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Der visionäre Redakteur – Porträt des Chefredakteurs der Schlaraffen-Zeitung

Februar 15, 2026
by Ruprecht Frieling
Journalismus, porträts, Schlaraffen
12 Comments
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Als RT RAM ist Peter Schaufler Chefredakteur der Schlaraffen-Zeitung

Als Ritter RAM ist Peter Schaufler Chefredakteur der Schlaraffen-Zeitung. Sämtliche Fotos: © Prinz Rupi


Der visionäre Redakteur

Porträt des Chefredakteurs der Schlaraffen-Zeitung

Von Prinz Rupi


Am liebsten sitzt Peter Schaufler vor seinem Wohnwagen auf seinem Stammplatz in Kroatien und genießt die Ferien. Sein Staffordshire-Bullterrier Karli tobt am Hundestrand. Der Mann mit dem charakterstarken eisgrauen Garibaldi-Bart und einem Edelstahl-Ring im linken Ohr hofft, dass sein geliebter Vierbeiner zumindest zwölf oder dreizehn Jahre alt wird. Dann ist er selbst 70 Jahre alt sein und wird das Kapitel »pelziger Freund« nach 40 Jahren Hundehaltung beenden. Dann wird er in den Ferien auch nicht mehr an seinen Job denken müssen, der den größten Teil seines Lebens ausmacht: die Chefredaktion der Schlaffendepesche »Der Schlaraffia Zeyttungen« (DSZ).

Man mag sich einen Chefredakteur der Schlaraffen-Zeitung DSZ vielleicht ähnlich vorstellen wie einen Monsignore des Vatikans, der den »L`Osservatore Romano«, das tägliche Mitteilungsblatt des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt, redigiert: eine anspruchsvolle redaktionelle Arbeit, die unter streng kontrollierenden Blicken erfolgt. – Baumelte nicht jüngst ein Redakteur an der Seufzerbrücke? – Entschuldigung, das war der Chef der Vatikanbank, eine andere Abteilung.

In Bezug auf die Ehrwürdigkeit sind die beiden Periodika ähnlich: Der »Osservatore« wird 1861 gegründet und blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Er veröffentlicht päpstliche Dokumente, Ansprachen des Papstes, Verlautbarungen des Heiligen Stuhls und der Römischen Kurie sowie Berichte über das kirchliche Leben.

KI-Cover der Schlaraffen-Zeitung

Auch an den Schlaraffen geht der Fortschritt nicht vorbei: Im Januar 2026 zierte erstmals ein KI-Bild das Cover der Schlaraffen-Zeitung

Die Schlaraffen-Zeitung (DSZ)

Die DSZ ist das offizielle Organ des im Oktober 1859 in Prag gegründeten Bundes der Schlaraffen. Herausgeber und Verleger ist der Verband Allschlaraffia mit Sitz in Bern, einer Organisation mit komplexen Verbindungen zu den lokalen Schlaraffenvereinen. Die Tätigkeit des DSZ-Chefredakteurs unterscheidet sich insofern von der seiner Kollegen im Vatikan, als kein Papst existiert. Das erleichtert die Arbeit jedoch nicht.

Die Schlaraffen verehren symbolisch den Uhu als Inbegriff der Weisheit und des Humors. Von dort ist stets Wohlwollen, Unterstützung, Motivation und Schutz zu erwarten. Der direkte Auftraggeber des Redakteurs ist eine gewählte Ministerialbürokratie, von der sich die weltweit verstreuten Mitglieder regieren lassen.

Diese Bürokratie besteht aus einer Gruppe hochrangiger Schlaraffen, die für die Verwaltung und Leitung der verschiedenen Angelegenheiten des Bundes zuständig sind. Die gewählten Vertreter sorgen dafür, dass die Traditionen und Bräuche des Bundes gewahrt bleiben und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt werden. Für Peter Schaufler bedeutet dies, dass er ständig in engem Kontakt mit den Würdenträgern steht, um die Inhalte der DSZ abzustimmen und sicherzustellen, dass sie den Erwartungen der Mitglieder gerecht werden.

Peter Schaufler am Arbeitsplatz

Vollblutjournalist mit großem Herz: Chefredakteur Schaufler am Arbeitsplatz

Große Hingabe an die Redaktion

Peter Schaufler nimmt seine Aufgabe mit großer Hingabe wahr. Trotz der Herausforderungen liebt er die redaktionelle Arbeit und die Möglichkeit, zur Gemeinschaft der Schlaraffen beizutragen. Die DSZ ist nicht nur ein Informationsblatt, sondern auch ein kulturelles Bindeglied, das die Werte und Ideale der Schlaraffen in die Welt trägt.

Sein Wohnwagen und der Stammplatz in Kroatien bieten ihm zweimal pro Jahr eine willkommene Abwechslung vom oft hektischen Alltag des Chefredakteurs. Hier kann er abschalten, neue Energie tanken und sich seiner Familie und seinem geliebten Vierbeiner widmen. Die friedliche Umgebung und der wunderschöne Hundestrand sind der perfekte Rückzugsort, um die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden und Zeit mit seinem Enkelsohn Leon zu verbringen, der seit März 2024 die Familie bereichert.

Während Schaufler die Sonne und das Meer genießt, denkt er darüber nach, wie sich seine Zeitung in Zukunft entwickeln könnte. Er hat viele Ideen und Visionen, wie das Blatt ansprechender und relevanter für die Mitglieder gemacht werden kann. Doch vorerst genießt er die Ruhe und die Zeit mit seinem Hund, wohl wissend, dass ihn zu Hause wieder die vielfältigen Aufgaben der Wortschmiede erwarten.


