Die Legende vom Schlaraffenland ist eine uralte Geschichte, die von einem Land erzählt, in dem es allen Menschen an nichts mangelte. Prinz Rupi hat sie ausgegraben und erzählt sie hier.

Der 83-jährige Chris Farlowe und der erst 30-jährige Gitarrist Krissy Matthews rockten gemeinsam das Berliner Quasimodo. Am Schlagzeug: Eddie Edward Fillip • Fotos: © Prinz Rupi
Wenige Tagen zuvor musste die britische Rockröhre Chris Farlowe in einem Hamburger Krankenhaus wegen Herzproblemen notversorgt werden. Doch schon stand die Legende auch schon wieder in Berlin auf der Bühne und sang »I don´t need no doctor«. Das deutsche Gesundheitssystem findet er Klasse, nur das Frühstück im Krankenhaus sei »very poor«, meinte Farlowe.
Der am 13.10.1940 in London geborene Chris Farlowe begann seine Karriere als Coversänger. Er spielte und produzierte mit Mick Jagger von den Rolling Stones, mit Jimmy Page, Albert Lee und Rod Stewart. Seine größten Erfolge hatte er als Sänger von »Colosseum«, wo er die gesamte Palette seiner Stimme einsetzen konnte.
»Colosseum« wurde 1968 vom Schlagzeuger Jon Hiseman und dem Saxofonisten Dick Heckstall-Smith gegründet. Die Beiden hatten zuvor mit der Graham Bond Organization gespielt und danach mit John Mayall’s Bluesbreakers den europäischen »weißen Blues« popularisiert.
Dick-Heckstall-Smith wiederum war Gründungsmitglied von »The Hamburg Blues Band«, die er 1982 gemeinsam mit Leadsänger Gerd Lange in Hamburgs legendärem Jazzlokal Onkel Pö ins Leben rief. Mit dieser Band spielte Chris Farlowe anlässlich des 40-jährigen Bandjubiläums am 6. Oktober 2022 im Berliner Club Quasimodo.
Wie ein Urgroßvater wirkte er neben dem erst 30-jährigen Supertalent Krissy Matthews, der durch feingliedrige Soli brillierte. Das Miteinander zeigt augenfällig, dass Blues keine Frage des Alters ist.
