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Robert Lebeck, Fotojournalist

November 26, 2008
by Ruprecht Frieling
Fotografie, Fotojournalismus, robert lebeck
41 Comments
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Robert Lebeck im Berliner Martin-Gropius-Bau. © Wilhelm Ruprecht Frieling

Wie kaum ein anderer hat Robert Lebeck den Fotojournalismus in Deutschland geprägt. Anlässlich seines 80. Geburtstages waren im Berliner Martin-Gropius-Bau klassische Reportagen und Portraitserien aus einem halben Jahrhundert im Rahmen einer großen Werkschau zu sehen. Ruprecht Frieling traf den Meisterfotografen dort zum Gespräch.

Robert Lebecks Karriere als Fotoreporter begann mit einer geschenkten Kamera. Der 23jährige startete seine Laufbahn mit einem Porträt des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, der dem jungen Mann zufällig vor die Linse lief. Adenauer zu fotografieren kann nur nützlich sein, dachte der angehende Reporter und schaffte es mit einem Porträtfoto auf Anhieb auf die Titelseite einer Heidelberger Lokalzeitung. Der Lohn der Mühe betrug acht DM, seinerzeit der übliche Preis für eine Schwarzweißabbildung. Davon konnte ein Bildberichterstatter weder leben noch sterben.

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Alfred Hitchcock, Hamburg 1960. © Robert Lebeck

Lebeck hatte Zeit seines Lebens den richtigen Riecher. Der Autodidakt erkannte, dass alles eine Frage der richtigen Adresse ist. Deshalb schickte er seine Fotos zu einer Illustrierten und hatte gleich wieder Erfolg. Doch diesmal betrug das Honorar 75 DM, und damit war klar, für wen der Fotoreporter künftig arbeiten wollte.

Seine Karriere verlief von nun an steil bergauf. Er wurde Frankfurter Büroleiter der Zeitschrift »Revue«, danach Fotoreporter bei »Kristall«. 1961 erschien sein Buch »Afrika im Jahre Null«, und Henri Nannen entdeckte ihn für den Stern. Er warb Lebeck ab und ließ ihn als ersten deutschen Reporter in New York arbeiten. Später stieß Lebeck zur Zentralredaktion in Hamburg und gab 1977 gemeinsam mit Klaus Happrecht ein kurzes Intermezzo als Chefredakteur von »Geo«.

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Jackie Kennedy und Lee Radziwill am Sarg von Robert Kennedy, New York 1968. © Robert Lebeck

Bis 1994 war Lebeck für den »Stern« tätig. Er veröffentlichte hunderte Bildreportagen und zahlreiche Bildbände. Dabei legte er besonders Augenmerk auf die Großen der Zeit, auf Staatsmänner und Künstler, denn der Geschäftsmann im Fotografen wusste, wie stark derartige Motive gefragt sind.

Die Berliner Werkschau gliedert die Exponate thematisch. In Räumen wie »Jazz« begegnet der Besucher Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Lionel Hampton, Duke Ellington, Oscar Peterson und anderen Jazzgrößen.

»Hurra wir leben noch« sind Fotos aus den Nachkriegsjahren überschrieben. Da feiert und tanzt man von Stuttgart bis St. Pauli in staubgrauen Trümmerstädten, da treffen Heimkehrer aus der Gefangenschaft mit Wattejacken, Holzkoffern und zerschlissenen Schuhen in Durchgangslagern ein, und da bauen Menschen aus Ruinen und Baracken neues Leben auf.

Es gibt einen Saal der »Köpfe der Politik«. Ein anderer Raum ist Künstlerportraits gewidmet. Vor allem Romy Schneider hatte es Lebeck angetan, der den Star als »der kamerafreundlichste Mensch, den ich jemals vor die Linse bekommen habe« bezeichnet.

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Romy Schneider, Berlin 1976. © Robert Lebeck

Robert Lebeck starb am 14. Juni 2014 im Alter von 85 Jahren.