Buchcover "Die Ritter von der Rolandnadel von Prinz Rupi

Viele weitere Porträts und Lebensberichte von Schlaraffen aus aller Welt finden sich im Buch »Die Ritter von der Rolandnadel« von Prinz Rupi. Erhältlich unter ISBN 978-3-910408-20-3 in jeder Buchhandlung sowie im Online-Buchhandel


Leidenschaft für Musik

Peter Schaufler erblickt am 10. Februar 1960 das Licht der Welt in Judenburg, einer kleinen Stadt am südlichen Rand des Aichfeldes in der österreichischen Steiermark. Diesem Ort ist er bis heute treu geblieben.

Er wird im Zeichen des Wassermanns geboren. Laut Sterndeutern ist er ein netter, zuvorkommender, höflicher, braver, romantischer, hilfsbereiter, durchtrainierter, mehrsprachiger, bügelfreier Apollon …

Gelächter im Hintergrund: Seine Frau, seit vierzig Jahren an seiner Seite und der er zu ihrem 18. Geburtstag seine Liebe gestand, ist hörbar amüsiert über diese Selbsteinschätzung. Gibt es etwa Zweifel? – Tauchen wir tiefer in die Biografie eines Mannes ein, der mit einem wundervoll trockenen Humor ausgestattet ist …

Peter wächst als Sohn eines Betriebsmalers und einer Hausfrau mit einer jüngeren Schwester auf. Das Geld ist knapp, eine Musikschule, die er gerne besucht hätte, bleibt unerschwinglich. Doch kaum ist er siebzehn und verdient als Praktikant ein wenig Geld, investiert er es komplett in eine akustische Gitarre und bringt sich an Lagerfeuern autodidaktisch das Spielen bei. Er wird ein großer Fan von Simon & Garfunkel und Leonard Cohen. Schon bald verfügt er über ein riesiges Repertoire an Songs. Seine Klampfe hält er stets im Kofferraum griffbereit, und er spielt mit einem Freund bei kleinen Feiern, Familientreffen und nach den Sitzungen seiner Jugendorganisation, oder auch in gemütlichen Gaststätten bis in die frühen Morgenstunden.

Nach Grund- und Handelsschule absolviert Peter Schaufler eine Ausbildung zum Programmierer. Er setzt damit auf einen zukunftsträchtigen Berufszweig. Bis zum Eintritt in das Österreichische Bundesheer arbeitet er in einer Bank. In seiner Freizeit spielt er Turnierschach in einem Verein, was gut zu seiner programmierenden Denkweise passt. Der Obmann des Vereins erkennt seine Fähigkeiten und stellt ihn nach der Ableistung des Präsenzdienstes im Judenburger Rathaus an. Dort durchläuft er diverse Abteilungen, angefangen beim Staatsbürgerschaftsverband und im Standesamt.

Einstieg in die Pressearbeit

Nicht nur das geschriebene, auch das gesprochene Wort ist eine Domäne von Chefredakteur Peter Schaufler

Nicht nur das geschriebene, auch das gesprochene Wort ist eine Domäne von Chefredakteur Peter Schaufler

In den frühen 90er Jahren baut er im Judenburger Rathaus eine Umweltabteilung auf. Peter Schaufler übernimmt 1992 die Presseabteilung der Stadt. Er restrukturiert die »Judenburger Stadtnachrichten«, eine Bürgerzeitung, die er redigiert und mit Pagemaker gestaltet, um sie im weiteren Verlauf drucken zu lassen. Dabei setzt er von Anfang an auf Apple-Technologie und arbeitet mit dem Mac. Nebenbei ist er als Standesbeamter aktiv; rund 700 Paare werden sich an ihn erinnern.

Peter Schaufler ist ein Pionier. Er baut für die Stadt einen Info-Fernsehkanal auf, zunächst mit einem Commodore Amiga, und erreicht bald jeden Haushalt in der Gemeinde. Eine kleine Stadt in Österreich wird damit zum Vorreiter in der Vernetzung und tagesaktuellen Information ihrer Bürger. Der Sender liefert einen Serviceblock mit Informationen und Öffnungszeiten diverser Ämter und Behörden und bietet ein Fenster in die Stadt für diejenigen, die nicht mehr aus dem Haus kommen. Täglich fügt er neue Fotos hinzu und erfüllt damit das Bedürfnis der Menschen, teilhaben zu können.

Im Rahmen seiner Tätigkeit besucht Peter ein Seminar in Wien und lernt auf der gemeinsamen Autofahrt in die Bundeshauptstadt den Verantwortlichen für das Kabelfernsehen kennen. An dessen Auto prangt ein Wunschkennzeichen »UHU-1« welches ihn als Ritter Teleandros, einen Oberschlaraffen mit jahrzehntelanger Erfahrung identifiziert. Peter, damals 30 Jahre alt, wird nach anfänglicher Skepsis von Teleandros in den Männerbund der Schlaraffen eingeführt. Bei einer Ahallafeier, einem Totengedenken, findet er Gefallen an den anderen intelligenten, älteren Herren. Er wird zum Knappen Nr. 84 gekugelt und nimmt in den folgenden Jahrzehnten zuverlässig an den wöchentlichen Zusammenkünften teil.

