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Ein Theremini für Stummfilmpianist Graf Bothmer

März 14, 2026
by Ruprecht Frieling
Prinz Rupi Kulturstiftung, Stummfilm
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Prinz Rupi überreichte im Namen seiner Kulturstiftung ein Theremini für Stummfilmpianist Graf Bothmer

Prinz Rupi überreicht im Namen seiner Kulturstiftung ein Theremini für Stummfilmpianist Graf Bothmer

Prinz Rupi Kulturstiftung unterstützt Stummfilmpianist Graf Bothmer mit Theremini

Die Prinz Rupi Kulturstiftung hat dem Stummfilmpianisten Stephan Graf von Bothmer ein Theremini überreicht und damit ein ebenso ungewöhnliches wie vielversprechendes Zeichen der Unterstützung gesetzt. Das berührungslos gespielte Instrument eröffnet dem Musiker neue klangliche Räume: von schwebenden, geheimnisvollen Tönen bis zu jenen klassischen Science-Fiction-Farben, die seit jeher eine eigentümliche Nähe zum frühen Kino besitzen.

Die Schenkung ist mehr als eine freundliche Geste. Sie ist Ausdruck einer Haltung, die künstlerische Neugier ernst nimmt und schöpferische Arbeit auch dort fördert, wo sie nicht dem Mainstream folgt. Genau diesem Anspruch widmet sich die gemeinnützige Prinz Rupi Kulturstiftung, die Kunst- und Kulturprojekte in den Bereichen Literatur, Musik, bildende und darstellende Kunst unterstützt.

Graf Bothmer, ein herausragender Protagonist der Stummfilmkunst

Graf Bothmer, ein herausragender Protagonist der Stummfilmkunst

Stephan Graf von Bothmer gehört seit vielen Jahren zu den herausragenden Protagonisten der Stummfilmkunst. Er hat mehr als 600 Stummfilme vertont, ist auf fünf Kontinenten aufgetreten und hat mit seinen Stummfilm-Konzerten bewiesen, dass diese Kunstform keineswegs museal erstarrt ist, sondern bis heute Menschen in Bann schlagen kann. Seine Aufführungen machen aus Filmvorführungen lebendige Ereignisse, in denen Musik, Bild und Augenblick zu einer eigenen Form der Gegenwart verschmelzen.

Wer Graf von Bothmer erlebt, versteht schnell, dass es hier nicht um bloße Begleitung geht. Seine Musik deutet, verdichtet, verführt und lässt Bilder atmen. In einer Erklärung der Stiftung heißt es, Fraf Bothmer erwecke stumme Bilder zum Leben und verbinde den Charme vergangener Zeiten mit der Zukunft. Genau an dieser Schnittstelle zwischen historischer Form und neuer Klangwelt setzt auch das Theremini an.

Zugleich verweist die Schenkung auf die wirtschaftliche Wirklichkeit vieler freier Künstler. Gerade jene, die mit großer Beharrlichkeit, hoher Qualität und beträchtlichem persönlichem Einsatz arbeiten, bewegen sich oft jenseits gesicherter öffentlicher Förderung. Saalmieten, Werbung und Filmlizenzen sind kostspielig; Bothmer selbst hat beschrieben, wie sehr ihn das Rechnen bisweilen mehr beansprucht als das Spiel am Flügel. Umso wichtiger sind Unterstützungen, die unmittelbar an der künstlerischen Praxis ansetzen.

Seit Jahrzehnten veranstaltet Graf von Bothmer großartige Stummfilmkonzerte

Seit Jahrzehnten veranstaltet Graf von Bothmer großartige Stummfilmkonzerte

Dass Prinz Rupi und Graf von Bothmer einander künstlerisch bereits verbunden sind, zeigte das gemeinsame Projekt „Orgelmusik trifft KI-Bildersymphonie“. In der Berliner Zwölf-Apostel-Kirche improvisierte Graf von Bothmer auf der dreimanualigen Schuke-Orgel, während Prinz Rupi seine KI-geschaffenen Bildwelten präsentierte. Das Ergebnis war eine kraftvolle Symbiose von Klassik und Moderne, von Experiment und Ausdruck.

Mit dem Theremini erhält Stephan Graf von Bothmer nun ein Instrument, das diesen Weg auf folgerichtige Weise weiterführen kann. Es passt zu einem Künstler, der nie beim bloß Bewährten stehenbleibt, sondern das Kino der Vergangenheit immer wieder neu in die Gegenwart holt. Vielleicht werden künftige Aufführungen nun um eine weitere, schwebende Stimme reicher: um jene elektrischen, beinahe körperlosen Klänge, die das Unsichtbare hörbar machen.

