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Stefan Kaminski präsentiert Wagners "Ring des Nibelungen"

Juli 09, 2011
by Ruprecht Frieling
Oper, richard wagner, ring des nibelungen, stefan kaminski
4 Comments
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Kaminski 03

Ob als Wotan Wahnsinn, hässlicher Zwerg Mime, lodernder Lichtgott Loge – Stefan Kaminski zieht im Ring des Nibelungen sämtliche Register • Sämtliche Fotos: © Ruprecht Frieling

Es knistert, knarrt, knurrt und kratzt. Plötzlich keift ein grelle Weiberstimme: Wotan, Gemahl, erwache! Mit diesen Worten weckt Fricka ihren Mann, den Götterboss, aus seinen Träumen von Macht und Ruhm. Der reckt sich und ist sogleich vom Anblick seines neuen Palastes gefesselt: Die von ihm in Auftrag gegebene Götterburg ist vollendet! Mit der abenteuerlichen Reise durch die Welt der Götter, Riesen und Zwerge beginnt der spannendste Krimi der Opernwelt: Richard Wagners legendäre Oper »Der Ring des Nibelungen«.

Auf der Bühne agiert ein junger Schauspieler. Der scharrt mit den Füßen in einem Sandkasten, schlägt Kühlschranktüren zu, rasselt mit allerlei Gerät und flüstert, stöhnt, schmeichelt, quietscht und brüllt in verschiedene Mikrofone, die um ihn herum postiert sind: Stefan Kaminski ist allein auf weiter Flur und erzählt an insgesamt vier in sich geschlossenen Abenden das Heldenepos vom Kampf um den Ring der Macht, indem er sämtliche Figuren verkörpert, die in dem Vierteiler auftreten: mal ist er Gottheit, mal ist er Riese, mal Zwergenfürst. Kaminski gibt den Waldvogel wie den im Wald lauernden Drachen, er spielt die Guten wie die Bösen, und er lässt seinen Zuschauern dabei keine Zeit, auch nur kurz nach Luft zu schnappen.

Im Hintergrund der Bühne agiert Kaminskis Band: Hella von Ploetz spielt Glasharfe, ein seltsames Instrument mit unglaublicher Klangbreite, Sebastian Hilken betätigt Kontrabass, E-Cello und Perkussion; Natascha Zickerick bläst in Tuba und Gartenschlauch und dreht die Windmaschine; Stefan Brandenburg bearbeitet Synthesizer und Nadelklavier. Es werden gelegentlich E-Gitarre, eine kaputte Zither, eine Schalmei und das Theremin, eine Ätherwellengeige, eingesetzt. Gemeinsam weben sie einen Klangteppich, der Kaminskis Inszenierung zu einem Hör-Spiel der feinsten Art macht: Es ist schlicht atemberaubend, wie spannend, zeitnah und jung Wagners Ring des Nibelungen dargeboten wird.

Bei Kaminski gibt es kein, wie sonst bei klassischen Wagner-Opern üblich, hundertköpfiges Orchester, das den unvergleichlichen Wagner-Sound erzeugt. Hier schweben keine singenden, schwergewichtigen Walküren an Ketten hängend durch die Luft. Es schnaufen keine Fleischklopse über die Bühne, die zwar stimmgewaltig von Minne und Liebe singen, denen aber schon aufgrund ihrer Proportionen kaum zuzutrauen ist, in einem One-Night-Stand schnell einen Helden zeugen zu können. Es fällt auch keine metallene Tatze in den staubigen Bühnenraum, die einen Drachen verkörpern will.

Alles ist anders bei Stefan Kaminski. Bei ihm wird Wagners Opernkrimi zu dem, was Wagner zu seiner Zeit schon wollte: zu purem Rock´n´Roll. Ich kenne keinen besseren Einstieg in Wagners Welt als Kaminski live zu erleben, und ich habe von Bayreuth über Salzburg und London alles gesehen, was die Spielpläne hergeben. Jetzt gibt es endlich wieder Gelegenheit, den Stimmen-Morpher live zu erleben: In der „Neuköllner Oper“ spielt er ab 19. Juli den vollständigen Ring des Nibelungen gleich drei Mal hintereinander!

Um zu erfahren, wie der 1974 in Dresden geborene Mime auf die Idee kam, ausgerechnet die schwierigste Oper der Musikgeschichte für ein dreidimensionales Live-Hörspiel auszuwählen, traf ich Stefan Kaminski in Berlin.

Kaminski 05

Stefan Kaminski kennt sein Publikum genau

Jeder wünscht sich, ein Siegfried zu sein

Stefan, Du sprichst eine Zielgruppe an, die sich nie freiwillig für Wagner öffnen würde, indem du die Geschichte vom „Ring des Nibelungen“ auf eine ungewöhnlich junge Weise erzählst. Wie hast du es geschafft, Wagner zu knacken?

Meine Frau hat lange bei Sony Klassik gearbeitet und mir die Schönheit und Tiefe der Geschichte nahe gebracht. Über den Zauber und die Mystik der Rheingold-Klänge bin ich dazu gekommen, das Libretto beim Hören durchzulesen. Damals machte ich schon mein Programm Kaminski on air, das sich vornehmlich Trash-kompatiblen Filmstoffen gewidmet hat, las diese Geschichte von den großen Antipoden, den Zwergen und Riesen, den Menschen, Göttern, Naturgewalten und sphärischen Zwischenwese und bekam eine Gänsehaut.