Glasbild Schlaraffia Lietzowia

Ritter von der Rolandnadel – Glasbild in der Burg der Schlaraffia Lietzowia Berlin

Karriere in der Schlaraffia

Peter wird zum Ritter RAM der Internet(t)e geschlagen und kurz darauf zum Kanzler des in seiner Heimatstadt Judenburg agierenden Schlaraffenreyches Castellum Noricum befördert. Nach elf Jahren in diesem Amt schlägt er seinem Paten Ritter Teleandros vor, nach beinahe vierzig Jahre auf dem Thron auch dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Er hat selbst in seiner aktiven Zeit als Gemeindebeamter vier Bürgermeister erlebt und weiß aus seiner vielfältigen beruflichen Erfahrung, dass alles Aufgebaute verloren gehen kann, wenn die eigenen (Partei-)Freunde über Veränderungen nachzudenken beginnen. Die USA erlebt 2024, wie ein Präsident es versäumt, in Ehren abzutreten und jüngeren Kandidaten Platz zu machen, weil er seinen eigenen Vergreisungsprozess nicht wahrhaben will. Sein Vorschlag wird als Angriff auf einen Posten und damit falsch verstanden, im Ergebnis wechselt RAM ins fröhliche Kärntner Schlaraffenreych »Claudium forum« nach Klagenfurt.

Dort hat er – wie könnte es anders sein – unter dem Schutz des UHU an der sogenannten Oppo-Tafel seinen angestammten Platz, ist es doch Aufgabe der Opposition, das Reychsgeschehen zu überwachen und mit tiefgründigem Humor auf so manchen Missstand hinzuweisen. Üblicherweise verbeugen sich Schlaraffen vor dem UHU, der in jeder Burg hoch im Gemäuer sitzt, um damit anzudeuten, dass sie die Hoheit des Symbols der Weisheit anerkennen und ehren. Es scheint kein Zufall zu sein, dass ein weiser Uhu über dieser Oppo-Tafel schwebt.

Auf einer österreichischen Kanzlerarbeitstagung der Schlaraffen, an der RAM teilnimmt, wird über die Zukunft der DSZ gesprochen. Der engagierte Blattmacher kritisiert das bisherige Pamphlet als »schwarz-weißes Käseblatt«, das in Aufmachung und Schriftbild einem deutschen Landser-Heft Ehre machen würde. Die »Beurteilung« wird im Hintergrund vernommen und es dauert nicht lange, da wird er vom Vorsitzenden des Schlaraffenrates Austria gefragt, wie er es besser machen würde. RAM entwickelt ein Konzept für eine moderne, farbenfrohe Zeitschrift. Er präsentiert im Rahmen einer Sitzung des Allschlaraffenrates in Bern eine Nullnummer und zeigt, dass die Herstellungskosten durch eine Verlagerung nach Österreich erheblich gesenkt werden könnten.

Mit dem Ergebnis, dass der neue Chefredakteur der DSZ ab Januar 2004 Ritter RAM heißt. Und er wird der Redakteur mit der längsten Dienstzeit, denn zuvor hat keiner den Job länger als zehn Jahre ausgeübt. Schaufler lässt sich sogar überreden und macht bis 2029 weiter, dann wird er 25 Jahre im Amt sein. Üblicherweise wechselt der Landesverband im Vorsitz des Allschlaraffenrates alle fünf Jahre, und damit auch der Redakteur. Ein Vierteljahrhundert steht Ritter RAM dann wie eine Eiche im Personalkarussell der Bürokraten.

Nun könnte er Bücher schreiben über seine Erlebnisse als DSZ-Chef: Von leiser Kritik bis zu Tiefschlägen weit unter der Gürtellinie hat er alles pariert. Gern werden Fehler auf ihn abgewälzt, doch die Herren rechnen nicht mit einem erfahrenen Statistiker und Sammler. Schaufler löscht keine einzige E-Mail; mehr als 100.000 Dokumente ruhen exakt geordnet auf seinen Festplatten. So fällt es ihm leicht, nachzuweisen, wer im Falle des Falles einen Fehler gemacht hat. Aber es gilt auch, die Daten für die Zukunft zu bewahren.

Der Chef der Schalraffenzeitung mit stets griffbereiter Kamera

Der Chef der Schlaraffenzeitung ist in den Schlaraffenreichen ein gern gesehener Gast – mit stets griffbereiter Kamera

Leidenschaft für das Schlaraffentum

Warum tut sich der Mann das so lange an?

»Ich habe eine unglaubliche Freude am Gestalten und mir liegt einfach viel an diesem Verein, weil ich in der Lage bin, gewisse Dinge im Hintergrund zu steuern, Informationen zwischendurch im Interesse unseres Bundes zu filtern und vor allem auch zahlreichen Freunden helfend und beratend zur Seite zu stehen. Du weißt ja nicht, wie viele Briefe, E-Mails oder Anrufe kommen, wo sich zwei Freunde bekriegen oder falsch verstandene Wortmeldungen zu heftigen Diskussionen oder Auseinandersetzungen führen. Da geht es dann um Anspielungen, aber auch persönliche Animositäten. Das filtere ich tunlichst raus oder ich gehe mit ihnen ins Gespräch und sage: ‚Hör mal zu, das kannst du so nicht machen‘, oder ich schlage etwas vor.«

Er führt zahlreiche Neuerungen und diverse Kolumnen ein und hofft stets, dass die ihm zuarbeitenden Reychsberichterstatter und Landesredakteure ähnliche Freude an ihrem Job empfinden wie er.