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Über den Verfasser
Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi schreibt seit einem halben Jahrhundert Bücher und schwimmt dabei vergnügt gegen den Strom.
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41 Comments
  1. Anonym 26. November 2008 at 20:59 Antworten

    Danke für den Tipp, davon wusste ich noch gar nichts.

  2. Frieling 26. November 2008 at 21:09 Antworten

    Habe ich doch geahnt, dass es dich interessieren würde. Kann die Werkschau nur empfehlen. (Ist ab Freitag geöffnet.)

  3. Anonym 26. November 2008 at 21:18 Antworten

    Werde ich sicherlich vorbeischauen, interessiert mich sehr.

  4. Frieling 26. November 2008 at 21:22 Antworten

    Ich hatte kurz überlegt, dich zur heutigen Pressevorbesichtigung mit zu schleppen, doch dann stolperte wieder einiges dazwischen …

  5. Anonym 26. November 2008 at 21:29 Antworten

    Schade. Beim nächsten Mal sag ruhig Bescheid.

  6. Frieling 26. November 2008 at 21:36 Antworten

    Versprochen!

  7. stadtpomeranze 26. November 2008 at 21:38 Antworten

    Die Fotos sind berühmt, und ich würde liebend gern die Ausstellung sehen – so wie ich liebend gern mal wieder nach Berlin möchte. Aber wie es so ist mit „Nachbarn“, denen man wohlgesonnen ist: man könnte sich ja jederzeit sehen und sieht sich deshalb letztendlich kaum.
    Eines Tages…

  8. Frieling 26. November 2008 at 21:43 Antworten

    Im Steidl-Verlag ist ein umfangreicher Katalog mit vielen Fotos erschienen, den es bestimmt auch bei amazon gibt:
    Robert Lebeck. Fotoreporter
    240 Seiten, Paperback, 12,- €, ISBN 978-3-86521-873-5

  9. stadtpomeranze 26. November 2008 at 22:44 Antworten

    Ist bei amazon nicht vorhanden, aber es gibt ja noch andere Anbieter. Ich werde stöbern. Danke für den Tipp!!

  10. Frieling 26. November 2008 at 22:50 Antworten

    Das Buch erscheint offiziell erst am Freitag zum Beginn der Ausstellung. Vielleicht deshalb?

  11. stadtpomeranze 26. November 2008 at 22:52 Antworten

    gut möglich, danke, ich lege es mir auf „Wiedervorlage“.

  12. pocemon 26. November 2008 at 23:16 Antworten

    Das ist ein sehr schöner Beitrag. Dein Foto am Anfang hat auch viel Stimmung. Zwei Fotos sind berühmt, aber mein Liebling ist die „Eisenbahntür“.

    poc

  13. Frieling 26. November 2008 at 23:22 Antworten

    Da ist Lebeck mit Hitchcock durch Hamburg getigert. Es gibt aus der Serie stimmungsvolle Bilder aus dem Alten Elbtunnel. Hitchcock wirkt dabei wie ein unheimlicher Gewaltmensch.

  14. Manulan 27. November 2008 at 07:55 Antworten

    So eindrucksvoll kann Schwarz-Weiss-Fotografie sein.

  15. Frieling 27. November 2008 at 08:14 Antworten

    Du hast Recht. Ich habe gleich mal mein Lebeck-Porträt auf schwarzweiß umgesetzt.

  16. gummibaer007 27. November 2008 at 08:57 Antworten

    derdammt…jetzt weissm ich , was ich hätte werden sollen , fotoreporter….
    🙂

  17. Manulan 27. November 2008 at 09:00 Antworten

    Gefällt mir so tatsächlich besser. What a difference some colours can make!

  18. BlackLily 27. November 2008 at 09:00 Antworten

    tolle bilder und guter tipp, vielen dank!

    (und Romy hab ich tatsächlich noch nie so gesehen, tolles bild!)

  19. Frieling 27. November 2008 at 09:03 Antworten

    Mir auch! Schwarzweiß steigert die Authentizität. Danke für die Anregung.