Schon im ersten Teil der Operntetralogie, dem Rheingold, öffnet sich ein Wahnsinnsszenario, das die Geschichte anreißt und bis in die Götterdämmerung führt. Die Archaik im Rheingold, die sehr melodramatisch zarte Liebesgeschichte der Walküre. der trashige, fast slapstickartige Siegfried und schließlich der bestialische Krimi Götterdämmerung als Apokalypse, aus der möglicherweise wieder etwas Neues entstehen könnte.

Das alles war so monumental, dass ich mich dem unbedingt annähern wollte. In meiner früheren Wirkungsstätte, dem Deutschen Theater, war ich mit meinem Format Kaminski on air schon so etabliert, dass ich mit dem Ring des Nibelungen auf offene Ohren stieß. Begonnen hatten wir in der Box; die Nachfrage war aber so groß, dass ich in die Kammerspiele gewechselt bin. So ist dann peu à peu der vierteilige Zyklus entstanden.

Von Anfang an bestand die Absicht, alle vier Teile, so unterschiedlich sie mir erschienen, ohne das große Gebläse eines riesigen Orchesters auf unterschiedlich temperierte Weise zu erzählen. Ich stelle kein Format vor, das über alle vier Teile gleich bleibt nur mit anderem Text, sondern unterscheide diese deutlich vom Klangmaterial wie von der Lesart. Ich beginne also mit dem mystisch-archaischen Rheingold, gehe dann zur zarten, knapp über der Stille liegenden Walküre, mache Siegfried als Haudrauf mit Pop-Musik und Eurovision-Trara richtig spannend und ende schließlich mit dem Neubauten-Gemetzel am Ende, der Götterdämmerung.

Du arbeitest mit den verschiedensten Klängen und teilweise abenteuerlichen Geräuschen. Lediglich ab und zu klingt dabei eines der großen Wagnerschen Leitmotive an. Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Live-Hörspiel?

Alles hat sich ergeben aufgrund meiner tollen Musiker, die ihre Instrumente auf eigene Art und Weise einsetzen: Sie spielen nicht nur Cello, sondern können dies auch mit dem Lappen bearbeiten; sie bedienen die Glasharfe, ein Instrument, das kein Mensch kennt; sie spielen auf einer verbeulten Posaune oder setzen einem Gartenschlauch ein Tuba-Mundstück auf und imitieren damit ein Waldhorn.

Mein Format bietet an sich schon die Möglichkeit, die Geschichte neu zu erzählen, die Figuren durch mich wandern zu lassen und die Musik mit lediglich zwei, drei Musikern anders zu gestalten, Motive zu adaptieren aber auch eigene Entsprechungen für die Landschaften, die Wagner zaubert, zu basteln. Eigentlich handelt es sich im Ergebnis um die Erfüllung dessen, was ich seit meiner Kindheit erträume, und ich möchte es gern bis zur Rocker-Rente spielen: Meine Mischung aus Theater, meine Liebe zum Hörspiel und der Werkstatt, der Band, die ich brauche, um den Kontakt zum Publikum zu halten und Zwiesprache zu halten. Mein Ring ist also keine in sich abgeschlossene heilige Veranstaltung, ich erzähle die Geschichte mit dem Witz, der Anzüglichkeit, der Brisanz und der Tiefe der Geschichte ehrlich und mit einem Augenzwinkern.

Erstmals gehört hast Du Wagner auf CD in einer Einspielung mit Solti. Dann hattest Du die Chance, nach Bayreuth zu fahren und den Tankred-Dorst-Ring komplett zu sehen. Du kanntest den Bogen der Geschichte, hast Dir dann auch andere Inszenierungen auf DVD besorgt und in der Deutschen Oper Berlin die Inszenierung von Götz Friedrich gesehen. Hat Dich die Musik fasziniert oder war es eher der Inhalt?

Mich hat die Musik zum Inhalt geführt. Ich kannte zuerst nur die Musik. Es ist der Reiz der Arbeit gewesen, das Libretto endlich mal auszustanzen. Ich bin eigentlich kein großer Opernfan. Meine Basis war immer Heavy Metal, weil ich 1986 damit angefangen habe. Übrigens besteht eine große Nähe vieler solcher Kapellen zu der Musik von Wagner hinsichtlich der Dramatik und dem Geschichtenerzählen, ich rede jetzt nicht von Dumpfbackenmetall sondern von Geschichtenerzählern, von Leuten, die was bieten, die eine Vielfalt und Offenheit haben. Mozart als Opernkomponist beispielsweise hat mich nicht so überwältigt. Ich mag Macbeth von Verdi, ich mag Madame Butterfly und die Tosca von Puccini.

Wie darf man sich das nun weiter vorstellen: Du hast die Musik gehört, das Libretto gelesen, Inszenierungen gesehen und Dich damit auseinander gesetzt?

KaminskiOnAir Schuber 3D1

Inzwischen gibt es den »Ring des Nibelungen« von Kaminski ON AIR auch auf DVD und CD

Beim Hören des Rheingold habe ich gespürt, dass ich einen episch wertigen Stoff gefunden hatte, der eine ernstzunehmende, tiefe Geschichte erzählt. Ich konnte mir gut vorstellen, dass ich auch stimmlich eine breite Palette fahren kann mit den menschlichen, nichtmenschlichen und ätherischen Gestalten. Da sehe ich über die witzige Idee hinaus, dass jemand alle Figuren spielt, die Story auf die Spitze treibt und scharfkantig überzeichnet, die Chance, eine Geschichte von Weltbelang zu erzählen, von der man berührt sein kann, wo man tiefer nachschürfen kann, wo man mit Charakteren ins Verderben gehen kann, wo man (bei einer unerfüllten Liebe) eine Träne vergießen kann.