Alle acht Wochen eine Zeitung zu produzieren, die den Wünschen und Interessen von mehr als 260 Mitgliedsvereinen in fünf Kontinenten gerecht wird, ist eine echte Herausforderung.

Die Arbeit wird jedoch nicht einfacher, denn der Ton in Schlaraffia ist rauer geworden. Dies führt in der Folge zu härteren und längeren Diskussionen in den einzelnen Schlaraffenreychen, zwischen den Mitgliedern und auch die obersten Gremien bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont.

Ob dies eine neue Tendenz innerhalb der Schlaraffen ist, die durch die Corona-Pandemie zutage trat? RAM sieht das pragmatisch: Als er seinerzeit das Kanzleramt übernahm, stellte ihm sein Vorgänger drei große Kartons mit Unterlagen aus vier Jahrzehnten vor die Füße, die er ausmisten und sortieren durfte. Schon damals gab es in diversen Schlaraffenreychen interne Auseinandersetzungen unter den Mitgliedern, die allerdings nie nach außen drangen.

Durch die Pandemie hat Schlaraffia an Intensität verloren. Plötzlich sitzen alle gelangweilt zu Hause und beginnen nachzudenken, sich um Angelegenheiten zu kümmern, die sie vorher niemals berührt hätten, man beginnt zu diskutieren und vielleicht auch zu streiten. Dies führt zu einem Verlust der Ausrittfreude, man geht der Konfrontation vor Ort aus dem Weg, denn das Internet trägt Auseinandersetzungen rasch – und auch anonym – durch die Welt.

Mit dem Uhu als oberster Instanz der Weisheit, eigener Zeitrechnung, eigener Währung und eigener Sprache bilden die Bund der Schlaraffen eine Gemeinschaft, die sich mit Vergnügen selbst persifliert Alle Abbildungen: © Prinz Rupi

Mit dem Uhu als oberster Instanz der Weisheit, eigener Zeitrechnung, eigener Währung und eigener Sprache bilden die Schlaraffen eine Gemeinschaft, die sich mit Vergnügen selbst persifliert. Sämtliche Abbildungen: © Prinz Rupi

Blick in die Zukunft

Ritter RAM ist Realist: Der Bund wird aufgrund der Überalterung einen deutlichen Mitgliederschwund erleben. Von derzeit rund 8.300 Sassen bleiben in den nächsten zehn Jahren vielleicht noch 5.500 übrig, die sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz verteilen, wenn nicht jeder Sasse die Initiative ergreift und Werbung für den Bund macht.

»Chancen, neue Mitglieder zu gewinnen, gibt es nur durch eine Öffnung der Gemeinschaft und indem wir unser schönes Spiel Freunden, Bekannten, Verwandten und natürlich auch der Öffentlichkeit vorstellen«, so Ritter RAM.

Die Burgtore sollten geöffnet werden, Dichterlesungen, Gitarrenkonzerte, Diskussionsveranstaltungen, ein Tag der offenen Tür, die Präsentation des Bundes in der Öffentlichkeit bei Vereinstagen, Stadtfesten etc., die Kontaktaufnahme zu den in der Stadt und Umgebung beheimateten Vereinen, und nicht zuletzt auch die Präsentation des Bundes in den sozialen Medien und dem Internet usw., vor allem aber das persönliche Gespräch mit »Jedermann« soll(t)en Interessenten anlocken.

Es werden Repräsentanten gebraucht, die eine Perspektive sehen und freudig in die Zukunft blicken. Die Veränderung beginnt im Kleinen, in den Reychen und Vereinen.

Ein Mann wie Peter Schaufler kann mit Schwarz-Weiß-Denken nichts anfangen. Er hat Turnierschach auf höchstem Niveau gespielt und als junger Schachspieler aus Judenburg Weltmeister Anatoli Karpov gegenüber gesessen.

»Da lernst du ganz schnell, dass es nicht nur eine zweite Möglichkeit gibt, sondern hundert andere«, meint er, das komme ihm nun in seinem Amt zugute. »Denk in Möglichkeiten, nicht in Schwierigkeiten«, lautet seine Devise, die er gern den Schlaraffen vermitteln möchte.

 

Erfahre mehr über die Schlaraffen

 

Die Leidenschaft bleibt

Chefredakteur RAM fühlt sich ganz besonders als Journalist, wenn er im Uhuversum unterwegs ist. Dann kann er schreiben, was ihm Freude macht, und die Veranstalter von Stiftungsfesten und anderen Events sind heilfroh, wenn er kommt, denn dann ist die Berichterstattung gewährleistet. Er versucht bei seinen Berichten, die Stimmungen einfangen, sodass der Leser bedauert, nicht dabei gewesen zu sein. Solche Artikel sollen auch die Ausrittfreudigkeit der Schlaraffen erhöhen und dienen als Motivation, andere Reyche in anderen Orten zu besuchen, neue Freundschaften zu knüpfen und bestehende zu pflegen.

In jede Ausgabe der Schlaraffen-Zeitung investiert er 135 bis 160 Stunden seiner Lebenszeit. Familie, Freizeit und Ruhestand sind ihm wichtig, doch die Leidenschaft für das Schlaraffentum ist der Brennstoff, der ihn vorwärtstreibt.