Logo der Prinz Rupi Stiftung

Die Prinz Rupi Kulturstiftung unterstützt künstlerische Projekte abseits des Mainstreams

Die Prinz Rupi Kulturstiftung beweist mit dieser Schenkung, dass Kulturförderung nicht abstrakt bleiben muss. Manchmal genügt ein Instrument zur rechten Zeit, um einem Künstler neue Möglichkeiten zu eröffnen. Und manchmal liegt gerade in einer solchen Geste die schönste Botschaft: dass Kunst lebt, wenn man an sie glaubt — und wenn man ihr etwas in die Hand gibt, das sie weiterträgt.

Für weitere Projekte und Vorhaben bittet die Prinz Rupi Kulturstftung um aktive Unterstützung. Spenden an die staatlich anerkannte gemeinnützige Körperschaft sind steuerlich voll absetzbar

Prinz Rupi Kulturstiftung
IBAN: DE 91 1012 0100 1700 0270 76
BIC: WELADED1WBB (Weberbank)

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Der Uhu – Symbol der Weisheit, Hüter des Geistes, Bruder im Scherz

Juli 14, 2025
by Ruprecht Frieling
Kulturgeschichte, Prinz Rupi Kulturstiftung, Schlaraffen
2 Comments
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Dialog mit dem Uhu im Licht des Mondes

Dialog mit dem Uhu im Licht des Mondes – ein stilles Gespräch zwischen Weisheit und Erfahrung. © Prinz Rupi

Der Uhu gilt seit der Antike als mehr als bloßes Sinnbild wilder Natur. In ihm vereinen sich kontemplative Stille, geheimnisvolle Erhabenheit und tiefe Weisheit – Eigenschaften, die ihn seit Jahrhunderten zum Symbol philosophischer Erkenntnis, geistiger Durchdringung und bildungsbürgerlicher Distinktion machen. Kein Wunder also, dass der Uhu nicht nur in Mythen, sondern auch in geistigen Bruderschaften wie der Schlaraffia eine herausragende Rolle spielt.

Der Uhu – Symbol der Weisheit, Hüter des Geistes, Bruder im Scherz

Athenisches Vierdrachmenstück mit Eule

Athenisches Vierdrachmenstück mit Eule, geprägt 450-400 v.u.Z.

Die symbolische Aufladung des Uhus reicht zurück bis in die griechische Antike. Zwar war dort vor allem die Athene-Eule (auch Eule der Minerva genannt) das klassische Sinnbild der Weisheit, doch der Uhu – als ihr größerer, geheimnisvoller Verwandter – fand vor allem im römischen Kulturraum ambivalente Beachtung. Sein nächtlicher Ruf wurde teils als Omen gefürchtet, teils als Zeichen wachender Geistesgegenwart gedeutet – erinnernd an die Haltung stoischer Philosophen: zurückgezogen, unbeirrbar, wach.

Seine Fähigkeit, in der Dunkelheit zu sehen, wurde zum Bild der Erkenntnis im Verborgenen – für jene geistige Kraft, die durch die Schatten des Unwissens hindurchblickt. Im mittelalterlichen Christentum erscheint der Uhu doppeldeutig: als Tier der Einsiedler, klugen Sonderlinge und Ausgestoßenen – eine Figur zwischen Licht und Schatten, zwischen göttlicher Eingebung und weltabgewandter Eigenheit.

Weisheit im Schatten

Bereits Plinius der Ältere nennt ihn in seiner Naturalis historia (77 n. Chr.) einen „Vogel der Einsamkeit“, der belebte Gegenden meidet – ein Wesen, das die Stille sucht wie ein Denker seine Kammer. In der Symbolsprache der Antike galt dies als Zeichen innerer Einkehr:

„Der Uhu flieht das Licht nicht aus Furcht, sondern aus Urteil.“
Pseudo-Apuleius, De Natura Avium

Ein Gedanke, der von christlichen Mystikern aufgegriffen wurde. Hildegard von Bingen (1098–1179) etwa schrieb über ihn: Der Uhu sei ein „Vogel der Nacht, aber nicht des Bösen“, sondern einer, „der das Unsichtbare hört“.

Der Uhu – Sinnbild der Belesenheit

De Natura Avium, Uhu

De Natura Avium, Uhu, 1277 oder danach. Temperafarben, Feder und Tinte, Blattgold und Goldfarbe Blatt: 23,3 × 16,4 cm (9 3/16 × 6 7/16 in.) © The J. Paul Getty Museum

In Aufklärung und Romantik erlebt der Uhu eine Renaissance – nun als Sinnbild geistigen Rückzugs in die Welt der Bücher und Gedanken. Die Vorstellung des belesenen Einzelgängers, der über den Dingen der Welt schwebt, spiegelt sich in seinem Bild. Er wird zum Symbol für die Melancholie des Denkens, die Einsamkeit des Gelehrten – und zugleich für dessen überlegene Weitsicht.