Während der Bearbeitung sind mir noch viel mehr Dinge aufgegangen. Aktuelle Themen wie die Vergewaltigung der Natur, aber auch die allgemein menschliche Seite: der Ehekrach Fricka-Wotan (erinnert mich an Loriot).

Mein Ring von unten soll für alle verständlich sein. Ich will Bezüge herstellen, die sich jedem erschließen. Das war für mich die Möglichkeit, nicht nur mein Publikum zu beeindrucken sondern mich selbst weiterzuentwickeln und sowohl den Witz wie die schmerzhaften Momente nebeneinander zu stellen. Jeder wünscht sich, ein junger Siegfried zu sein, und mit dem Schwert eine Bresche in die Welt zu schlagen! Siegfried wiederum ist der einzige Ausweg für Wotan, diesen angehalfterten Politiker, der dem Suff erlegen ist. Für ihn gibt es keinen Weg zurück, sobald er Herr des Ringes wird, ist er dem Verderben geweiht. Wenn er ihn aber nicht behält, wird er jemanden anderem in die Hände fallen, der ihn wiederum absetzt und entthront. Also ist Wotans einzige Hoffnung, einen Folgemenschen zu finden, der in seinem Sinne weitermacht und ihn dennoch als Gottvater respektiert, um seine alte Welt zu erhalten, und das ist Siegfried.

Hast Du einen Lieblingscharakter in der »Ring«-Besatzung?

Mir ist Loge am nächsten, der Mann, der als Einziger eine normale Sprache spricht und doch Halbgott ist. Ich habe lange geknobelt, wie Loge klingen kann. Ihn schließlich im Sprechgesang rappen zu lassen, war auch für mich eine neue Erfahrung. Das ist eine Figur, die steht außerhalb der anderen Akteure. Schwierig war für mich bei einem 80-Minuten-Format die knackig nötigste Fassung zu schaffen und ein jeweils neues Klima ohne Redundanzen zu schaffen und jedes Mal neu erklären zu müssen, worum es überhaupt geht.

Welchen unverschämten Mut verlangt es, sich hinzustellen und alle Figuren an vier Abenden selbst zu präsentieren? Verlangt das eine unglaubliche Chuzpe, ein wahnsinniges Selbstbewusstsein, ein unglaublich freches Gemüt?

Es ist wirklich aus einem emotionalen Bedürfnis entstanden, aus Spiellust, aus Spielwut. Ich habe Informationen für die Menschen da draußen, ich habe die Möglichkeiten, mittels meiner Kunst Aufmerksamkeit zu erzeugen und ins Publikum zu transportieren. Ich wollte schon als Kind in vielen Stimmen sprechen und den gesamten Background dazu selbst erzeugen.

Hat die Schauspielerei nicht gereicht? Wie kommt es zu der Erweiterung? Hast du nie Angst vor dem Scheitern gehabt?

Kaminski 04

Stefan Kaminski: Mit Richard Wagner auf du und du

Ich wollte immer mehr am Theater machen als ich machen durfte. Ich habe als Ensembleschauspieler Hauptrollen gespielt und dann bei einem Deppen den Baum von links … ich hatte mehr vor und zugleich das Gefühl, nicht alles bringen zu können, was ich kann.

Dimiter Gotscheff und Jürgen Kruse waren Regisseure, die mich in die Tiefe des Theaters gesogen haben. Von Kruse habe ich die Art und Weise, gemäldeartig mit tiefer Dunkelheit und in ganz vielen Feinheiten an den Stoff heranzugehen, den Dreck, den Rock´n´Roll, die Wildnis. Von Gotscheff habe ich das beißende fratzenhaft Viehische der Figuren, die aufeinander losgehen, mitgenommen. Bevor ich überhaupt Schauspiel studiert habe und am Theater war, hatte ich Spielwut und Freude, mit Menschen wie meinen Musikern zusammen zu arbeiten, die Dinge können, die ich nicht kann.

Ich wollte Wagner knacken, habe die Geschichte durchgekaut, geschrieben, umgeschrieben, »Siegfried« ist eine Slapstick-Nummer; das ist Rock´n´Roll.

Im »Deutschen Theater« hattest Du mit dem »Rheingold« begonnen als Test. Im Spielplan stand damals die Ankündigung, dass alle vier Teile kommen sollten, und das hast Du in 2010 auch tatsächlich realisiert. Praktisch hast Du einen Text geschrieben und inszeniert, oder wie lief das?

Nach der Wende 1991 habe ich mir einen Kassettenrecorder und ein Mikro gekauft und begonnen, eigene Radioshows zu machen und Interviews mit Bands (die ich alle selber war) und Musikeinspielungen (die ich komplett selber gemacht habe). Dann habe ich die Geschichte vom »Ring des Nibelungen« aufgeschrieben, mir dazu ein gelbes Reclam-Textheft gegriffen und Notizen gemacht. Zuerst habe ich Textstreichungen vorgenommen und die Story auf das Notwendigste gekürzt. Zu den Figuren habe ich mir kleine Icons gemalt, um sie zu charakterisieren. Ich hatte auch schon Kontakte zu meinen Musikerfreunden und kannte die Möglichkeiten der Instrumente.

Die Musiker waren frei bei der Gestaltung. Ich wollte bestimmte Temperaturgrundanlagen und Akzente. Jeder macht das, was er am besten kann, und deshalb erzählen wir die Wahnsinnsgeschichte vom »Ring« gemeinsam als Band.

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65 Jahre Bikini – ansonsten nackt!