Peter Schaufler ist ein Mann, der trotz widriger Umstände und bescheidener Anfänge seinen eigenen Weg gefunden hat. Er ist geprägt von einer tiefen Leidenschaft für Musik, einem scharfen Verstand und einem unerschütterlichen Sinn für trockenen Humor. Seine Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Hingabe und Selbstdisziplin zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben führen können.

© Prinz Rupi


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Der Karajan vom Schillerplatz – eine persönliche Leseempfehlung

Juni 06, 2025
by Ruprecht Frieling
porträts, reportagen
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Karajan Titel kleinDer Karajan vom Schillerplatz – eine persönliche Leseempfehlung

Von Prinz Rupi

Als ich mit der Arbeit an meinem Buch Der Karajan vom Schillerplatz begann, dachte ich an eine Sammlung skurriler Anekdoten. Doch sehr schnell wurde mir klar: Ich war auf der Spur von Menschen, deren Leben weit mehr erzählt – über unsere Gesellschaft, unsere Geschichte und unsere Art, mit Eigenwilligkeit umzugehen. Deutschland steckt voller vergessener Biografien. Sie stehen in keinem Schulbuch, hängen in keinem Museum – und doch prägen sie das, was wir heute kulturelles Gedächtnis nennen.

Warum ein Buch über scheinbar kleine Leute?

Vielleicht fragen Sie sich: Warum schreibt jemand über einen Verkehrspolizisten, der mit eleganten Gesten den Verkehr dirigierte? Oder über einen Kupferschmied, dessen Furz ihn vor Gericht brachte? Ganz einfach: Weil sich in solchen Geschichten oft mehr Wahrheit, mehr Zeitgeist und mehr Menschlichkeit zeigt als in manch großer Biografie.

Günther Jacob

Günther Jacob war der berühmteste Polizist der DDR. Der Volksmund taufte ihn zum »Karajan vom Schillerplatz« Foto: © Peter Mirring

Der Karajan vom Schillerplatz – Stil im grauen Alltag

Günther Jacob war Verkehrspolizist in Dresden. Jahrzehnte lang stand er auf dem Schillerplatz – nicht einfach als Ordnungshüter, sondern als lebendige Skulptur, als Bewegungsperformer mit Taktstockcharme. Die Menschen nannten ihn bald „Karajan“. Seine Geschichte erzählt von Haltung, Eleganz und einem Stück DDR-Alltag, in dem sich Individualität ihren Weg bahnte – trotz Uniform.

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Kupferschmied Hermann Hilger furzte so laut, dass sogar der Tenno in Japan lachte

Der Hauptmann von Köpenick – ein Schelmenstück mit Tiefgang

Wilhelm Voigt, der Schuster, der in einer Uniform das preußische System narrte, steht sinnbildlich für eine Kritik, die bis heute wirkt: gegen blinden Gehorsam, gegen Autoritätsgläubigkeit. Seine Geschichte ist nicht bloß ein kurioser Streich – sie ist ein satirischer Spiegel für die Mechanismen von Macht.

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Victor Niklas, König von Schloss Lilllliput, hat eine der schillerndsten Sehenswürdigkeiten Brandenburgs geschaffen

Das Leben der Unangepassten – berührend nah

Was mich besonders berührt hat, war die Nähe dieser Figuren. Kurt Mühlenhaupt, das letzte Kreuzberger Original, oder Conny Brock, die „Lady im Büchermeer“ – sie alle lebten konsequent anders. Sie wollten nicht auffallen, und doch taten sie es. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Authentizität.

Jim Avignon

Jim Avignon, der »Tizian des Techno«, revolutionierte den Markt, indem er Kunst für jedermann erschwinglich machte

Ich wollte keine Heldenporträts schreiben. Es ging mir um das, was in den Rissen der Biografien liegt: Brüche, Träume, Widersprüche. Wie bei Karl Drais, dem Erfinder des Fahrrads, der zu Lebzeiten verlacht wurde. Und doch: Was wäre unser Alltag heute ohne seine Vision?

Die Kraft des Unangepassten

Was all diese Menschen verbindet: Sie sind ihrer Zeit nicht hinterhergelaufen. Sie haben ihren eigenen Weg gesucht, bewusst oder aus Not. Ferdinand Grimm, der „sündige Bruder“ der Märchensammler, ebenso wie Gustav Nagel, der „Jesus vom Arendsee“, der mit seiner radikal friedlichen Lebensweise gleich zwei Diktaturen ein Dorn im Auge war.

15 Der stumme Graf

Stephan Graf Bothmer hat den Stummfilm neu erfunden und saugt seine Zuhörer förmlich ein

Diese Figuren erinnern uns daran, dass Fortschritt oft von den Außenseitern kommt – von jenen, die nicht ins Raster passen und gerade dadurch neue Sichtweisen ermöglichen.

Kein Historiker – aber ein Suchender

Ich bin kein Historiker. Mich interessieren keine Jahreszahlen, sondern Lebensspuren. Ich habe mich auf den Weg gemacht – durch Archive, Städte, Dörfer, Gespräche. Und überall fand ich Menschen, die sich erinnern: an den Kupferschmied von Oelde, dessen teurer Furz auf Notgeld verewigt wurde, oder an Gustav Nagel, den barfüßigen Wanderprediger, dessen Geist in Arendsee bis heute spürbar ist.

Diese Geschichten gehören zu unserem kulturellen Erbe – auch wenn sie keine Denkmäler bekommen.

