Mit »Ritter von der Rolandnadel«, einem ebenso verspielten wie fundierten Buch öffnet Autor Prinz Rupi erstmals die Tore zur Welt der Schlaraffen – eines einzigartigen Weltbundes, der seit über 160 Jahren, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, die Ideale von Kunst, Humor und Freundschaft pflegt.
In atmosphärischen Reportagen und eindrucksvollen Porträts, die nach Tiefeninterviews entstanden, führt er seine Leserinnen und Leser durch das Reich der »Ritter von der Rolandnadel« und begegnet deren Mitgliedern: visionären Künstlern, wortgewandten Erzählern, leidenschaftlichen Musikern, Freigeistern und Individualisten.

Sissy Hallenstein, Urenkelin einer der Gründer des Schlaraffenbundes, öffnet erstmals ihre Archive © Fotos : Prinz Rupi
Mit Liebe zum Detail und historischem Tiefgang rekonstruiert der Autor die Anfänge der Schlaraffia im Prag des 19. Jahrhunderts, als Schauspieler und Künstler eine Gegenwelt zur bürgerlichen Enge schufen. Im Zentrum stehen jedoch lebendige Charakterporträts heutiger Schlaraffen, die die intellektuelle Vielfalt des Bundes verkörpern.
So trifft ein überzeugter Narr aus Mallorca auf einen schmunzelnden Juristen aus Osnabrück und einen Wortakrobaten aus dem Ruhrgebiet – jede Miniatur zeichnet ein facettenreiches Bild gelebter Individualität und gemeinschaftlicher Kreativität. Zugleich spart der Autor kritische Themen nicht aus: Er schreibt über die Herausforderungen des Vereinslebens in einer zunehmend digitalisierten Welt, über Mitgliederschwund, historisches Erbe und die Frage nach einer zeitgemäßen Öffnung.
Das Buch vereint Reportage, Porträtband und literarische Erzählung – ein greifbares Zeitdokument über ein lebendiges Kulturprojekt jenseits des Mainstreams.
Autor Prinz Rupi kennt die Schlaraffen seit einem halben Jahrhundert. Für die vorliegende Veröffentlichung hat er sich jahrelang im Inneren der Schlaraffia umgesehen – mit journalistischer Genauigkeit und poetischer Leichtigkeit entstand so ein stimmiges, vielstimmiges Porträt einer außergewöhnlichen Kulturgemeinschaft, die seit 1859 weltweit einen eigenwilligen, inspirierenden Beitrag zur deutschsprachigen Kultur leistet. Im Fokus stehen dabei Männer, die Ideale wie Toleranz, Freiheit, Gleichheit und die unbändige Kraft der Kreativität pflegen.
Bibliografische Angaben
Prinz Rupi
Ritter von der Rolandnadel
Die Schlaraffen: Kunst, Humor und Gemeinschaft seit 1859
Charles Verlag 2025
Hardcover, 344 Seiten, 70 Fotos und Grafiken, Lesebändchen
ISBN: 978-3-910408-20-3
Ladenpreis 29,00 € (DE), 29,90 € (A)

Manchmal ist das Scheitern der erste Schritt zu etwas Wundervollem – ein kreativer Raum, in dem neue Ideen blühen können. © Prinz Rupi
Wer seine Kunst aufgibt, gibt sich selbst auf. Solange es geht, sollten wir daran festhalten. Manchmal ist man ziemlich weit unten. Doch dann hilft einem die Kunst, wieder aufzustehen. In diesem Sinne könnten wir das Jahr 2025 als Jahr des kreativen Scheiterns begrüßen. HIER geht es weiter →

Ohne Scheu kletterten kleine und große Kinder in den Bauwagen, der die kleinste KI-Kunstgalerie des Universums beherbergte. Sie diskutierten die Bilder und erkannten die teils surrealen Umsetzungen bekannter Märchen. © Ruprecht Frieling
Busladungen interessierter Brandenburger fluteten am vergangenen Sonnabend im Rahmen der Schlössernacht Gassen und Plätze von Schloss Lilllliput. Die Besucher genossen das einzigartige Gesamtkunstwerk mit seinem unvergleichlichen Flair. Viele kamen von weit her, um die Eröffnung der weltweit ersten KI-Kunstgalerie mit Arbeiten von Prinz Rupi zu sehen. HIER geht es weiter →
Während meiner PR-Arbeit für eine internationale Kunstausstellung lernte ich den seinerzeit schon weltberühmten Joseph Beuys kennen. Als Seelenverwandte schlossen wir spontan Freundschaft.
Professor Wilhelm A. Kewenig, Senator für kulturelle Angelegenheiten im einstmaligen Westberlin, hatte mich anno 1981 zum Pressesprecher der geplanten Ausstellung »Zeitgeist« berufen. Diese repräsentative Schau der Neuen Wilden im frisch restaurierten Martin-Gropius-Bau direkt an der Berliner Mauer bescherte der Stadt international positive Schlagzeilen und schrieb Kunstgeschichte.
Während meiner Tätigkeit, es war für ein paar Monate ein Knochenjob rund um die Uhr, lernte ich den omnipräsenten Joseph Beuys kennen. Wir wurden Freunde. HIER geht es weiter →