Juli 08, 2011
by Ruprecht Frieling
Amazon, Autor, E-Book, E-Book, Kindle, Prinz Rupi, Self-Publishing, Verlagssuche, Verleger, wilhelm ruprecht frieling
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Kindle - Wie die Germanen den Tanga erfanden - Titel
Titel des neuesten E-Books von W.R. Frieling, das ab sofort für nur 99 Cent bei Amazon erhältlich ist

Der Bikini feiert Geburtstag und wird tatsächlich schon 65 Jahre jung. Anfangs als Kleidungsstück „leichter“ Mädchen apostrophiert, wurde den Trägerinnen der Eintritt ins öffentliche Badeanstalten verwehrt. Erst Schauspielerin Ursula Andress machte als Bondgirl im Bikini sich selbst und das Kleidungsstück berühmt und gesellschaftlich akzeptabel. Dabei sprangen unsere Vorfahren splitterfasernackt in die Fluten …

Unsere Ahnen waren alles andere als prüde und badeten gern nackt. Stiegen sie gemeinsam in den Zuber, dann waren sie hüllenlos. Im Badehaus knüpften sie neue Verbindungen und Liebschaften. Ein Bader verkuppelte lebenslustige Singles gegen Handgeld. Doch dann kam die Syphilis, und die Freude am sinnenfrohen Bade ebbte ab. Bis die Germanen schließlich den Tanga erfanden, war allerdings noch ein weiter Weg …

Auch beim Teetrinken dachten unsere Vorfahren gern an Sex. Teegesellschaften des Biedermeier waren ideale Kontaktbörsen. Man blickte erwartungsvoll in dünnwandige Tassen und interpretierte Schaumkränzchen als Vorzeichen amouröser Abenteuer. Dabei hatte sich der erstmals 1610 aus Asien importiere Aufguss aus schwarzen Blattspitzen nur unter großen Schwierigkeiten zum Salongetränk gemausert …

Eher aus politisch-weltanschaulichen Gründen schlossen sich derweil Adlige, Politiker, Wissenschaftler und Künstler zu geheimen Bünden zusammen: Mit Friedrich dem Großen erfuhr die Freimaurerei in Preußen enorme Popularität. Trotz Verfolgung, Scharlatanerie und Verbot hält das Interesse an dem ausschließlich dem männlichen Geschlecht vorbehaltenen Geheimbund bis in unsere Tage an …

In drei historischen Miniaturen beschreibt mein neuestes E-Book Episoden der deutschen Kulturgeschichte.

Wie die Germanen den Tanga erfanden …
Historische Miniaturen
Umfang: ca. 64.000 Zeichen
ISBN 978-3-941286-72-6
Listenpreis: € 0,99
http://www.amazon.de/dp/B005AWM9E8

Dieses E-Book enthält folgende Miniaturen:
• Wie die Deutschen das Teetrinken lernten
• Wie die Deutschen Freimaurer wurden
• Wie die Germanen den Tanga erfanden

Kindle-E-Books können mit der kostenlos bei Amazon erhältlichen Kindle-App auf jedem PC, MAC, iPhone, Backberry, Android, iPad, iPod touch oder mittels WINE auf Linux gelesen werden.

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Ich will keine Armbanduhren, ich will endlich wieder Sex!

Juli 01, 2011
by Ruprecht Frieling
Humor, Satire, Sex
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Three lovers Getty

Wie fanden sich eigentlich Sexpartner vor der Erfindung des Internets? Der französische Maler Théodore Géricault (1791 – 1824) schien es zu wissen. Repro: Digital image courtesy of the Getty’s Open Content Program

Seit 40 Jahren nutze ich einen E-Mail-Account, der mir stets zuverlässig das bescherte, wovon ich kaum zu träumen wagte: Sex, Sex, und immer wieder Sex. Waren es üppige Sekretärinnen, die mich bedienen wollten oder blutjunge Lolitas, denen ich es „richtig“ besorgen sollte: Selbst in den Pionierzeiten des elektronischen Briefverkehrs, und ich spreche über eine Zeit, die lange vor der Erfindung des World Wide Web lag, wurde mein Elektrobriefkasten stets mit hüllenlosem Sex, dem digitalen Grundnahrungsmittel Nummer Eins, versorgt.

Lotusblumen aus aller Welt

In der Pionierzeit des Mediums waren es heiße Amerikanerinnen mit Furcht einflößenden Riesenbrüsten, die mich begehrten. Sie schlugen anfangs per Wort, später per Bild und dann per Film in meinem AOL-Postfach auf. Jedes Mal, wenn eine Stimme »You got Mail« aus dem Off krächzte (später übersetzte sie ihren Lockruf in »Sie haben Post«), traten mir Schweißperlen auf die Stirn, denn ich wusste: Sie riefen mich, und sie wollten mich wiedersehen!

Lichtjahre später kamen Botschaften von zierlichen Kindfrauen aus Asien. Die offerierten ihre Dienste auch gern im Duo oder gleich als Großfamilie. Die bienenfleißigen Lotusblumen wurden wiederum von kräftigen Körpern mit osteuropäischen Namen verdrängt, deren Triebhaftigkeit wie Peitschenknall in meinem Postfach widerhallte: Olga, Tamara und Natascha suchten mich.

Die Damen müssen in der kalten Heimat ihre Meister gefunden haben. Denn nun meldeten sich junge deutsche Frauen, die mich sofort und auf der Stelle vernaschen wollten. Susi, Sabine und Simone wussten genau, wo gerade mein Laptop stand. Tippte ich meine Artikel in Berlin, winkten sie aus der Uckermark, textete ich in Dresden, stöhnten sie aus der Sächsischen Schweiz. Sie pirschten näher, ich fühlte mich wie ein Kaninchen in der Falle: Die Jägerinnen umkreisten mich.