Die Traber-Familie

Die Traber-Familie brachen als älteste deutsche Artistenfamilie alle Rekorde als sie auf dem Drahtseil über die Zugspitze liefen

Warum dieses Buch gerade jetzt wichtig ist

Wir leben in Zeiten harter Fronten, lauter Meinungen, großer Vereinfachungen. Umso wichtiger sind Stimmen, die Vielfalt zeigen. Lebenswege, die uns nicht belehren, sondern berühren. Der Karajan vom Schillerplatz ist genau das: ein Plädoyer für den Eigensinn, für Menschlichkeit und Humor im Alltäglichen.

Vielleicht entdecken Sie beim Lesen, dass Ihnen einer dieser Menschen näher ist, als Sie zunächst dachten. Vielleicht sogar, dass in jedem von uns ein bisschen Karajan, ein bisschen Hauptmann und ein Hauch Gustav Nagel steckt.

19 Jesus vom Arendsee

Gustaf Nagel war als Jesus von Arendsee einer der Vorväter der Hippies und machte seinen Heimatort weltberühmt

Einladung zum Lesen

Ich lade Sie ein: Kommen Sie mit auf diese Reise durch ein anderes Deutschland – eines voller Originale, voller leiser Helden, voller Überraschungen. Dieses Buch ist mein persönlicher Versuch, den scheinbar kleinen Biografien den Platz zu geben, den sie verdienen: mitten unter uns.

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Am 14. Juni lese ich um 16:00 Uhr auf dem Literaturfest Meißen aus dem »Karajan von Schillerplatz«

»Der Karajan vom Schillerplatz« ist als hochwertig gebundenes Hardcover zum Preis von € 20,- direkt beim Verlag oder über jeden lokalen Buchhändler (ISBN 978-3-96887-030-4) bestellen. Und natürlich ist es auch bei allen Online-Händlern verfügbar.

© Text und Bild Prinz Rupi 2025 

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Schönheit hat ihren Preis

August 02, 2023
by Ruprecht Frieling
KI-Kunst, porträts
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Schönheit hat ihren Preis, sagte schon Kaiserin Soraya

© Prinz Rupi

Schönheit hat ihren Preis, sagte schon Kaiserin Soraya

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Wilhelm Busch, Vater der Comics

April 14, 2007
by Ruprecht Frieling
museum, porträts
80 Comments
Wilhelm busch

Wilhelm Busch

Seine Geschichten und Figuren kennt wohl jeder. Max und Moritz, die fromme Helene, Hans Huckebein und viele andere Bilderpossen begeistern Generationen. Wilhelm Busch, Autor der satirischen Geschichten, legte mit seinem Werk den Grundstein für die facettenreiche Comicflut, die sich inzwischen über uns ergießt.

Am 15. April 1832 erblickt Wilhelm Busch als das erste von sieben Kindern im niedersächsischen Wiedensahl das Licht der Welt Sein Vater ist Krämer, klein, kraus, rührig, mäßig und gewissenhaft; stets besorgt, nie zärtlich; zum Spaß geneigt, aber ernst gegen Dummheiten. Er raucht beständig Pfeifen, aber, als Feind aller Neuerungen, niemals Zigarren, nimmt daher auch keine Streichhölzer, sondern bleibt bei Zunder, Stahl und Stein oder Fidibus. Jeden Abend spaziert er allein durch das 800-Seelen-Dorf zur Nachtigallenzeit in den Wald. Wilhelms Mutter, still, fleißig, fromm, pflegt nach dem Abendessen zu lesen. Sie leben einträchtig und häuslich, so beschreibt Busch die Idylle seiner Kindheit und Jugend. Gesangbuchverse, biblische Geschichten und eine Auswahl der Märchen von Andersen sind die früheste Lektüre des Mannes, der das verträumte Fleckchen Erde namens Wiedensahl berühmt macht.

Es lohnt sich, von eingefahrenen Straßen abzubiegen, um Wiedensahl bei Hannover und damit Wilhelm Busch zu besuchen. Erhalten ist dort das Wilhelm-Busch-Geburtshaus, das sich als Museum dem Andenken des Meisters widmet. Das Museum wurde 1957 gegründet und 1968 gründlich von außen und innen renoviert. Gezeigt werden unter anderem das Bett des Künstlers, einer seiner berühmten großkrempigen Hüte, sein Spazierstock. Viele Bilder zeigen Motive, die der aufmerksame Betrachter in Wiedensahl und Umgebung heute noch findet. Busch liebt das stille Dörfchen »an den Grenzen der Welt, wo das Getöse der großen Maschine nur noch gedämpft zu hören ist«. Hier entstehen seine inzwischen millionenfach in vielen Sprachen und Dialekten verbreitete Bildergeschichte »Max und Moritz«. In Wiedensahl zeichnet und schreibt Busch »Die fromme Helene«, »Plisch und Plum« und die »Knopp«–Trilogie. In schaumburgischer Abgeschiedenheit kreiert er muntere Bildergeschichten, die in den »Fliegenden Blättern« und den »Münchner Bilderbogen« erschienen und als Urahnen der modernen Cartoons angesehen werden.

