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Von Rezession kann keine Rede sein …

September 20, 2008
by Ruprecht Frieling
wilhelm ruprecht frieling
60 Comments
Von Rezession kann keine Rede sein

Wilhelm Ruprecht Frieling: »Von Rezession kann keine Rede sein«
Collage auf Leinwand, 50 x 40 cm, 2008 unter Verwendung von Zeitungsausschnitten aus der »Süddeutschen Zeitung« und »Micky Maus« sowie Münzen und Geldscheinen aus aller Welt, Goldfarbe und Glitzer-Nagellack
© W. R. Frieling

Die Lektüre einer einzigen Ausgabe der »Süddeutschen Zeitung«, deren Vertrieb mich mit einem Schnupper-Abo verwöhnt, hat ausgereicht, mich vollends zu überzeugen und alle aktuellen Ängste zu verjagen, denn: »Von Rezession kann keine Rede sein…«, steht dort schwarz auf weiß.

Wen stört es, wenn Banken crashen, Versicherungen den Löffel abgeben und die Ersparnisse von Millionen Menschen verbrannt werden? Die Befehlshaber an den Gelddruckmaschinen lassen ein paar Milliarden neuer Scheinchen drucken, und alle Probleme sind behoben.

Die Nebenwirkungen dieser Therapie, die enorme Geldentwertung, die damit einher gehende Inflation sowie die im Hintergrund dämmernde nächste Weltwirtschaftskrise, werden von unseren großen Steuermännern mit ihrem »Instrumentarium« der Geldpolitik, gekonnt umschifft. Falls doch mal etwas daneben geht, dann haftet das Staatsvolk.

Ergo ist alles klar auf der Andrea Doria, denn so versichert die SZ: »Der Kapitalismus lebt«. … Wäre da nicht Onkel Dagobert mit seinem untrüglichen Instinkt, der meint: »Mein Geld riecht nach Schimmel« …

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Über den Verfasser
Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi schreibt seit einem halben Jahrhundert Bücher und schwimmt dabei vergnügt gegen den Strom.
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60 Comments
  1. greatmum 20. September 2008 at 09:52 Antworten

    Und da behauptet man immer, Geld stinkt nicht

    Ehrlich gesagt, macht mir die Zukunft, was das Finanzielle anbetrifft, echt Angst

  2. MisterPocket 20. September 2008 at 10:02 Antworten

    Es sind schlimme Zeiten, wie ein Tanz auf dem Vulkan. Vulkane enthalten ja auch manchmal Blasen…

  3. Toepferschnecke 20. September 2008 at 10:06 Antworten

    Vielleicht sollte man sich doch für sein Geld was Nettes kaufen, solange das noch geht…

    Was „später“ mal sein wird, kann niemand voraussehen. Kann man eigentlich nur noch nach dem Motto leben:

    Sorge Dich nicht – lebe!

    Aber immer gelingt das ja auch nicht…

  4. Frieling 20. September 2008 at 10:08 Antworten

    Es gibt vorhersehbare Eruptionen, bei denen sich die Menschen in Sicherheit bringen und Ausbrüche, bei denen Millionen in Ascheregen und Funkenflug versinken. Ich fürchte, wir stehen vor einer Explosion gigantischen Ausmaßes.

  5. Frieling 20. September 2008 at 10:11 Antworten

    Für den Augenblick zu leben, das machen uns doch schon die Banker vor. Ich gehöre leider zu den Konservativen, die ein Leben lang gearbeitet haben, um im Alter mal Ruhe vor der Tretmühle zu haben.

  6. pocemon 20. September 2008 at 10:15 Antworten

    Eine Dada Collage von Pinz Rupi!
    Gefällt mir, leider ein trauriges Thema.

    poc

  7. MisterPocket 20. September 2008 at 10:16 Antworten

    Das schlimme daran ist aber daß überall abgewiegelt und kleingeredet wird. Alles im Griff, alles wird gut… genau wie ende der 20er Jahre. Der Mensch lernt nichts, aber auch gar nichts, aus der Geschichte

  8. Toepferschnecke 20. September 2008 at 10:20 Antworten

    Ja, siehst Du – Du sorgst vor, und sie machen es Dir kaputt!

