskurs verengt sich, weil Meinungen nicht mehr am Argument gemessen, sondern an der Umgebung bewertet werden. Wer mit den „Falschen“ spricht, sich mit ihnen zeigt oder sie zitiert, gerät schnell unter Verdacht. Nicht wegen seiner Position – sondern wegen seiner Nähe.
Ich nenne dieses aktuelle Phänomen bewusst plakativ Sippenhaft 2.0. HIER geht es weiter →
Es klingt paradox: In einer Zeit, in der noch nie so viel geschrieben wurde – auf Smartphones, in Feeds, Chats und Kommentaren – verlieren wir ausgerechnet das Lesen. Also: das eigentliche Lesen. Das, was man tut, wenn man sich einem Buch überlässt. Seite um Seite. Gedanke um Gedanke. Satz um Satz.
Ist das nur ein alter Kulturpessimismus im neuen Gewand? Oder ist da tatsächlich etwas im Gange, das uns – uns Leser, uns Autoren, uns Verleger, uns Büchermenschen – angeht? HIER geht es weiter →