Busch entwickelt eine ihm eigene, persönliche Bildpoesie, ein unnachahmbar typisches Wechselspiel von Zeichnung und Poesie. Seine meisterhafte Lautmalerei sticht positiv ab von der oft unbeholfenen Hilflosigkeit der Texter vieler moderner Bildergeschichten, wenn man allein die Versuche, Geräusche in Begriffe umzusetzen (»peng!, kracks!, klirr!«), vergleicht. Bei Busch macht eine Türglocke »Pingelpingel«, eine Kutsche auf steiniger Straße »Bummelbammel hulterpulter«; eine Statue, die vom Gesims fällt »klickeradoms«. Und wenn ein voll beladener Kaffeetisch umstürzt, schallt das bei Busch »Rumbumklakerakplimplink«.

Der Zeichner nimmt in seinen launigen Werken den Menschen aufs Korn, dieses zweibeinige Wesen, das schläft, ißt, trinkt, heiratet, Kinder bekommt, stirbt, das vom Leben gezwackt und gequält wird, ewig zur Schule geht und doch nichts lernt. Busch bleibt immer ein Philosoph mit dem Zeichenstift, ist ein Mann des bisweilen pessimistischen Humors, ein Jünger Schopenhauers. Busch gilt als der verkörperte niederdeutsche Humor; in breiter Behäbigkeit sitzt er auf seinem Sorgenstuhl, stellt lachend seine Betrachtungen an und orakelt über sich selbst, über Welt und Menschen. Er sagt mit tiefsinniger Miene selbstverständliche Wahrheiten und mit selbstverständlicher Miene Tiefsinniges. Er freut sich an allem, das behäbig, gemütlich und bequem ist. Er liebt gutes Essen und Trinken, ruhigen Lebens- und Liebesgenuß und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen: »Lachen ist mir der Ausdruck relativer Behaglichkeit. Ich bin ein Mensch und erfreue mich gern an den kleinen Verdrießlichkeiten und Dummheiten anderer Leute.«

Buschs Humor ist angewandte Philosophie. Er besteht darin, dass er die einfachsten Äußerungen des Lebens, die alltäglichsten und niedrigsten Betätigungen mit den Blicken und Ansprüchen eines Philosophen mißt. Der Humor des Wilhelm Busch besteht darin, in dieser kleinen, lächerlich trivialen Welt Ausblicke auf das große Sein zu eröffnen. Bei einer Ohrfeige philosophiert er über Kraftumwandlung, bei einem Maulwurf über Leben und Tod. In Kinderstreichen sieht er das Gute wie das Böse, bei harmlos scheinenden Hundegeschichten bietet er Hinweise auf Erziehungsfragen.

Die Figuren des Karikaturisten sind meist äußerlichen, schmerzhaften Unannehmlichkeiten ausgesetzt. Blut fließt dabei, und böse Buben enden in Fallen raffinierter Grausamkeit und Heimtücke. Was seinen Helden alles zustößt, in welche peinliche Situationen sie gebracht werden, wie leicht bei ihm die Dinge umstürzen, zerbrechen, Menschen fallen, andere mit sich reißen, ist tragikomisch. Zum Schluß spielt sich oft ein ganzes Feuerwerk von Beziehungen und Verwicklungen, ein allgemeines unkontrolliertes Tohuwabohu ab. Doch stets ist der Humor des Wortes erlösend, man weiß, das ist doch nur ein Scherz.

Zum Zeichenstift findet Busch durch Zufall. Nachdem er sich unter dem Pseudonym »Motzhoven« an Opern versucht hat, schleppt ihn ein Bekannter in Düsseldorf in eine Malschule. Von dort gerät er nach Antwerpen, wo er zum ersten Mal die Werke alter Meister sieht. Und da selbst der Taschendieb täglich auf Arbeit ausgeht, versucht Busch sich künftig als Dichter und Karikaturist.

Zu eigenen Werken steht Busch zeitlebens in amüsierter Distanz. »Ich betrachte«, schreibt er an einen Freund, «meine Sachen einfach als das, was sie sind, als Nürnberger Tand, deren Wert nicht in ihrem künstlerischen Gehalt, sondern in der Nachfrage des Publikums zu suchen ist.« Dass zum Erfolg aber neben dem guten Autoren auch ein verständiger und weitsichtiger Verleger gehört, muß Busch bisweilen mit Verbitterung erleben. Seinen »Max und Moritz«, das mittlerweile berühmteste Kinderbuch deutscher Sprache, bietet er dem Dresdener Verleger Richter sogar kostenlos an, doch der lehnt verschlafen ab. Für ein Taschengeld verkauft Busch seine Bildergeschichte schließlich an einen anderen Verlag. Tausend Gulden, umgerechnet 1.710 Goldmark, bekommt er für sein Stückchen, das ihn zum Millionär hätte machen können. Er bezahlt mit dem Honorar drückende Schulden. Und es gibt noch mehr Wolken, die den Himmel verdunkeln.

Wegen seines Buchs »Der heilige Antonius von Padua« wird er auf »Herabwürdigung der Religion und Erregung öffentlichen Ärgernisses durch unzüchtige Schriften« verklagt. Der clevere Busch dreht den Prozeß um zu einer Public-Relations-Kampagne für sein neues Opus, bis er schließlich freigesprochen werden muß. Lediglich in Österreich-Ungarn und im zaristischen Rußland bleibt das »Pamphlet« als aufwieglerisch verboten.