Geile Frauen aus der Nachbarschaft

Bald streckten »Geile Frauen aus der Nachbarschaft« ihre lackierten Fingernägel nach mir aus. Ihre hemmungslosen Näherungsversuche erinnerten mich an Berichte aus der Nachkriegszeit, als fast alle Männer im Feld um zweifelhafte Ehren kämpften und jedes noch so kleine Schwänzchen in der Heimat heiß begehrt war. Es brodelte um mich herum, es knisterte und zischte, und ich erwog einen heimlichen Umzug in eine unbehauste Gegend.

Ging ich fortan zum Briefkasten, zum Bäcker oder zum Zeitungsmann, dann schaute ich mich vorsichtig um, ob vielleicht irgendeine rattenscharfe Renate aus dem Nebenhaus spritzte, um sich auf mich zu stürzen. Nach Sonnenuntergang verriegelte ich Fenster und Türen meines Palastes und schloss blickdichte Vorhänge, um vor den lüsternen Blicken der notgeilen Brut geschützt zu sein. Sogar meine Autofenster ließ ich für teures Geld mit undurchsichtigen Folien verkleiden, damit ich unerkannt die Garage verlassen und zum Zahnarzt fahren konnte.

Onkel Wumba Cover kleinDas waren noch goldene Zeiten, als Onkel Wumba aus Kalumba überschüssige Millionen offerierte. Ich war seinerzeit so tief ergriffen von seiner Selbstlosigkeit, dass ich ihm sogar ein Buch widmete. Und lang, lang ist´s her, dass der Viagra-Mann und seine eifrigen Assistenten an meine Tür pochten, um meinen Schniepel mit Wunderpillen und Zauberkraft auf Gardemaß zu bringen. Diese Herren waren echte Gentlemen und kümmerten sich um mich und meine Defizite im Säckel und Slip.

Armbanduhren statt Sex

Jahre sind ins Land gezogen. Viele Weggefährten sind alt, krumm und grau geworden. Nur ich bin so jung und knackig wie immer. »Forever Young« steht auf meiner digitalen Pforte, doch Hoppla: Plötzlich kommen keine Mädels mehr und wollen mich auf ihre virtuellen Lotterbetten locken.

Statt mit spitzem Frischfleisch werde ich seit geraumer Zeit mit gleißenden Chronometern überhäuft. Edel-Zeitmesser werden in Hülle und Fülle offeriert. Ein »Reiches Sortiment von feinen Armbanduhren, die den populärsten Brandartikeln gleich sind« und »Kopien von Zeitmessern: »genaue Zeitrechnung und Fine aussehen« (was immer das ganz genau bedeuten soll) werden mir angetragen. Ob die Spammer mein Baujahr überprüft haben und darauf ihre Angebote abstimmen? Ausgeschlossen ist es nicht, schließlich stehen wir alle splitternackt im Netz.

Dann wüssten sie aber auch, dass ich es hasse, Uhren zu tragen: Chronometer drücken, sind lästig, klappern und erinnern unerbittlich an die verrinnende Zeit. Dafür Geld auszugeben, käme mir nie in den Sinn, jedes Handy bietet einen Zeitmesser, der mir genügt.

Ich will endlich wieder Sex

So klage ich mein Leid in den digitalen Raum, benenne laut die ungerechte Behandlung, und es meldet sich eine Leidensgenossin. Sie bekommt ständig Post von willigen jungen Mädchen, hat aber noch nie eine Uhr angeboten bekommen: „»Warum werden mir immer `geile Hausfrauen´, `willige Blondinen´ oder `stöhnende F*ckweiber´ angeboten«, schreibt sie, »„ich habe daran wirklich keinen Bedarf. Trage aber Armbanduhren. Vielleicht sollten wir die Accounts tauschen?“«

»Zeiten ändern sich, und wir werden in ihnen geändert« heißt es so schön. Oder, um bei diesem delikaten Thema den Bildungsbürger heraushängen zu lassen: »Tempora mutantur, nos et mutamur in illis«. Jetzt weiß ich, wie das verstanden sein will: Ja, Baby, lass uns schnell die Accounts tauschen. Ich will keine Armbanduhren. Ich will endlich wieder SEX!

 

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Online-Autor des Jahres

Juni 22, 2011
by Ruprecht Frieling
Online-Autor des Jahres, Prinz Rupi, Ruprecht Frieling, Tag des Schreibens
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Internet Phantom

Photo: Tag-des-Schreibens.com

Es ist höchste Zeit, dass es auch für talentierte Autoren, die im Web schreiben, eine Auszeichnung gibt. Was könnte ein besserer Anlass dafür sein als der erste “Tag des Schreibens” am 29. Juni? Die Wahl zum “Online-Autor des Jahres” soll dazu dienen, ein wenig über den Tellerrand zu schauen, Grenzen zu erweitern und all Diejenigen zu ehren, die andere Menschen mit ihrer Schreibe berühren, unterhalten oder informieren. So heißt es in einem Aufruf zum „Tag des Schreibens“, der am 29. Juni erstmalig in Deutschland begangen wird.

Zu meiner eigenen Überraschung wurde ich zusammen mit anderen renommierten Bloggern, Journalisten und Autoren nominiert. Nun möchte ich es wissen und unter die ersten zehn gelangen. Stefan Niggemeier und Thomas Knüwer möchte ich zwar keinesfalls den verdienten Rang streitig machen, aber ich freue mich über jede Stimme, die damit auch ein Votum für die Blogosphäre und Blog.de ist.