    Ich lebe auch nicht einfach so „ins Blaue“ und weiß, was Du meinst. Wir versuchen auch, etwas in Richtung Alterssicherung zu tun, aber ich glaube schon lange nicht mehr alles, was da prognostiziert wird. Das geht ein bisschen nach „Bauchgefühl“. Außerdem bin ich ja in der glücklichen Lage, einen einigermaßen „sicheren“ Arbeitsplatz zu haben – wobei man heute ja nirgendwo mehr wirklich sicher ist.

    Das ist ein ausgreifendes Thema. Ich meine nur, man soll nicht alles auf „später“ verschieben, nur weil man sich um die Alterssicherung sorgt. 😉

  9. Frieling 20. September 2008 at 10:25 Antworten

    Der Züricher »Club Voltaire« ist leider auch ein Opfer dieser Geldvernichtung.

  10. Frieling 20. September 2008 at 10:26 Antworten

    Was soll er auch lernen: dass der Kapitalismus irgend wann explodiert und alles mit in den Orkus reißt, der Sozialismus aber auch nicht funktioniert hat???

  11. Frieling 20. September 2008 at 10:28 Antworten

    Da bin ich völlig Deiner Meinung. Ich werde es heute mal richtig krachen lassen! 😉

  12. MisterPocket 20. September 2008 at 10:31 Antworten

    Systeme werden immer mit hehren Gedanken ersonnen, der Mensch und seine Gier sind meist für das Nichtfunktionieren verantwortlich. Erst hat man mit Wonne zugesehen wie der Sozialismus versagte, und jetzt? Jetzt muß man alles schönreden, denn es kann doch nicht sein daß der Kapitalismus dieses Schicksal teilt.

  13. Frieling 20. September 2008 at 10:35 Antworten

    Darum heißt es bei der SZ wohl auch im Kommentar: »Der Kapitalismus lebt!«

  14. Toepferschnecke 20. September 2008 at 11:07 Antworten

    Aber übertreib es nicht – denk an die Rente… :>>

  15. Merzmensch 20. September 2008 at 11:09 Antworten

    Ein sehr schönes Beispiel des Merz-Werks!

  16. Sirena-del-Mar 20. September 2008 at 11:23 Antworten

    So schnell gibt der Kapitalismus nicht auf, der Staat hilft mit den Steuergeldern, damit das System nicht leiden muss.

  17. Frieling 20. September 2008 at 12:20 Antworten

    Die steht bei mir nach 30 Jahren Selbständigkeit mit € 86,00 monatlich bereits fest.

  18. pocemon 20. September 2008 at 12:21 Antworten

    Da kommt der Angriff von rechts!

  19. Frieling 20. September 2008 at 12:21 Antworten

    Gern, Großer Dada!

  20. pocemon 20. September 2008 at 12:21 Antworten

    Merk, merk.

  21. Frieling 20. September 2008 at 12:22 Antworten

    Ich rede ja auch nicht von Aufgabe, ich meine den Zusammenbruch …

  22. Frieling 20. September 2008 at 12:23 Antworten

    Die Rechten schwimmen bei allen Krisen als Fettaugen auf der Suppe.

  23. Frieling 20. September 2008 at 12:24 Antworten

    Ehrlich gesagt: mir auch. Ich habe versucht, dieser Angst mit meinem Bild zu begegnen

  24. Frieling 20. September 2008 at 12:25 Antworten

    Merz, merz.

  25. MisterPocket 20. September 2008 at 12:26 Antworten

    Tja, ich denke wir alle haben unsere kleinen Lebenslügen…

  26. Frieling 20. September 2008 at 12:29 Antworten

    Fragt sich nur, mit welchen Auswirkungen …
    😉

  27. MisterPocket 20. September 2008 at 12:45 Antworten

    Wie passend! Kacke ist auch braun und schwimmt nach oben. Oder wie man im Englischen zu sagen pflegt: Shit floats!

  28. MisterPocket 20. September 2008 at 12:47 Antworten

    Treffend bemerkt, liebe Silke. Ich bin auch so, typischer Steinbock. Raffe, schaffe… nur fragt man sich mehr und mehr wofür eigentlich?

  29. Frieling 20. September 2008 at 12:54 Antworten

    Darum riecht es bei den Zusammenrottung von Rechten auch immer so apart: aus Rieselfeld wird Gruselfeld…

  30. Professor Tiki 20. September 2008 at 12:56 Antworten

    Der Sozialismus ist nicht nur am Sozialismus gescheitert, sondern auch am Kapitalismus. Das ignoriert man ja gern…

  31. Spieler7 20. September 2008 at 13:28 Antworten

    Das ist dieselbe Süddeutsche, die vor drei Tagen (vor den Finanzspritzen) das Ende der Wall Street proklamierte?