Ein ähnlich starker Renner wie der heilige Antonius wird »Die fromme Helene«, die es bekanntlich mit einem Priester treibt. Es ist die nach »Max und Moritz« meist gedruckte Geschichte des Zeichners aus Wiedensahl. Der bald als Kirchenfeind Verschrieene spießt noch manchen Frömmler, Jesuiten und Pastor auf die Spitze seiner Zeichenfeder. Mitunter ist er dann aber auch biedermeierlich brav, verträumt, Spitzweg-like. Er läßt die Mühle am rauschenden Bach klappern, träumt von starkem Tobak und knisternden Kaminen, schließt mit Bienen und possierlichen Käfertieren Freundschaft. Das sind behagliche Ruheinseln vor dem mitreißenden Sturm der nächsten aktionsreichen Bild-Feuerwerke.

Sein Bart ist schon schlohweiß, das Werk zur Vollendung gebracht, als Wilhelm Busch am 9. Januar 1908 in Mechtshausen (heute zu Seesen) im Alter von 76 Jahren stirbt. Vergessen ist er seitdem keineswegs. Im Gegenteil. Die Gemeinde der Wilhelm-Busch-Fans wächst kontinuierlich und krisenfrei.

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  • Wie man einen alten Ochsen in Gang bringt. Eine Allegorie
  • Was ist Erfolg? Oder: Scheitern als kreativer Prozess
  • Bleib dir selbst treu!
  • Gedicht-Wettbewerb »Der lachende Uhu«
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  • Ein Leben für die Kultur: Zum Abschied von Manfred Eichel
  • Zyn – die moderne Sucht
  • Fesselnde Porträts: Prinz Rupis »Der Karajan vom Schillerplatz«
  • Lesekultur im Wandel: Überlebt das Buch?
  • Lexika im digitalen Zeitalter: Warum gedrucktes Wissen unersetzlich bleibt
  • Die Weisheit des Hofnarren oder: Die Last der Sorgen
  • Prinz Rupi liest Groteske von Hermann Harry Schmitz
  • Abschied mit Wehmut: Clown-Museum Leipzig schließt
  • Abschied von John Mayall: Der Vater des britischen Blues
  • Teuflisches Opern-Spektakel: »Der Freischütz« in Bregenz
  • Spektakulär: Steampunk Meißen 2024
  • Kunst trifft Natur: Prinz Rupis Meisterwerke im Rosengarten Forst
  • Schreiben bleibt die schönste Nebensache der Welt …
  • Girl from Tokyo – ein Prompt im Vergleich
  • Warum wir essen, wie wir essen: Eine Reise in die Vergangenheit
  • BoD vs. KDP/Amazon: Über Leistungsversprechen und »Compliance«
  • Ein Jahrhundert Franz Kafka: Die zeitlose Relevanz eines literarischen Genies
  • Ich habe einen Joint gedreht – was nun? Ein Ratgeber für Kiffer
  • Leipzig im WGT-Fieber: Das Festival der Schwarzen Szene
  • Die Geschichte vom Zeitvertreib und der verlorenen Stunde
  • HILFE: Mein Hund hat AD(H)S!
  • Der Nussknacker-Modus
  • Für alle Freunde des Western: »Das Grenzerbuch«
  • Neuerscheinung: »Die Schöpfung« von Prinz Rupi
  • Siegfried Sack † – Der sakrale Bildhauer
  • Lutz Görner ist tot. Ein Abschied
  • Möhrenmassaker im Osterland
  • Leipziger Buchmesse zwischen Tradition und Trend
  • Fotograf Jürgen Henschel: Der Mann mit der Leiter
  • Prinz Rupi im Jahr des Drachen
  • Wenn schwarze Schweine träumen
  • Der Mythos von der Unentbehrlichkeit
  • Tausche Zement gegen Hemingway
  • Unsere Zukunft ist in Gefahr. Prinz Rupi sagt NEIN!
  • Prinz Rupi spricht Friedrich Nietzsche: »Vereinsamt«
  • KRISENMODUS – Wort des Jahres 2023
  • PISA-STUDIE: Brauchen wir überhaupt noch Schulen?
  • Leinwand-Lyriker RALPH TURNHEIM rockt den Stummfilm
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  • Fünf Lehren über das Geld aus »DER KLEINE PRINZ«
  • Dunkel war’s, der Mond schien helle
  • Sprachverwirrung Deluxe: Wenn DIKTATSOFTWARE zum Dichter mutiert
  • Dampf & Design: Werdau im STEAMPUNK-Fieber
  • Literarisches Comeback: „DER BÜCHERPRINZ“ auf der Frankfurter Buchmesse
  • JOHN McLAUGHLIN – Legende des Fusion
  • BUCHBERLIN 2023 im Bild: Ein Fest für Buchliebhaber
  • Oper EUGEN ONEGIN in Barcelona
  • CHRIS FARLOWE und Colosseum: Auftritt der alten Meister
  • Mit Zahnrad, Zylinder und Magie: STEAMPUNK im sächsischen Freital
  • NEW HEALING FESTIVAL: ein Fest der Sinne
  • Schönheit hat ihren Preis
  • Prinz Rupis »Ring des Nibelungen«: Keine Sekunde Langeweile
  • Mampe zeigt 100 KI-BILDER zum Thema Elefanten
  • Mit Zahnrad und Zylinder: Meißen taucht in STEAMPUNK ein
  • Prinz Rupi lässt bei Mampe 100 ELEFANTEN fliegen
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  • Interview mit NAPOLEON BONAPARTE: »Die Feder ist mächtiger als das Schwert«
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Sämtliche Texte und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird anwaltlich verfolgt. © Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi, Berlin
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