Die Abstimmung läuft nur wenige Tage bis zum 26. Juni. Bitte geht auf die Seite http://www.tag-des-schreibens.com/?page_id=1503 und entscheidet Euch. Mich findet Ihr gaaaaanz unten rechts als Wilhelm Ruprecht Frieling.

PS. Jede Stimme für mich ist übrigens eine Stimme gegen BILD-Chef Kai Diekmann, der ebenfalls zu den Nominierten zählt.

Nachtrag 23.06.2011
Ein Extra-Dankeschön an die Blogger Einhard, Hoettges und Elpagi, die meine Wahl mit eigenen Blogeinträgen unterstützen.

* * * BREAKING NEWS * * *

27.06.2011. Wie der „Tag des Schreibens“ per Twitter mitteilt, wurde ich durch Publikumsentscheid unter die ersten zehn Kandidaten gewählt. Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem schönen Erfolg beigetragen haben!

* * * BREAKING NEWS * * *

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Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de?

Juni 08, 2011
by Ruprecht Frieling
Amazon, Autor, E-Book, E-Book, Kindle, Prinz Rupi, Self-Publishing, Verlagssuche, Verleger, wilhelm ruprecht frieling
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Kindle -Für Autoren - Titel

Seit dem 21. April 2011 besteht endlich auch im deutschsprachigen Raum die geniale Möglichkeit, E-Books ohne großen Stress veröffentlichen zu können.

Für alle, die sich für dieses Thema interessieren und vielleicht sogar davon träumt, in die Fußstapfen von Amanda Hocking oder anderer Bestsellerautoren treten zu können, habe ich den soeben erschienenen Ratgeber verfasst. Denn es ist auf jeden Fall empfehlenswert, schon um mögliche Abmahnungen abzuwehren, sich vor der Veröffentlichung des ersten Elektrobuches über alle Aspekte im Klaren zu sein, z.B.: Wie bildet man den Listenpreis für sein E-Book unter Berücksichtigung von Preisbindung und Mehrwertsteuer? Benötigen Kindle-Bücher eine ISBN? Kann ich unter Pseudonym veröffentlichen? Was ist mit dem Finanzamt?

Diese und viele andere Fragen sowie die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen (!) machen es erforderlich, sich im Vorfeld einer E-Book-Veröffentlichung ganz genau zu informieren. Der unternehmensunabhängig verfasste Ratgeber „Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de? oder: Kindle für Autoren“ liefert das dringend erforderliche Rüstzeug und ergibt erschöpfende Antwort auf alle anfallenden Fragen, damit eine Veröffentlichung optimal vorbereitet ist und alle Voraussetzungen als möglicher Erfolgstitel erfüllt.

Kindle-E-Books wie der hier empfohlene Ratgeber können auf jedem Mac oder PC, auf dem iPhone, Blackberry, Android, iPad und vielen anderen Geräten gelesen werden. Dazu lädt man sich die kostenlose Kindle-App aus dem Netz – und schon geht es los!


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Vatertag

Juni 02, 2011
by Ruprecht Frieling
Herrentag, Lyrik, Prinz Rupi, Vatertag, Wiegenlieder
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06 DeepDream Lesung SZ

Vatertag

Der Vater lässt sich heut´ nicht lumpen
Besorgt sich Schnaps, Likör und Wein
Es fließt das Bier, es kreist der Humpen
Schüttet auch Weizen in sich rein.

Doch plötzlich hallt ein Donnerknall
Der trunkne Vater kommt zu Fall
Er stürzt zu Boden wie ein Stein
Es zuckt kein Arm mehr und kein Bein.

Die Mutter jammert Weh! und Ach!
Die Kinder werden auch noch wach
Es schreit die Katze, bellt der Hund
Doch Vater wird nicht mehr gesund.

Es rüttelt die Familienschar
Am Vater, der liegt stumm und starr
Maustot am Boden, welch ein Graus
Der Vatertag ist damit aus.

Und die Moral von dem Gedicht?
Erfahr´ des Himmels Strafgericht:
Wer zu viel säuft vom Spiritus,
der spielt mit frühem Exitus.

©Wilhelm Ruprecht Frieling

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Chaos, Karma, Katastrophen

Mai 23, 2011
by Ruprecht Frieling
Kolumnen, Prinz Rupi, Ruprecht Frieling
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Logo kolumnen
Langsam werde ich sauer. Schon wieder ist ein Tag zu Ende gegangen, für den mit tausendprozentiger Gewissheit der Weltuntergang vorausberechnet worden war.

Ich erwache wie an jedem beliebigen Morgen, und überhaupt nichts Weltbewegendes ist passiert. Jetzt muss ich zu allem Übel doch noch Staub saugen und den Müll entsorgen, was ich angesichts des nahenden Untergangs für entbehrlich gehalten hatte. Allmählich beginnen mich diese unerfüllten Untergangsszenarien zu langweilen.

Dabei bin ich als gelernter Katastrophen-Bär der optimale Kandidat für derartige Prophezeiungen …

H I E R geht es weiter: http://www.kolumnen.de/kolumnen/frieling/frieling-220511.html

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re:publica 2011: ein kritisches Fazit

April 15, 2011
by Ruprecht Frieling
Barcamp, Prinz Rupi, Ruprecht Frieling
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Re-publica 11 Draußen gibt es wenigstens Netz: Teilnehmer der re : publica vor dem Berliner Friedrichstadtpalast. © Foto: W.R. Frieling

„Wer bin ich?“ – „Woher komme ich?“ – „Wo gehen wir heute Abend saufen?“ – Dies waren drei entscheidende Fragen, die sich viele der Teilnehmer der inzwischen fünften Berliner re : publica (13. bis 15. April 2011) stellten.