  20. xrotbartx 27. November 2008 at 13:59 Antworten

    Hat Robert Lebeck nicht das Leben von Romy Schneider begleitet? Oder war das ein anderer. Die Fotos (auch deins) sind jedenfalls super.

  21. Frieling 27. November 2008 at 14:01 Antworten

    Er hat sie lange begleitet und auch ein Fotobuch produziert, das leider vergriffen ist.

  22. xrotbartx 27. November 2008 at 16:34 Antworten

    Ah, mein Langzeitgedächtnis funzt also noch. Und sogar dich erkenne ich wieder. :>>

  23. Frieling 27. November 2008 at 16:35 Antworten

    Der Himmel meint es offensichtlich gut mit dir 😉

  24. xrotbartx 27. November 2008 at 16:44 Antworten

    Scheint so! :>>

  25. Spieler7 27. November 2008 at 17:46 Antworten

    Verdammt! Ich wusste doch, ich hätte mich von einem Profi ablichten lassen sollen!

  26. Frieling 27. November 2008 at 18:09 Antworten

    Ob ein Lebeck bereit ist, für zwei Weizen tätig zu werden?

  27. Spieler7 27. November 2008 at 18:14 Antworten

    Bei Fachbetrieben bin ich natürlich auch zu angemessener Entlohnung bereit!

  28. Frieling 27. November 2008 at 18:16 Antworten

    Dann heuere den Meister doch an: http://www.lebeck.de

  29. Spieler7 27. November 2008 at 18:22 Antworten

    Wow, das ist erste Sahne!

  30. MisterPocket 27. November 2008 at 18:54 Antworten

    Oh Mann, die würde ich sehr gerne sehen! Aber ich schaff ja nicht mal alle Sachen hier in der Stadt, da sollte ich den Ausstellungs-Tourismus gar nicht erst ins Auge fassen…

  31. Frieling 27. November 2008 at 19:14 Antworten

    Besuch mal seine HP http://www.lebeck.de und schau dir die Fotos dort an. Das lohnt sich!

  32. gummibaer007 28. November 2008 at 07:43 Antworten

    …..???

  33. Frieling 28. November 2008 at 10:20 Antworten

    Kamera kaufen und loslegen!

  34. gummibaer007 28. November 2008 at 14:52 Antworten

    ich hab doch schon ein paar tausend fotos……….
    🙂

  35. Fotograf 1. Dezember 2008 at 05:20 Antworten

    Lebeck war einer der größten.

  36. GeraldS 8. Dezember 2008 at 20:37 Antworten

    Großartig. Wenn man solche Bilder sieht, würde man die eigene Kamera am liebsten verschrotten :).

  37. Frieling 8. Dezember 2008 at 20:39 Antworten

    Sieh es doch positiv: Lebeck ist einer derjenigen, der uns vor Augen führt, was sich mit dem Medium Fotografie alles machen lässt.

  38. Alex 23. Februar 2009 at 08:55 Antworten

    Wow! Das dritte Foto ist ja super! Jackie Kennedy und Lee Radziwill sind echte Schönen! Ich kann mir nicht auswählen welche die schönere ist..

  39. Frieling 23. Februar 2009 at 10:03 Antworten

    Das Foto ist durch Zufall entstanden. Lebeck fuhr zufällig am späten Abend an der Kirche vorbei und sah zwei verhüllte Frauen, die hinein huschten. Er folgte ihnen …

  40. Werbeartikel 26. Oktober 2011 at 20:30 Antworten

    Tolle Bilder! Mit schwarzweißen Fotos kann man doch eine Geschichte erzählen 🙂 solche Bilder inspirieren und zeigen, das genau die einfachen Dinge so spannend sind 🙂 ich stelle heute meine Fotokamera auch auf sepia oder schwarzweiß ein und experimentiere bisschen drum rum 🙂

  41. Fotokunst aus Berlin 23. Juli 2012 at 09:51 Antworten

    Fantastische Bilder, ich bin immer wieder begeistert.

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