Besonders in literarischen und künstlerischen Kreisen des 19. Jahrhunderts avanciert der Uhu zum ironisch-ehrwürdigen Emblem geistiger Arbeit. In Zirkeln und Gesellschaften erscheint er seither immer wieder – ernst und augenzwinkernd zugleich – als Hüter des gedruckten Wortes und des gepflegten Gesprächs.

Der belesene Uhu

Cover lachender Uhu klein

337 Dichterinnen und Dichtern setzen der mythischen Eule ein literarisches Denkmal in der 452 Seiten starken Anthologie der Prinz-Rupi-Kulturstiftung

In der Zeit der Aufklärung wird der Uhu endgültig zum „philosophischen Vogel“. In Universitätsstuben ziert er Bucheinbände, in Karikaturen erscheint er als Professor mit Hornbrille. Johann Georg Hamann (1730–1788), der „Magus im Norden“, nannte ihn liebevoll den „Bibliothekar des Waldes“.

Ein Berliner Zeichner des Biedermeier stellte ihn auf einem Bücherstapel dar – darüber der Spruch:

Wohl dem, der nachts zu lesen weiß,
statt Schnaps zu saufen und zu schrein,
denn was ein Uhu leise weiß,
muss eines Esels Lärm nicht sein.

Der Uhu bei den Schlaraffen

IMG 0323

Schlaraffen-Ritter Excel-sius mit Uhu

Die traditionsreiche Symbolik des Uhus lebt heute in der Schlaraffia fort – einer weltweiten Vereinigung kulturbegeisterter Männer. Dort ist der Uhu nicht nur Wappenvogel, sondern totemisches Zentrum eines ganzen Denk- und Spielsystems. Die 1859 in Prag gegründete Bruderschaft pflegt ein zeremonielles Spiel aus ritterlicher Sprache, parodistischen Titeln und kunstsinniger Selbstdistanz.

Der Uhu steht dabei für das sogenannte „Uhuversum“ – eine Gegenwelt zur Nüchternheit und Banalität des Alltags. In Federzeichnung oder Bronzefigur thront er über den „Sassen“ – den Mitgliedern der Runde – als mahnende wie inspirierende Gestalt. Seine Botschaft: Bildung ohne Humor bleibt leer. Weisheit zeigt sich oft im Spiel, in der Ironie, im feinen Andeuten. In seinem ernsten Blick liegt der leise Hinweis: „Nimm das Leben ernst – aber nicht zu ernst.“

Die Eule als Verlagsemblem

Uhu-Logo Frieling-Verlag

Der verschmitzte Uhu ist seit 1871 Logo des Frieling-Verlages

Auch in meiner eigenen Familiengeschichte spielte der Uhu eine prägende Rolle. Mein Urgroßvater Wilhelm Frieling wählte ihn als Symbol für das 1871 gegründete Familienunternehmen. In vierter Generation nutzte ich das Emblem für meinen Verlag Frieling & Partner. Unter dem wachsamen Blick des Uhus erschienen im Laufe der Jahrzehnte Werke von über zehntausend Autorinnen und Autoren – darunter auch zahlreiche Schlaraffen.

Der Uhu als kulturelle Chiffre

Ob als schweigsamer Begleiter des Philosophen, als nächtlicher Leser im stillen Turmzimmer oder als majestätischer Wappenvogel in schlaraffischer Runde – der Uhu ist mehr als ein Tier. Er ist eine Chiffre für Geist, Ironie und Tiefe; ein Gleichgewicht zwischen Nachdenklichkeit und Heiterkeit. In einer Welt, die sich oft in Oberflächlichkeit verliert, bleibt er ein Gegenbild – ein Sinnbild für Wissen und Würde.

Uhu im Herzen © Prinz Rupi

Uhu im Herzen © Prinz Rupi

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Der lachende Uhu – ein schlaraffischer Lyrik-Wettbewerb

Mai 25, 2025
by Ruprecht Frieling
Anthologie, Lyrik, Prinz Rupi Kulturstiftung
4 Comments
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Der lachende Uhu

Wenn der Uhu lacht – fliegt die Poesie

Der nächtliche Ruf des Uhus hallt nicht nur durch das Dickicht des Waldes – nun hat er auch einen festen Platz im poetischen Kanon der deutschsprachigen Gegenwartslyrik gefunden. In der soeben erschienenen Anthologie Der lachende Uhu versammelt sich ein vielstimmiger Chor von 337 Dichterinnen und Dichtern, die der mythischen Eule ein literarisches Denkmal setzen – mal verspielt, mal weise, mal mit einem Augenzwinkern, das selbst Aristophanes gefallen hätte. Bereits am Tag der Veröffentlichung erklomm der Band den 1. Platz der Amazon-Bestsellerliste für Naturlyrik. HIER geht es weiter →

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