Rund 3.000 Internetfreaks trafen sich in Berlin, um zum stolzen Eintrittspreis eines Rolling-Stones-Konzerts „Teil der re : publica-Welt“ zu werden. Sie bekamen ein schwarzes Bändchen samt Namensschild um den Hals gehängt, mit dem sie im Friedrichstadtpalast, im Quatsch-Comedy-Club und in der benachbarten Kalkscheune herumstreunen und mehr oder weniger kompetenten Referenten lauschen durften, die ihnen Aspekte des digitalen Lebens nahe bringen wollten.

Sie erlebten dort unter anderem den Auftritt von mittelmäßigen Rednern, deren Beiträge häufig in eine Selbstdarstellung, eine Produktpräsentation oder eine Verkaufsveranstaltung mündeten. Wirklich Neues oder gar Innovatives gab es zwischen den vielen äääh, emmm und öööh kaum.

Die Veranstalter vollbrachten zugleich die Meisterleistung, Themen, die das Publikum wirklich interessierten, in kleinen Räumen zu verstecken. Davor stauten sich bereits lange vor Beginn hunderte Interessierte, von denen nur ein Bruchteil eingelassen werden konnte. Kein Wunder, dass auf Twitter die Mittagspausen als kreativster und angenehmster Teil der Veranstaltung bezeichnet wurden.

In ihrer fünften Wiederholung gerierte die Veranstaltung damit zum Happening der Grüßonkel, nerdisch „Meet-and-greet-people“ genannt. Wer seine Twitter-, Facebook- oder Blog-Freunde einmal persönlich treffen oder auch nur aus der Ferne beäugen wollte, kam voll auf seine Kosten.

Das Publikum wurde von den Organisatoren hinsichtlich des Niveaus und der Erwartungen jedoch unterschätzt. Johnny Häusler, einer der Gründerväter, schaute fassungslos ins Publikum, als seine Frage, ob die Veranstaltung gefalle, mit zahlreichen nach unten gerichteten Daumen beantwortet wurde. Während er noch vermutete, diese Kritik richte sich an die technischen Rahmenbedingungen (das zeitweise funktionierende WLAN war nicht ansatzweise in der Lage, dem Netzverkehr gerecht zu werden, und mitunter brach sogar das gesamte Telefonnetz zusammen), sprach eine Schweizer Teilnehmerin vielen aus dem Herzen, als sie erklärte, ihre Unzufriedenheit sei inhaltlicher Art, sie habe sehr viel mehr erwartet.

Entsprechend kritisiert wurde in auswertenden Kommentaren und Berichten auch die groß angekündigte Gründung des Vereins „Digitale Gesellschaft“, dem alle gerne gratis zuarbeiten dürfen, deren elf (geheime) Gründungsmitglieder allerdings keine Neuaufnahmen akzeptieren.

Im Ergebnis: Das Format re : publica scheint verbraucht, denn ihre Geschäftsführer haben ihre Hände überall, nur nicht mehr am Puls der Szene. Das hat auch mit dem durch und durch kommerziellen Charakter der Veranstaltung zu tun, bei der immer wieder der Eindruck aufkommt, dass sich eine Handvoll Netzaktivisten gegenseitig Themen, Aufträge und Tantiemen zuspielen.

Vielleicht sollten die Macher der „Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft“ auf das Format Barcamp schauen, dass in vielen Städten in den letzten Jahren wachsende Popularität gefunden hat, und das einer Veranstaltung im Stil universitärer Vorlesungen weit überlegen ist: Themen werden direkt aus der Zuhörerschaft geschöpft, damit kann sofort abgeschätzt werden, wie groß das Teilnehmerinteresse an einem Thema ist, daraus resultierend kann wiederum eine entsprechende Raumgröße gewählt werden. Themen und Fragestellungen sind entsprechend aktuell und spannend, zudem sind Barcamps kostenlos zugänglich und damit frei vom Vorwurf, sich bereichern zu wollen …


Weitere kritische Rückblicke als Lektüretipps:

• Christian Scholz: old school Klüngelgesellschaft e.V.
• Malte Steckmeister: re-trospektive: re-infall re-publica
• Torsten Maue: #rp11 – Ein Schuß in den Ofen
• Dörte Giebel: mein rundblickender rückumschlag
• Sebastian Cario: re-publica 2011 – Das war nichts!
• Simon Zeimke: Re-Publica 2011 – ein Re-cap

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Gänsehaut: Eric Whitacres Virtual Choir 2.0

April 10, 2011
by Ruprecht Frieling
Chor, Chormusik, Eric Whitacre, Gesang, Virtual Choir
8 Comments
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2.052 Sängern aus 58 Ländern taten sich über YouTube zusammen, um Eric Whitacres Komposition vorzutragen

Am 8. April 2011 erlebte Eric Whitacres Virtual Choir 2.0 seine glanzvolle Premiere im Internet. Nach Aufrufen und genauen Anleitungen bei YouTube wurden Videos von insgesamt 2.052 Sängern aus 58 Ländern zusammengeschnitten. So entstand ein faszinierendes Musikerlebnis mit Gänsehauteffekt.

„»Sleep“« heißt das Stück, das in der Vorstellung des Komponisten den Gedanken verkörpert, dass die gesamte Welt in aller Unterschiedlichkeit sich in einer Stimme verständigen und äußern kann: in der Sprache der Musik.

Indem er 2.052 Sänger aus 58 Ländern dazu motivierte, seine Komposition »Sleep« online zu singen, schuf Eric Whitacre den größten virtuellen Chor der Welt.