    Tut mir leid, aber die sollen lieber über Becksteins Wahlkampf oder das Scheiß-Oktoberfest schreiben, da mögen sie kompetent sein.

    Hübsche Collage, by the way, und konsequent, dass du deine Kreditkarten auch gleich geopfert hast!

  32. Einhard 20. September 2008 at 13:38 Antworten

    Tja, leider greift die naheliegende Theorie, das wer eh schon kein Geld hat, nun auch keine Angst haben muß, auch nicht wirklich…

  33. pocemon 20. September 2008 at 14:57 Antworten

    Unser Finanzminister (Bundesrat) ist Hans-Rudolf MERZ!

  34. Toepferschnecke 20. September 2008 at 18:24 Antworten

    Naja, sparsam sind wir auch – aber nicht bei allen Dingen. Für unsere Hobbys darf dann auch mal Geld ausgegeben werden; das ist ja schließlich Lebensqualität, und die, finde ich, sollte man nicht vernachlässigen, wenn es machbar ist.

    Sorgen machen sich da sicher die meisten Leute (ich nehme mich nicht aus) – was sollen erst die sagen, die heute noch jung sind und jetzt schon keine Chance haben, irgendwie vorzusorgen?

    Prognosen für die Zukunft sind keine einfache Sache. Wer kann schon wirklich sagen, wie die Welt in 20 jahren aussieht?

  35. Sirena-del-Mar 20. September 2008 at 18:29 Antworten

    Das meine ich ja auch, der Kapitalismus wird daran nicht scheitern, er muss auf andere Weise besiegt werden.

  36. Brunopolik 20. September 2008 at 18:30 Antworten

    Angst empfinde ich. Angst vor der erprobten Lösung bei Zusammenbrüchen: Krieg!
    Da solche Angst nicht auszuhalten ist, versucht man sie zu verdrängen. Aber es gelingt nicht. Rupi gestaltete eine Dada-Collage und postete damit einen Blog. Aus Ohnmacht?

  37. Frieling 20. September 2008 at 18:34 Antworten

    Warum bin ich nur heilfroh, nicht mehr blutjung zu sein?

  38. Frieling 20. September 2008 at 18:35 Antworten

    Ob ihm der Name etwas bedeutet?

  39. Frieling 20. September 2008 at 18:36 Antworten

    Da hast du wohl recht, lieber Mo!

  40. Frieling 20. September 2008 at 18:38 Antworten

    Die »Süddeutsche« liegt dir vermutlich täglich vor der Nase? Immerhin machen sie sich Sorgen wegen der 2-Maß-Äusserung von Beckstein, der aktuelle Absturz der CSU-Werte scheucht den ein oder anderen auf.

    PS. Für die Kunst opfere ich ALLES!

  41. Frieling 20. September 2008 at 18:40 Antworten

    Das sehe ich ähnlich: der Zusammenbruch einer Wirtschaftsordnung hat für alle schwere Folgen. Da wäre es ein lahmes Argument zu sagen: ich habe nichts, deshalb geht mich das alles nichts an.

  42. Frieling 20. September 2008 at 18:43 Antworten

    Hätte ich Macht, dann würde ich versuchen, diese positiv zu nutzen.

    Die Entwicklung zu einem neuen Krieg der Welten ist unübersehbar. Heute schickt die BRD bereits Truppen nach Asien, wo wir nun beim allerbesten Willen nichts verloren haben. Es hängt auch noch das Gerücht in der Luft, dass Bush kurz vor den Präsidentenwahlen den Iran angreifen will, um die Konservativen im eigenen Lager zu stärken.

  43. Trithemius 20. September 2008 at 18:50 Antworten

    In deiner Collage findet das erbärmliche Spektakel beinah eine formal heitere Note. Vermutlich ist es am besten so.
    Jetzt bittet US-Präsident George W. Bush den Kongress um die Bewilligung von 700 Milliarden Dollar, die er wem geben will? Den Banken. Eigentlich gehört dieses Geld in den Sozialetat. Bush hat während seiner Amtszeit die Reichen noch viel reicher gemacht und die Armen verlottern lassen. Jetzt langt er ein letztes Mal in die Staatskasse und lässt die ausgebeuteten Steuerzahler der unteren Schichten ein zweites Mal bezahlen. Ich kriege einen Spangenhals, wenn ich daran denke. Also gucke ich mir lieber noch mal deine Collage an, die das Absurde herausstreicht.