In 25 m Höhe kann man sich im Düsseldorfer K21 in einen Spinnenmenschen verwandeln. Alle Fotos: © Ruprecht Frieling
Über der Piazza des Kunstmuseums K21 in Düsseldorf schwebt in rund 25 Metern Höhe ein riesiges Spinnennetz. Das ist die Rauminstallation in orbit des 1973 geborenen argentinischen Performance- und Installationskünstlers Tomás Saraceno. Besonders Mutige dürfen hinauf ins Netz und sich dort wie gewaltige Spinnen bewegen, und ich will mutig sein – der Kunst zuliebe.
Der Mond ist aufgegangen. Als Projektionsfläche für Romantik, Eroberungs- und Entdeckungsfantasien beschäftigt sich die Schweizer Künstlerin Zilla Leutenegger mit dem Erdtrabanten. Zur Eröffnung des PalaisPopulaire in Berlin schuf sie eine faszinierende Installation unter dem Titel »Moondiver II« . HIER geht es weiter →
Erstmals werden jetzt in der Leipziger Galerie Beuteltier-Art Bilder des kubanischen Malers Zenen Vizcaino Ortiz aus privater Sammlung gezeigt. Zur Eröffnung lese ich aus meinen Kolumnen und werde dabei von dem Leipziger Musiker Rocco Weiß begleitet. HIER geht es weiter →

Besucher der Kölner Reinkarnation Art Academy vor Michael Hutters Triptychon »Der Triumph des Fleisches« Fotos: © Ruprecht Frieling
Michael Hutters verstörende Bilderwelt erinnert an Hieronymus Bosch: Außerirdische Monster und Schlingpflanzen mit Krakenarmen umspinnen bildschöne junge Frauen. Der skelettierte Tod beobachtet ein junges Paar beim Liebesspiel. Nackte Menschen versuchen verzweifelt, grässliche Monstren zu bändigen. Affen zeigen den Schönen einen Spiegel und damit ihre Vergänglichkeit. Überall lauert Gier, Geilheit, Gewalt. Ruprecht Frieling hat den Künstler mit der unheimlichen Phantasie in Köln getroffen.
Inmitten schwirrender Engel, barocker Putten, pinkelnder Möpse, krächzender Hühner und farbenprächtiger Kleinstlandschaften thront mit einer schwarzen Katze Dietlind Preiss. In jahrzehntelanger Feinarbeit schuf die gebürtige Ostpreußin, die es auf der Flucht mit den Eltern nach Hannover verschlug, einen eigenen Kosmos von Kunst, Kitsch und Kram. Hier entstanden hunderte Unikate, die Kunstliebhaber in aller Welt fanden.

Sir Richard von Gigantikow aka Reinhard Zabka: der letzte Dadaist im wilden Osten • Foto: Ruprecht Frieling
Die lange Odyssee des Lügenmuseums
Nach jahrelangem Rechtsstreit wurde das Lügenmuseum im brandenburgischen Gantikow zum 22. Juli 2010 fristlos gekündigt. Das Gutshaus, in dem das Museum 20 Jahre lang residierte, musste nach einer Fristverlängerung bis zum 31. Oktober 2010 besenrein geräumt werden. Das von dem Künstler Reinhard Zabka geführte Museum hatte sich mit seinen ungewöhnlichen Präsentationen und Aktionen in den letzten Jahren zu einem Publikumsmagneten in der Region entwickelt. Zwanzig Jahren lang konnten die Besucher erleben, wie Zabka an diesem Lügenmuseum arbeitete und seinem Leitspruch folgte: Ziele nach dem Mond, selbst wenn du ihn verpasst, wirst du zwischen den Sternen landen. Inzwischen hat das Lügenmuseum einen neuen Standort in der Kötzschenbrodaer Strasse 39, 01445 Radebeul, gefunden. Aber auch hier wollen die Kulturpolitiker lieber »repräsentative« Kunst statt einen Ort ungestümer Kreativität. Die Odyssee scheint damit noch nicht zu Ende …
Die Ostprignitz nordwestlich von Berlin birgt Namen aus der Schatzkarte von Theodor Fontane: Die Ortschaft Ribbeck findet sich dort, Sitz derer von Ribbeck und heute noch Standort des viel zitierten Birnbaums. Nachfolger des berühmten Landadeligen sind wieder in den verschlafenen Flecken gezogen und vertreiben Birnenschnaps. Schloss Rheinsberg, das in der DDR-Zeit verdiente Ausgebrannte des Volkes beherbergte, übte schon Anziehungskraft auf Kurt Tucholsky aus. Heute laden über 50 Festsäle und Kabinette, darunter der Muschelsaal, zu einer Reise in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ein. Und in Kampehl lockt seit Jahrzehnten eine der unheimlichsten Mumien der Welt, der mumifizierte Ritter Kahlbutz mit seiner schrägen Geschichte. Damit ist das Potpourri an bekannten Sehenswürdigkeiten allerdings bereits weitgehend erschöpft. HIER geht es weiter →