Eric Whitacre’s Virtual Choir – »Lux Aurumque«

Der 1970 in Reno, Nevada, geborene Eric Whitacre gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten und Dirigenten. Er wurde vor allem durch hymnische Choräle berühmt und mag als Rockstar der Chormusik bezeichnet werden.

Die Besonderheit von Whitacres Kompositionsstil besteht in der Nutzung pan-diatonischer Akkorde, die beispielsweise aus dem Werk Igor Strawinskys bekannt sind. In der Fachwelt werden diese Zusammenklänge als „Whitacre-Akkorde“ bezeichnet. Es geht dem Künstler dabei wesentlich darum, sphärische Klänge zu erzeugen, die weitgehend aus Noten der weißen Klaviertasten zusammengesetzt sind.

Eric Whitacre: Musik aus anderen Sphären

Eric Whitacre

John Whitacre

Whitacres Kompositionen klingen wie eine Mischung aus gregorianischen Gesängen, Klängen von Wind und Wasser und Geräuschen des Reibens von Himmelskörpern. Es sind kosmische Klanganmutungen, Choräle aus anderen Dimensionen: eine Musik aus fernen Welten, uns ebenso nah wie fremd und fern. Gesungen wird im Legato – lang gezogen ohne Atempause und Unterbrechung, wobei die Stimmen vielfach gefächert und gespreizt werden.

Der Tonkünstler verknüpft mit seiner Musik das Anliegen, die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zum Singen zu bringen. Dazu nutzt er die phantastischen Möglichkeiten des Internets, speziell der Plattform YouTube. Als er eines Tages auf dem Internet-Videoportal ein Mädchen traf, das einen seiner Songs vortrug, fühlte er sich zu einem Experiment inspiriert. Er stellte sich vor, viele dieser Stimmen zu vereinen, sie digital zusammenzustellen, um daraus ein großes Ganzes zu machen. Whitacre schuf den Gedanken eines virtuellen Chores (= virtual choir), der sich aus Aufnahmen vieler einzelner Stimmen zusammensetzt und auf diese Weise zum qualitativ neuen Klangkunstwerk wird.

Chorsänger über YouTube gesucht

Über verschiedene Internetgemeinden wie YouTube, Facebook und Twitter rief der Komponist Musikbegeisterte dazu auf, eine seiner Kompositionen nach seinen Vorgaben mit einer Webcam live aufzunehmen und einzusenden. Er veröffentlichte dazu Filme mit genauen Anweisungen und Erläuterungen, und es wurden natürlich auch Notensätze für die einzelnen Stimmlagen online gestellt. Im Ergebnis erhielt der Tonschöpfer aus aller Welt Einspielungen. Jung und Alt waren von der Idee begeistert und machten mit. Während des Prozesses der Aufnahme kommunizierten die Teilnehmer über die Plattform Facebook miteinander. Mit erheblichem Aufwand wurden die einzelnen Videos dann am Rechner zusammengesetzt.

2.052 Sänger aus 58 Ländern schaffen Gänsehauteffekt

Wesentliches Problem des Zusammenschnitts waren nicht nur die Beseitigung störender Nebengeräusche wie jammernde Babys und schreiende Mütter, die aus dem Hintergrund mancher Aufnahme tönten. Die größte Herausforderung lag in der Synchronisation der Stimmen. Dies war nur möglich, weil jede einzelne Aufzeichnung einem Signalton folgte, der wiederum zum späteren Zusammenschnitt diente.

Am 8. April 2011 erlebte dann Virtual Choir 2.0 seine glanzvolle Premiere: Videos von insgesamt 2.052 Sänger aus 58 Ländern wurden zusammengeschnitten und es entstand ein faszinierendes Musikerlebnis mit Gänsehauteffekt. „Sleep“ heißt das Stück, das in der Vorstellung des Komponisten den Gedanken verkörpert, dass die gesamte Welt in aller Unterschiedlichkeit sich in einer Stimme verständigen und äußern kann: in der Sprache der Musik.

Virtual Choir: Meilenstein der Musikgeschichte

Der gesamte kreative Prozess der Entwicklung des Virtual Choir 2.0 wird von Whitacre als Meilenstein der Musikgeschichte angesehen. Der Komponist ist überzeugt, dass seine Arbeit der jungen Generation klassische Musik auf neue Art nahebringen und sie einbeziehen kann: „Ich hatte immer das Gefühl, dass die digitale Revolution eine fantastische Angelegenheit für Musikfans ist“, sagt der Komponist, „sowohl für Zuhörer wie für Teilnehmer.“


Eric Whitacre’s Virtual Choir 2.0, »Sleep«

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Drei goldene Regeln, um auf YouTube zum Star zu werden

April 07, 2011
by Ruprecht Frieling
Blaubeerina, Prinz Rupi, Ruprecht Frieling, Selbstdarstellung, Wie werde ich ein Star?, YouTube
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YouTube-Kanal BlaubeerinaBloggerin Blaubeerina ist auf YouTube mit einem eigenen Kanal aktiv

Bloggerin und Blog.de-Suppoteria-Chefin Blaubeerina ist seit einem guten Jahr auf YouTube aktiv. Ihr Kanal „Blaufunk“ wurde inzwischen von mehr als 900 Fans abonniert, und sie spricht pro Sendung mehr als 3000 Zuschauer an.

Was Blaubeerina dabei richtig macht, und was außerdem noch beachtet werden muss, wenn YouTube auf dem Weg zu einem höheren Bekanntheitsgrad beitragen soll, habe ich hier beschrieben: Wie werde ich ein YouTube-Star? Drei Goldene Regeln (Zum Lesen bitte auf den Link klicken)

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