  44. Frieling 20. September 2008 at 19:02 Antworten

    Es gibt kein größeres absurdes Theater als die Welt, in der wir leben.

    Ich bewundere jeden, der zur Latte greift und die Verantwortlichen verdrischt. Mir ist dieser Mut der Verzweiflung leider nicht gegeben. Ich kann nur noch (verzweifelt) lachen.

  45. Einhard 20. September 2008 at 19:46 Antworten

    Warum tun das dann aber die, die etwas haben, also etwa die deutschen Bankiers und die Politiker..?

  46. Frieling 20. September 2008 at 19:53 Antworten

    Frag sie mal danach!

  47. Einhard 21. September 2008 at 12:56 Antworten

    Es gibt ja AbgeordnetenWatch, aber auch da wird meist mit Worthülsen und Floskeln gearbeitet…

  48. Frieling 21. September 2008 at 13:12 Antworten

    Kenne ich leider nicht, aber haben die denn schon mal irgend etwas bewegt???

  49. Einhard 21. September 2008 at 13:16 Antworten

    Naja, gute Frage…

    Manche Abgeordnete, vor allem die her öffentlich unbekannten, gehen tatsächlich konkret auf die Anfragen ein; insbesondere die „Großkopferten“ sagen entweder gar nichts oder lassen die „Ghostwriter“ ran

  50. Spieler7 21. September 2008 at 14:12 Antworten

    Entweder ich lese die Papier- oder die online-Ausgabe, sooo viele interessante Zeitungen gibt es ja nicht hier in Bayern.

    Beckstein ist wirklich jenseits von Gut und Böse, hoffentlich bekommen sie nächsten Sonntag so richtig auf die Fresse…

  51. Frieling 21. September 2008 at 14:21 Antworten

    Früher habe ich u .a. mal für die Nürnberger Nachrichten geschrieben, die hatten eine erstaunlich liberale Chefredaktion und ein hochwertiges Feuilleton.

  52. Spieler7 21. September 2008 at 14:25 Antworten

    Die NN habe ich auch eher positiv auf meinem Radar. Ansonsten ist es ja oft so, dass sich auch stockreaktionäre Blätter ein Feuilleton leisten, in dem sich die Spinner austoben dürfen…

  53. Frieling 21. September 2008 at 14:38 Antworten

    Gleich und gleich gesellt sich halt gern …

  54. Spieler7 21. September 2008 at 14:43 Antworten

    Wie wahr, wie wahr!

  55. baltasar 21. September 2008 at 15:33 Antworten

    Ich fühl mich richtig gut seitdem ich weiß, dass ich als Steuerzahler der Retter unserer Finanzinstitutionen bin. Da kann man später den Enkeln die Geschichte erzählen, wie Opa damals die Banken gerettet hat 😉

  56. Frieling 21. September 2008 at 15:42 Antworten

    Für die Story bekommt Opa dann mal wieder einen warmen Teller Suppe, so hat doch alles sein Gutes!

  57. baltasar 21. September 2008 at 16:18 Antworten

    „Sponsered by Deutsche Bank – Wir machen Suppe!“

  58. Hoettges 22. September 2008 at 16:15 Antworten

    Ich würde das Werk bei den Beträgen „Peanuts 2008“ nennen.

    Denn machen wir uns mal nix vor: 85 Mrd. Dollar hat man doch heutzutage mal locker in der Kaffeekasse (und der Onko kostet derzeit im Angebot nur 2,75.-), daher kann man am Wochenende als Banker mal ausschlafen und mal eben 300 Mio. Euro in den Sand setzen!
    Peanuts eben…

    Und wenn dann der Onkel Steinbrück mal sauer wird: wen juckt’s?
    Hauptsache der neue Maybach wird pünktlich geliefert!

    Ich für meinen Teil halte es wie Karl Dall:
    „Das Geld, das wird abgeschafft! Ich kenn‘ schon einen, der hat nix mehr…“

    Grüße
    Carsten

  59. michael 10. Oktober 2008 at 16:41 Antworten

    denne nehm wa uns ´n strick und findns – totchic

    m.

  60. Frieling 10. Oktober 2008 at 16:47 Antworten

    Micha, deine Kunden brauchen dich und deinen Rat doch auch weiterhin!

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